Nach einem Flugzeugabsturz in Indien mit mehr als 240 Toten hat Premierminister Narendra Modi den einzigen Überlebenden unter den Insassen der Unglücksmaschine im Krankenhaus besucht. Modi habe sich bei einem Besuch in Ahmedabad von dem Mann erzählen lassen, wie er trotz Verletzungen entkommen sei, berichtete der indische Sender NDTV. Der Mann habe Modi erzählt, er habe nach dem Aufprall der Maschine am Boden seinen Sicherheitsgurt lösen und das Flugzeug verlassen können.

Brite überlebte den Crash

Jemand habe ihn dann zu einem Krankenwagen gebracht. Bei dem Überlebenden handelt es sich Medienberichten zufolge um einen Briten indischer Herkunft. Demnach saß der Mann auf dem Platz 11A. In Online-Netzwerken verbreitete Videos sollen ihn zeigen, wie er in einem blutverschmierten T-Shirt bis zu einem Krankenwagen humpelt. „Ich habe überhaupt keine Idee, wie ich aus diesem Flugzeug herausgekommen bin“, sagte er nach Angaben seines Bruders Nayan Kumar Ramesh, der von der britischen Nachrichtenagentur PA zitiert wurde.

Modi äußerte sich nach einem Besuch der Unglücksstelle bestürzt. „Der Ort der Zerstörung stimmt traurig“, schrieb er auf X. Er sprach von einer „unvorstellbaren Tragödie“. Er habe sich mit Angehörigen von Opfern getroffen. Im Gespräch mit Beamten und Bergungsteams machte sich Indiens Regierungschef ein Bild von der Lage vor Ort.

Ein Flugschreiber gefunden

Unterdessen wurde einer der beiden Flugschreiber gefunden. Einsatzkräfte der zivilen Luftfahrtbehörde hätten „eine Black Box am Ort der Katastrophe“ entdeckt, sagte am Freitag ein Polizeivertreter. Die Flugschreiber sind zur Aufklärung der Absturzursache von zentraler Bedeutung. Der Stimmenrekorder zeichnet die Kommunikation zwischen den Piloten und den Fluglotsen auf, der Flugdatenschreiber speichert Daten wie Flughöhe, Geschwindigkeit und Kurs der Maschine.

Trümmer werden nach möglichen weiteren Opfern abgesucht

Am Freitag durchsuchten Einsatzkräfte die Trümmer weiter nach möglichen weiteren Opfern. Der örtliche Polizei-Vizechef Kanan Desai sagte, bisher seien 265 Todesopfer aus dem Flugzeugwrack sowie aus den Gebäuden geborgen worden, in die die Maschine am Donnerstag gekracht war. Nach seinen Angaben sind unter den Toten mindestens 24 Menschen, die nicht an Bord des Flugzeugs gewesen waren.

Da weiterhin sterbliche Überreste gefunden würden, könne die Opferbilanz weiter steigen, sagte Desai. „Die offizielle Opferzahl wird erst mitgeteilt, wenn die DNA-Tests abgeschlossen sind“, hatte der indische Innenminister Amit Shah am Donnerstagabend erklärt. Die ganze Nacht über kamen Angehörige der Flugzeuginsassen zur medizinischen Fakultät Ahmedabad, um für einen Erbgutabgleich zur Identifizierung der Opfer eine DNA-Probe abzugeben.

Die Maschine der Gesellschaft Air India war am Donnerstag kurz nach dem Start in ein Wohngebiet nahe dem Flughafen der Großstadt Ahmedabad im westlichen Bundesstaat Gujarat gestürzt. Die Boeing 787-8 war auf dem Weg nach London. Laut Angaben von Air India kamen 241 Menschen an Bord ums Leben. Nur der eine Passagier habe überlebt.