Matilda war mit zwei Freundinnen auf dem Weg zur Bushaltestelle, um zur Oberschule in Tione zu gelangen. Sie kamen von der Zufahrt ihres Hauses und wollten über die Staatsstraße 239, eine viel befahrene Hauptstraße, auf die andere Seite kommen.

Nach bisherigen Ermittlungsergebnissen überquerte sie die Straße auf einem Zebrastreifen. Zeugenaussagen zufolge zeigte die Fußgängerampel zu diesem Zeitpunkt allerdings Rot.

Der Grund könnte gewesen sein, dass sie den Bus nicht verpassen wollte und daher zu laufen begann. Ein Betonmischer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Matilda wurde von dem Fahrzeug erfasst, mitgeschleift und erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle starb.

In der Gemeinde Giustino sitzt der Schock jedenfalls tief. „Dies ist ein Moment der großen Trauer“, so Bürgermeister Manuel Cosi in der Tageszeitung „L’Adige“. Niemand könne auf ein Leid wie den furchtbaren Tod eines erst 15-jährigen Mädchens vorbereitet sein. „In diesem schrecklichen Moment bin ich der Familie nahe. Giustino hat einen Stern verloren“, so Cosi.

Weiteres Eiskunstlauftalent starb bei Unfall

Erst am Donnerstag war die 23-jährige Julia Marie Gaiser aus Südtirol, einer Nachbarprovinz des Trentino, in Salzburg von einem Lkw erfasst und dabei getötet worden. Auch sie galt als große Eiskunstlaufhoffnung, sie lebte und studierte in Salzburg und war mehrfache Salzburger Landesmeisterin, österreichweit stets unter den Top Ten.

Die Italienische Eislauf-Föderation (Federazione Italiana Sport del Ghiaccio, FISG) zeigte sich ebenfalls bestürzt: Sie erklärte, sie sei in Trauer über den Verlust einer jungen Sportlerin, die sowohl für ihren Verein als auch für das italienische Nachwuchs-Eiskunstlaufen große Hoffnungen verkörpert habe.

Unfallhergang wird untersucht

Der genaue Unfallhergang wird nun untersucht. Es wird geprüft, wie die Ampelphase und Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt waren und ob der Fahrer des Betonmischers hätte bremsen oder ausweichen können. Auch Fragen zu möglichen Ablenkungen und der Geschwindigkeit des Lkw werden Teil der Ermittlungen sein. Bislang gibt es keine Hinweise auf einen Fehler des Fahrers.