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Klimagipfel in MadridInselstaaten "entsetzt" über Klima-Verhandlungen

Vor allem jene Staaten, die die Auswirkungen des Klimawandels bereits deutlich spüren, sind von den Verhandlungen in Madrid schwer enttäuscht.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres mahnt und mahnt © (c) AP (Manu Fernandez)
 

Die kleinen Inselstaaten haben sich sehr verärgert über den Verhandlungsstand bei der UN-Klimakonferenz gezeigt. Der Gipfel, der planmäßig am Freitag zu Ende geht, zeige "sehr wenig Ehrgeiz" sagte Carlos Fuller aus Belize, der für die Gruppe führend verhandelt.

Für die vom steigenden Meeresspiegel und schweren Stürmen bedrohten Inseln sei klar, dass dieser Gipfel ein Jahrzehnt der Ambition beim Klimaschutz einläuten müsse. "Wir sind entsetzt über den Stand der Verhandlungen", sagte er. "Wir werden gerade in die Ecke gedrängt." Die Gruppe fürchte, Kompromisse machen zu müssen, die das Klimaabkommen von Paris untergraben würden. Es gehe um das Schicksal der Inseln.

"Tatenlosigkeit kostet das Leben unseres Volkes"

Ein Vertreter der Regierung der Karibikinsel Grenada sagte, die Verhandler verlören das große Ganze aus dem Blick, "als gäbe es keinen Klima-Notstand". Was getan werden müsse, sage die Wissenschaft klar. "Diese Tatenlosigkeit kostet das Leben unseres Volkes." Ein Regierungsvertreter Belizes sagte, Anpassung an den Klimawandel und die Minderung von Treibhausgasen seien sehr wichtig, aber sie würden den Schäden, die Stürme und andere Extremwetter schon anrichteten, nicht gerecht. Finanzierung von Schäden und Verlusten sei für die Inseln existenziell.

Vor dem Abschluss der Weltklimakonferenz liegen die Positionen der knapp 200 Staaten teils noch weit auseinander. Auch Klimaaktivisten und Entwicklungshelfer zeigen sich am Donnerstag frustriert von den UN-Verhandlungen in Madrid. Nach Einschätzung der Teilnehmer ist es eher nicht realistisch, dass Kompromisse wie geplant bis Freitagabend gefunden werden.

Verzögerungen, tiefe Gräben und viel Frust

Verzögerungen sind aber bei Klimagipfeln eher die Norm als die Ausnahme. Für den planmäßig letzten Verhandlungstag kündigten junge Klima-Aktivisten von "Fridays for Future" und anderen Organisationen weitere Proteste an.

COP25 in Madrid: Stars setzen sich fürs Klima ein

Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber und Milliardär Michael Bloomberg hat beim Weltklimagipfel in Madrid unterstrichen, dass sich die USA weiter engagiert gegen den Klimawandel einsetzen werden. "Warum bin ich hier? Weil niemand aus dem Weißen Haus hier ist", sagte Bloomberg mit Blick auf US-Präsident Donald Trump.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

Trump hatte 2017 den Ausstieg des Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Er hat mehrmals betont, den Klimawandel für eine Erfindung zu halten.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

"Star-Wars"-Schauspieler Harrison Ford, ein erklärter Klimaaktivist, betonte, es bedürfe jetzt großen Mutes, um die Krise anzugehen. "Aber im Jahr 2017 hat die Regierung meines Landes das Gegenteil von Mut bewiesen. Wir brauchen eine neue politische Führung, sonst wird es so weitergehen." Wenn die Weltgemeinschaft jetzt nicht beherzt Initiativen ergreife, "dann wird die Erde unbewohnbar, und dann wird nichts anderes mehr zählen", sagte der 77-Jährige.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

Der frühere New Yorker Bürgermeister Bloomberg, der sich seit Jahren für den Klimaschutz engagiert, stellte in der spanischen Hauptstadt unter anderem den Jahresbericht zu den Aktivitäten des von ihm mitbegründeten Klimaschutzbündnisses "America's Pledge" (Amerikas Versprechen) vor.

