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Ethiopian AirlinesFlugzeug-Absturz: Kärntner Arzt unter den Toten

Ein gebürtiger Kärntner, ein Ober- und ein Niederösterreicher - alle drei Ärzte - kamen beim Absturz der Boeing 737 der Ethiopian Airlines ums Leben. 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord starben. Die Unglücksursache ist weiter unklar.

Drei Ärzte aus Österreich, darunter ein Kärtner, unter den Toten
Drei Ärzte aus Österreich, darunter ein Kärtner, unter den Toten © APA/AFP/MICHAEL TEWELDE
 

Eine Boeing 737-800MAX, die sich auf dem Linienflug (ET302) von Addis Abeba nach Nairobi befand, ist abgestürzt. Wie ein Sprecher der Fluglinie Ethiopian Airlines bestätigte, befanden sich 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord. Laut Airline-Sprecher gibt es keine Überlebenden. Die Opfer sollen aus insgesamt 33 verschiedenen Nationen stammen. Unter den Opfern sind auch drei Österreicher. Es handelt sich dabei um drei Ärzte - einen gebürtigen Kärntner, der zuletzt in Wien lebte, sowie um einen Ober- und einen Niederösterreicher, wie das Außenministerium bestätigte.

Wie Biniam Addisu, der Country Manager von Ethiopian Airlines Austria, am Sonntagnachmittag der APA bestätigte, hatten sich drei Österreicher an Bord der abgestürzten Boeing 737-800MAX befunden. "Die Familien wurden bereits verständigt", teilte Addisu mit.

Wie Peter Guschelbauer, der Sprecher des Außenministeriums, gegenüber der APA präzisierte, hatte ein dreiköpfiges Ärzteteam aus Österreich den Flug angetreten, der von Addis Abeba nach Nairobi gehen sollte. Im Anschluss wollten die drei an Linzer Spitälern tätigen Fachärzte - laut Guschelbauer zwischen 30 und 40 Jahre alt - aus beruflichen Gründen nach Sansibar weiterreisen.

Zahlreiche Europäer unter Opfern

Nach Angaben der Ethiopian Airlines sind bei dem Absturz der Boeing 737-800MAX zahlreiche Europäer ums Leben gekommen. Neben den drei an Linzer Kliniken beschäftigten Ärzten hatten sich acht Italiener, je sieben Franzosen und Briten, fünf Niederländer und vier Slowaken an Bord befunden. Weitere Nationen aus denen Opfer stammen sind: Kanada, USA, Kenia, Äthiopien, China, Ägypten, Indien.

Bereits zu Wort gemeldet hat sich auch Bundespräsident Alexander Van Der Bellen. "Die Nachricht vom Flugzeugabsturz in Äthiopien ist bestürzend. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme ist bei den Angehörigen der Opfer", kondolierte das Staatsoberhaupt über den Kurznachrichtendienst Twitter.

 

Absturz sechs Minuten nach Start

Der Absturz hatte sich bereits sechs Minuten nach dem Start ereignet und zwar im Gebiet von Bishoftu. Die Maschine hatte um 8.38 Uhr vom Flughafen Bole International abgehoben und war um 8.44 Uhr abgestürzt. Der Kontakt mit der Maschine sei wenige Minuten nach dem Abflug abgebrochen, teilte die Fluggesellschaft mit.

Kapitän wollte umkehren

Laut dem CEO von Ethiopian Airlines Tewolde Gebremariam wollte der Kapitän umkehren, weil er Probleme mit dem Flugzeug hatte. Ihm war auch grünes Licht dafür gegeben worden, wie die BBC berichtet. Dann riss der Kontakt ab. Der Start vom Flughafen Addis Abeba war bei gutem Wetter erfolgt. Der Airline zufolge brach der Kontakt mit der Maschine sechs Minuten nach dem Abheben gegen 8.30 Uhr am Sonntagmorgen (Ortszeit) ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Maschine nahe der Stadt Bishoftu befunden.

Das Flugzeug war zuvor am Sonntagmorgen am Flughafen Bole International von Südafrika kommend gelandet. Es soll mehr als drei Stunden am Boden gewesen sein, bevor es zum Todesflug gestartet war.

Parallelen zum Abturz der Lion-Maschine

Der Absturz am heutigen Sonntag erinnert an jenen des Lion-Air-Flugs 610. Eine Boeing derselben Reihe (737 MAX) war am 29. Oktober 2018 kurz nach dem Start ins Meer vor der Insel Java gestürzt. Alle 189 Insassen kamen damals bei der Katastrophe ums Leben. Ein  Untersuchungsbericht der indonesischen Behörden hatte im November ergeben, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen.

