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Muslimisches EhepaarSchweiz: Kein Handschlag, keine Einbürgerung

Das Ehepaar habe mangelnden Respekt für die Gleichberechtigung der Geschlechter demonstriert.

© AP
 

Die Schweiz hat einem muslimischen Ehepaar die Einbürgerung verweigert, weil es den Handschlag mit Menschen des anderen Geschlechts aus religiösen Gründen prinzipiell ablehnt. Die Antragsteller hätten damit mangelnden Respekt für die Gleichberechtigung der Geschlechter demonstriert, sagte der Bürgermeister von Lausanne, Gregoire Junod, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Die Einbürgerungskommission sei nach einem Gespräch mit dem Ehepaar zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ausreichend integrierbar sei. Die Eheleute hätten ausgesagt, dass sie "nicht die Hand von Angehörigen des anderen Geschlechts schütteln" wollten, sagte Junod. Bei der Befragung durch die dreiköpfige Kommission hätten sie zudem "große Probleme damit gehabt, Fragen zu beantworten, die von einem Mitglied des anderen Geschlechts gestellt wurden".

"Religiöse Intoleranz"

Zwar gelte in der Schweiz die Religionsfreiheit, sagte Junod. Die Ausübung des Glaubens dürfe aber nicht "außerhalb des Rechts" erfolgen.

Lausannes Vizebürgermeister Pierre-Antoine Hildbrand, der der Kommission angehörte, zeigte sich "sehr zufrieden" mit der Ablehnung des Einbürgerungsantrags. "Die Verfassung und die Gleichberechtigung von Mann und Frau haben einen höheren Wert als religiöse Intoleranz."

Aus welchem Land das Ehepaar stammt, wurde nicht mitgeteilt. Der Mann und die Frau haben nun 30 Tage Zeit, Berufung gegen die Entscheidung der Stadt Lausanne einzulegen.

Einige streng gläubige Muslime argumentieren, dass Berührungen zwischen Männern und Frauen außerhalb der Ehe und enger Familienbeziehungen verboten sind.

Kommentare (9)

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WernStein
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Ich habe ein Vision...

..und das wäre eine Welt ganz ohne Religionen.
Das einzige Gebot wäre: Was Du nicht willst, was man dir tut, das füg' auch keinem andern zu!
Eines ist bewiesen: Dass nicht die Religionen allein für ein soziales Zusammenleben verantwortlich sind.
Ein Geistlicher hat einmal gesagt, dass es ohne Religion nur mehr Egoismus auf der Welt gäbe.
Was haben wir heute? Viele Religionen, die mit der Drohung der ewigen Verdammnis schlechtes Gewissen erzeugen und für den Machterhalt sogar Kriege führen.
Der Egoismus regiert die Welt und viele Vertreter der Religionen morden und vergewaltigen Kinder.
Wie gesagt, es ist nur eine Vision........

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tschoetsche
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Rich habe eine andere......

.... Vision nämlich, dass sich die Anhänger aller Religionen respektieren und nicht versuchen andere zu bekehren. Ich finde, dass das glauben, zb an ein Leben nach dem Tod, sehr vielen Menschen in ihren Ängsten hilft. Es ist der Extremismus der die Sache so schlimm (gefährlich) macht, nicht die Religion oder der Glaube an sich.

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WernStein
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Natürlich...

..haben sie recht!
Ich würde schon mit klaren Grenzen zufrieden sein!

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X22
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Verbeugen oder Händeschütteln – wie begrüsst man sich rund um den Globus? Die zwischenmenschliche Aktion beginnt meist per Blickkontakt und Handschlag. Oder lieber mit einer Verbeugung? Oder gibt man sich sogar Küsschen auf die Wangen? Das Händeschütteln Nordeuropa, Osteuropa, Nordamerika, Australien und die gesamte Geschäftswelt: das Händeschütteln ist über den ganzen Globus verteilt, stammt aber eigentlich aus dem europäischen Raum.