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Dabei handelt es sich um eine 2017 gegründete Kampagne von Bundesstaaten, Städten, Firmen und Organisationen der Zivilgesellschaft, das sich dafür einsetzt, dass das Land auch ohne Unterstützung der Regierung weiter gegen die Klimakrise kämpft.

 

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)

"Egal was ihr aus Washington hört, die Amerikaner wollen weiter das Pariser Abkommen", so Bloomberg, der im Pavillon des "US Climate Action Center" unter dem Hashtag #WeAreStillIn (Wir sind noch dabei) sprach. "Mutter Natur wartet nicht auf eine Präsidentschaftswahl." Es gelte, jetzt zu handeln.

(c) APA/AFP/CRISTINA QUICLER (CRISTINA QUICLER)
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Es gebe eine Kluft zwischen Staaten, die beim Klimaschutz mehr Tempo verlangten, und solchen, die den Zeitplan des Pariser Klimaabkommens einhalten wollten, sagte Spaniens Umweltministerin Teresa Ribera, die in den Verhandlungen eine wichtige Rolle spielt. In dem Abkommen zur Begrenzung der Erderhitzung ist vorgesehen, dass alle Mitglieder 2020 ihre nationalen Klimaschutz-Ziele erhöhen.

Vor allem die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffenen Staaten fordern schon jetzt mehr Ehrgeiz. Einer Zählung des World Resources Institutes (WRI) zufolge haben bisher 80 Staaten fest angekündigt, mehr zu tun - sie seien zusammen aber nur für 10,5 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich.

Ribera sagte, die Delegationen seien auch bei anderen wichtigen Punkten der Agenda noch "tief gespalten." Umstritten waren alle zentralen Verhandlungspunkte: Die Regeln für einen internationalen Handel mit Klimaschutz-Zertifikaten, die Finanzierung von Schäden durch Extremwetter in ärmeren Länden und die Formulierung der Abschlusserklärung.

Entwicklungsländer bleiben übrig

Die Bewegung "Fridays for Future" kritisierte die bisherigen Fortschritte und rief deshalb für Freitag zu einem erneuten Klimastreik auf. Statt sich den Problemen zu stellen, hätten die Teilnehmer wichtige Entscheidungen weiter verschoben, schrieben Aktivisten. "'Fridays for Future' wird das nicht akzeptieren."

Die Hilfsorganisation Brot für die Welt warf den reichen Staaten vor, armen und vom Klimawandel besonders betroffenen Ländern nicht gerecht zu werden. "Die Entwicklungsländer werden hier gerade komplett unter den Verhandlungstisch gedrängt", sagte Klimaexpertin Sabine Minninger von dem evangelischen Hilfswerk. Es brauche zusätzliches Geld für Klimaschäden, das werde aber nicht angeboten.

Ein Verhandlungserfolg gelang in Madrid allerdings schon: Nachdem es am Vortag Ärger um eine aufgelöste, nicht angemeldete Demo gegeben hatte, durften am Donnerstag die Mitglieder der Nichtregierungsorganisationen wieder aufs Gelände.

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schaerdinand
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die erde hat einen virus.

den menschen. der planet bekommt jetzt fieber und wird den lästigen parasiten los werden. garantiert. schon in 20 jahren ist das erledigt. diese konferenzen und die demos kann man sich sparen. feiern solange es noch geht. wie die nazibonzen ende april 1945 im zerbombten berlin.

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wintis_kleine
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@schaerdinand

Da weiß ich auch Einen:
Treffen sich 2 Planeten
Sagt der Eine: "Oje du schaust aber schlecht aus, was hast du denn?"
Sagt der Andere: "Menschen"
Sagt der Erste: "Hatte ich auch, das geht vorbei, wirst sehen"

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