Augenzeuge berichtet

Der Augenzeuge Bekele Gutema berichtete gegenüber der BBC, dass die Explosion sehr stark gewesen sei und alles niedergebrannt wäre. Die Feuerwehr sei gegen 11 Uhr Ortszeit am Unglücksort angekommen. Der Absturz selbst hatte sich schon um 8.44 Uhr ereignet. Vier Helikopter waren im Einsatz.

Ein AFP-Reporter berichtete von einem tiefen Krater an der Unglücksstelle. Flugzeugteile und persönliche Gegenstände der Passagiere lagen weit verstreut. Rettungskräfte bargen menschliche Überreste aus dem Flugzeugwrack. Vor Ort waren Polizisten, Soldaten und ein Ermittlungsteam der Behörde für zivile Luftfahrt. Die Airline kündigte an, Mitarbeiter zum Unglücksort zu entsenden.

Der CEO der Ethiopian Airlines Tewolde Gebremariam reiste zum Unglücksort. In einem Facebook-Posting drückt er den Hinterbliebenen sein tiefstes Beileid aus.

Die Pressekonferenz der Ethiopian Airlines zum Nachschauen:

Die Aufzeichnungen von Flightradar zeigten, dass der Flug kurz nach dem Start vom Radar verschwunden ist:

Hier der Verlauf des Fluges wie er von Flightradar aufgezeichnet wurde Foto © Screenshot/Flightradar

Der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed hat den Angehörigen in einer Twitter-Botschaft bereits sein Beileid ausgesprochen. "Wir möchten den Familien all derer, die heute auf einem planmäßigen Ethiopian Airlines-Flug nach Nairobi in Kenia ihr Leben verloren haben, unser tiefes Mitgefühl aussprechen", hieß es in einer über Twitter verbreiteten Beileidsbekundung.

Es soll sich bei dem Flugzeug um ein nagelneues Flugzeug gehandelt haben. Laut der Flugüberwachungs-Webseite Flightradar24 soll die Geschwindigkeit während des Steigflugs geschwankt haben. Der Flugzeugtyp 737 MAX 8 ist ein relativ neues Modell von Boeing und wurde erst seit 2017 in Dienst gestellt. Die Unglücksmaschine selbst soll zum ersten Mal im Oktober 2018 an den Start gegangen sein.

Der Absturzort befindet sich in der Nähe von Bishoftu in Äthiopien. Die Stadt liegt 62 Kilometer südlich von Addis Abeba.

Ethiopian Airlines gehört mit einer Flotte von 108 Flugzeugen zu den größten Airlines Afrikas und zum Verbund der von der Lufthansa mitgegründeten Star Alliance. 66 weitere Jets sind bestellt. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Passagiere auf knapp elf Millionen. Letztmalig war ein Passagierflugzeug der Ethiopian Airlines im Jahr 2010 in einen schweren Unfall verwickelt. Damals explodierte eine Boeing 737-800 nach dem Start im Libanon. 83 Passagiere und sieben Crewmitglieder kamen dabei ums Leben.

 

Für die Angehörigen wurde eine Hotline eingerichtet.

Wie ein Schlachtfeld: Boeing 737 stürzte kurz nach Start ab

Beim Absturz einer Boeing 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines sind alle 149 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Das hat die staatseigene Fluggesellschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter bestätigt. Die Maschine hatte sich auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi befunden.

 

(c) AP (Mulugeta Ayene)

Fassungslosigkeit und Trauer herrschten am Sonntag kurz nach der Nachricht vom Absturz am Flughafen von Addis Abeba. Auch drei Österreicher sollen unter den Todesopfern sein.

(c) AP (Mulugeta Ayene)

Nach Angaben der Airline brach der Kontakt mit der Maschine kurz nach dem Start in der äthiopischen Hauptstadt ab. Die Maschine hob demnach um 08.38 Uhr (Ortszeit) vom Flughafen Bole International ab, sechs Minuten später brach der Kontakt ab. Zu diesem Zeitpunkt habe sich die Maschine nahe der Stadt Bishoftu südöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba befunden.

 

(c) AP (Khalil Senosi)

Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed sprach den Angehörigen sein Beileid aus. "Wir möchten den Familien all derer, die heute auf einem planmäßigen Ethiopian Airlines-Flug nach Nairobi in Kenia ihr Leben verloren haben, unser tiefes Mitgefühl aussprechen", hieß es in einer über Twitter verbreiteten Beileidsbekundung.

