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Fünftes GebotPapst vergleicht Abtreibung mit Auftragsmord

Eine Schwangerschaft abzubrechen sei "wie jemandem zu beseitigen", so der Papst.

© APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
 

Papst Franziskus hat Abtreibung mit einem Auftragsmord verglichen. "Einen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan.

"Auftragsmörder"

"Ist es richtig, einen Auftragsmörder anzuheuern, um ein Problem zu lösen?", fragte er die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen. In seiner Predigt befasste sich Franziskus zunächst mit dem biblischen Gebot, nicht zu töten. Er prangerte die "Abwertung menschlichen Lebens" durch Kriege, Ausbeutung und Ausgrenzung an. Dann fügte der 81-Jährige noch seine Gedanken zum Thema Abtreibung hinzu: "Aber wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?"

Eine Schwangerschaft "im Namen des Schutzes anderer Rechte" abzubrechen sei "wie jemanden zu beseitigen", sagte der Papst. "Ist es richtig, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen?" "Gewalt und Zurückweisung des Lebens" hätten eine gemeinsame Quelle: "Angst." Insbesondere prangerte der Papst die angeblichen Ratschläge von Ärzten zur Abtreibung behinderter Kinder an. "Ein behindertes Kind ist wie jeder Bedürftige auf der Welt, wie ein alter Mensch, der Hilfe benötigt, wie so viele Arme, die kaum über die Runden kommen", sagte Franziskus.

"Gottesgeschenk"

Er verglich die Geburt eines behinderten Kindes mit einem "Gottesgeschenk", das es den Eltern ermögliche, die "Selbstbezogenheit" hinter sich zu lassen. Bereits im Juni hatte sich der 81-Jährige mit harschen Worten zu Schwangerschaftsabbrüchen eingelassen. Er verglich die Abtreibung von Föten, die Behinderungen aufwiesen, mit dem Euthanasieprogramm der NS-Diktatur.

Abtreibung ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine schwere Sünde. In Franziskus' Heimatland Argentinien war im August ein Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen gescheitert - nicht zuletzt wegen des massiven Widerstands der katholischen Kirche. Franziskus hatte die Bischöfe des Landes in einem Brief aufgefordert, "Leben und Gerechtigkeit" zu verteidigen.

Kommentare (7)

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Aleksandar
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Richtig!

Endlich ein Mann der katholischen Kirche, der - entsprechend der Lehre - klar sagt, was Sache ist.

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onyx
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8
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Kein gutes Statement des Papstes

Ich finde es eher bedenklich, dass jeder Mutter/Vater werden kann, auch wenn diese Personen nicht über die persönlichen, materiellen oder finanziellen Ressourcen verfügen, um den Kindeswohl gerecht zu werden.

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eleasar
10
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Der Papst hat recht.

Jesus war immer auf der Seite der Schwachen und Kleinen. "Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie." (Mk 10,14 u 16)

Diese ungeborenen Kinder können sich nicht wehren. Sie stehen nicht auf und schreien: "Stopp! Mein Bauch gehört mir! Und mein Kopf! Und mein Herz! Und mein Leben!" Sie haben keine Lobby. Die Kirche gibt ihnen eine Stimme. Auch wenn diese nicht gern gehört wird.

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handlelightd
2
11
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Wieso

ist künstliche Befruchtung ein katholisches Tabu? Kommt sie doch fast einer unbefleckten Empfängnis gleich. Aber Spaß beiseite, beim Thema ungewolltes Leben hat gerade die Kirche eine lange Tradition - Stichwort Umgang mit unehelich Geborenen.

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schulzebaue
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wohl

auch mit der Betreung all jener die ungewollt geboren und dann durch Einrichtungen der Kirche betreut worden sind. Da hat Nächstenliebe gleich eine ganz andere Bedeutung bekommen.

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anzughildbert
7
5
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Die Kirche...

"Aber wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?"

Psalm 51:5 / LUT
"Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. "

Also Herr Papst, wie sieht die Kirche das mit dem unschuldigen Leben?

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Nova79
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Verstaubt und verbohrt...

... wie eh und je. Die katholische Kirche ist imo ignorant und frauenfeindlich. Wen wundert da noch die immer größer werdende Zahl ihrer abtrünnigen Schäfchen- mich wundert da schon lange nichts mehr.

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