Man streckt sich zur Begrüßung oder zum Kennenlernen die Hände aus, schüttelt diese mehr oder weniger fest und schaut sich dabei in die Augen. Das Händeschütteln fällt von Land zu Land mehr oder weniger intensiv aus.

Trotz dieses mehr oder weniger formellen Grußes gibt es einige Länder, in welchen die Frau entscheidet, ob sie die Hand reicht oder nicht – sie muss den ersten Schritt machen. Ein gutes Beispiel dafür ist Russland. Dort ist es üblich, Frauen zuzunicken oder diese verbal zu begrüßen – für das Händeschütteln sollte man auf eindeutige Zeichen ihrerseits warten.

Die Wangenküsschen
Spanien, Frankreich, Belgien, Italien – in diesen Ländern gehören Wangenküsschen zum Alltagsleben. Das gilt für Mann und Frau und Frauen untereinander – die Herren begrüßen sich per Handschlag oder Schulterklopfen.

Während man in Spanien die Küsschen erst links, dann rechts aufhaucht, ist es in einigen Teilen Belgiens und Frankreichs genau umgekehrt. Auch gibt es Teile, in welchen man sich die Zeit für vier angehauchte Küsschen nimmt, während man, in Paris zum Beispiel, mit drei Küsschen begrüßt wird.

Ein weiterer Faux-Pas ist es, wirklich auf die Wange zu küssen – die Küsschen werden immer nur angedeutet, man berührt die Wangen. Dicke Schmatzer auf die Wangen gibt man nur, wenn man sich besonders mag und lange nicht gesehen hat. Alles andere ist übertrieben.

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X22
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Die Verbeugung Thailand, Indien, China, Japan, in ganz Asien ist die Verbeugung als Begrüßung verbreitet.

In Japan wird die Verbeugung ganz formell in einem 45º-Winkel ausgeführt. Die Herren halten bei der Verbeugung die Hände gerade am Körper, die Damen legen ihre Hände vor dem Körper zusammen.

In Indien, oder besser gesagt, unter Hindus wird zur Begrüßung, zum Abschied und zum Dank “Namasté” gesagt. Dabei werden die Hände vor dem Herzen flach und spitz wie im Gebetz zusammengelegt und später an die Stirn geführt, während der Kopf sich leicht nach unten beugt. Diese Form der Respekterweisung und des Grußes ist in vielen Kulturen Asiens verbreitet. (culturalstudies.at)
In der Zeit ist auch ein interessanter Artikel
"Alles im Namen der Religion"
Islamistische Extremisten haben viel gemeinsam mit den radikal aufgeklärten Europäern der Moderne: Sie wollen unbedingt den Himmel auf Erden schaffen.
Von Bruno Latour

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X22
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Hallo ihr Ablehner der kulturellen Gepflogenheiten, das sind Tatsachen und hat nichts mit der Entscheidung der Schweizer Politiker zu tun

Der einzige Zusammenhang ist, dass es eine kulturelle Geschichte ist, und wenn man sich nur auf die Art und Weise wie man sich begrüßt oder verabschiedet bezieht, um daraus Schlüsse zu ziehen wie ein Mensch ist, ist es eine armselige Art der Feststellung.

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Oberwoelzer
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Integration

Österreich soll sich ein Beispiel an der Schweiz nehmen.

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exilgrazer
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Die schweizer Behörde hat hier vollkommen richtig gehandelt,

aber Sie wissen schon, dass es dabei um Einbürgerung geht. Die Aufenthaltsbewilligung bleibt den Eheleuten natürlich schon!

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tschoetsche
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Bravo Schweiz.....

..... auch wenn es viele hier anders sehen, jedoch wurde hier die Einbürgerung zurecht abgewiesen. Extremismus, egal in welcher Richtung bzw. welcher Art ist abzulehnen. Das verweigern des Händeschüttelns, weißt eine extremistische (religiöse) Einstellung auf.

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