 

(c) AP (Khalil Senosi)

Die Ursache des Unglücks ist unklar. Laut der Flugüberwachungs-Webseite Flightradar24 soll die Geschwindigkeit während des Steigflugs geschwankt haben.

(c) AP (Khalil Senosi)

Für die Angehörigen wurde eine Hotline eingerichtet.

(c) AP (Mulugeta Ayene)
(c) AP (Elias Masseret)
(c) AP (Elias Masseret)
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Danke für Ihr Verständnis.

joektn
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Boeing 737 max

Schon das zweite brandneue Flugzeug von der Type das innerhalb weniger Monate kurz nach dem Start verunglückt... der Flieger war keine 4 Monate alt

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Kristianjarnig
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Stimmt.

Das Problem bei Boeing, speziell der 737 Reihe - die 737 an sich ist hoffnungslos veraltet(ich kann das behaupten, sitze mehr als mir lieb ist in ebendiesem Cockpit).
Wie meine ich das? Die Technik "hinter" dem Cockpit ist durchaus auf Höhe der Zeit bei der NG(new generation)was an sich nicht übel ist für ein Flugzeug das in den 1960ern(genau 1965!!) entwickelt wurde. Allerdings ist das Cockpit ein ergonomischer Albtraum(meine Meinung), es gibt kein modernes EICAS(Engine Indication and Crew Alterting System), d.h. nach wie vor, tritt ein Fehler auf, leuchtet lediglich ein kleines Lämpchen und die Crew darf auf "Spurensuche" gehen was denn nun genau los ist. Wenn man weiter bedenkt das sich das Cockpit bis weit hinter die Köpfe der beiden Piloten zieht(Overhead Panel), dort oben aber teilweise äußerst wichtige Systeme "versteckt" wurden und so der Fehler recht schwer zu entdecken ist.
Moderne Flugzeuge, wie z.b. auch alle Airbusse, die geben auf einem zentralen Bildschirm ganz klare Warnmeldungen ab, die Crew weiß SOFORT was los ist, weiter gibt es dann Systemseiten auf dem Bildschirm wo man sich das jeweilige System genau ansehen kann und alanlysieren was genau los ist. Gibt es bei der 737 nicht. Punkt.

Nun die MAX. Alles beim alten, ein paar Verbesserungen, Änderungen(ob gute wird sich erst zeigen müssen, der beworbene "Gamechanger" MAX hatte mal keinen guten Start mit bereits 2 Totalverlusten.

Das Problem bei Boeing: Die Amis wollen einfach keine moderne Boeing 737...

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Kristianjarnig
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....weil ein modernes "Airbus" Cockpit es notwendig machen würde...

..den Crews(auch bisherigen 737 Piloten) ein neues Typerating zu zahlen.

Ein Pilot der derzeit ein Typerating für eine 737NG besitzt, der darf (fast)ALLE bisher gebauten 737 fliegen. Also angefangen bei den Classics wie der 737-300 bis 500 und der NG bis -900. Mit einem kleinen Onlinekurs und ein bißchen spielerei am Sim dann auch die MAX.

Es sind also rein wirtschaftliche Interessen die Boeing daran hindern sich zu motivieren endlich mal ein richtig modernes Flugzeug für das 21. Jahrhundert zu bauen. Denn auch die MAX(zumindest im Cockpit) ist weit davon entfernt.

Dazu hat die 737 zig Dinge die nach wie vor in den 60ern verblieben sind. Die Querlagelimitierung schaltet sich nicht selbstständig ein wie es bei JEDER nicht Boeing der Fall ist, die muß immer der Pilot dazuschalten. Alte konverntionelle Navigationsanlage mit der man, verglichen mit modernen Flugzeugen anderer Hersteller, recht wenig Informationen an den Piloten weitergibt. Alles SEHR sixties style. Und und und.

Was GUT ist an der 737 und wofür ich sie mag - SEHR zuverlässig(ein Traktor eben den man Tag für Tag am Feld einsetzen kann ohne das sie ausfällt leger gesagt), gute Triebwerke, sehr guter Flügel mit phantastischen Gleiteigenschaften. Ich traue mich fast zu behaupten das die Landung im Hudson mit einer 737 nicht notwendig gewesen wäre. Die wäre zum Flughafen zurückgesegelt.

ABER - sollte mal etwas schief gehen wird es mühsam für die Crew. Vorsichtig formuliert.

Es wird Zeit für eine moderne B737.

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