Bei dem katastrophalen Absturz eines Passagierflugzeugs in Indien sind nach Angaben der Polizei 241 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei hatte die Zahl der Toten zuvor mit über 290 angegeben. Die genaue Zahl würde noch ermittelt, erläuterte eine hochrangige Polizeivertreterin, am Donnerstag. Noch sei unklar, wie viele in dem Gebäude getötet wurden, in das das Flugzeug hineinstürzte. Ein Passagier habe das Unglück überlebt und werde in einem Krankenhaus behandelt.
Die Polizei berichtete, sie habe eine Person gefunden, die offenbar den Absturz im Flugzeug überlebt habe. Laut indischen Medien soll der britische Passagier Ramesh Vishwaskumar Bucharvada (40) auf Sitz 11A den Absturz verletzt überstanden haben und sich in ärztlicher Behandlung befinden. Er soll zusammen mit seinem älteren Bruder Ajay (45) in der Maschine, aber in unterschiedlichen Reihen, gesessen sein. Ajay Kumar Ramesh gilt als vermisst.
Minister: Zahl der Opfer nach DNA-Proben
Eine genaue Zahl der Opfer beim Flugzeugabsturz in Indien kann nach Behördenangaben erst sicher nach DNA-Abgleichen genannt werden. Es sei eine gute Nachricht, dass es unter den 242 Insassen der Maschine einen Überlebenden gegeben habe, sagte Innenminister Amit Shah vor Journalisten in Ahmedabad. Er habe ihn dort im Krankenhaus getroffen.
Ob alle übrigen 241 Personen einschließlich der zwölf Crewmitglieder an Bord umgekommen seien und wie viele Menschen am Boden, sagte er nicht. „Die Opferzahl wird nach der DNA-Bestätigung verkündet.“ Die Zeitung „The New Indian Express“ berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass außer einem Passagier sonst niemand überlebt habe.
Das Flugzeug habe 125.000 Liter Kraftstoff aufgenommen, sagte Shah. Angesichts der hohen Temperaturen seien die Chancen gering, dass man den Absturz überlebe. An der Unglücksstelle selbst war die Bergung von Leichen seinen Angaben zufolge bis zum späten Abend (Ortszeit) fast abgeschlossen. Es würden derzeit die DNA-Proben von Angehörigen gesammelt. Danach würden die sterblichen Überreste übergeben.
Britische Experten unterstützen Unfallermittler in Indien
Die britische Flugunfallbehörde AAIB kündigte an, ein eigenes Team nach Indien zu schicken, um die dortigen Ermittlungen zu unterstützen. Auch US-Präsident Donald Trump bot Hilfe an. Indien sei ein „großes“ und „starkes“ Land, doch die Vereinigten Staaten stünden bereit, im Bedarfsfall sofort Hilfe zu leisten, sagte der Republikaner bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington. Der Flugzeughersteller Boeing erklärte sich ebenfalls bereit, die Ermittlungen zu unterstützen.
Einer von zwei Flugschreibern sei gefunden worden, berichtete die Zeitung „Hindustan Times“. Eine Blackbox zeichnet Flugdaten und akustische Signale auf.
Es handelt sich um eine der weltweit schwersten Luftfahrtkatastrophen der vergangenen Jahre. Die Ursache war zunächst unklar. „Die verletzten Passagiere wurden von den örtlichen Behörden in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht“, sagte Airline-Chef Campbell Wilson in einer Video-Stellungnahme auf der Plattform X.
Unterkunft für Medizinstudenten zerstört
„Eine Hälfte des Flugzeugs stürzte in ein Wohngebäude, in dem Ärzte und ihre Familien leben“, sagte der Arzt Krishna. Flugzeugnase und das Vorderrad seien auf die Kantine gestürzt, in denen Studenten gerade zu Mittag gegessen hätten. Krishna sah nach eigenen Angaben „etwa 15 bis 20 verbrannte Leichen“, 15 Studenten habe er aber mit seinen Kollegen retten können.
Augenzeuge Poonam Patni schilderte AFP, als er den Absturzort erreicht habe, hätten dort Leichen gelegen, viele davon verkohlt. Einige Menschen seien aus dem zweiten oder dritten Stockwerk aus umliegenden Gebäuden gesprungen, um sich vor den Flammen zu retten.
Maschine des Typs Boeing 787-8 Dreamliner
Laut der Website Flightradar24 handelte es sich um eine Maschine des Typs Boeing 787-8 Dreamliner, eines der modernsten Passagierflugzeuge. Experten zufolge ist es der erste Absturz einer solchen Maschine, die als sehr sicher gilt. Die Boeing-Aktie gab im vorbörslichen Handel in New York um 6,8 Prozent nach. Boeing arbeite zusammen mit den indischen Behörden an einer Untersuchung des Vorfalls, teilte der US-Flugzeugbauer mit.
Nach Angaben von Air India war das Flugzeug auf dem Weg zum Flughafen London-Gatwick in Großbritannien. Einem Insider zufolge waren unter den 242 Insassen 169 indische Staatsangehörige, vermutlich 53 Briten, sieben Portugiesen und ein Kanadier. Mindestens elf Kinder seien an Bord gewesen. Österreichische Staatsangehörige dürften sich nicht in der Maschine befunden haben, teilte das Außenministerium in Wien auf APA-Anfrage mit.
Beileidsbekundungen aus aller Welt
Der indische Ministerpräsident Narendra Modi, der selbst aus dem Bundesstaat Gujarat stammt, ordnete einen umfassenden Rettungseinsatz an. „Wir teilen Ihren Schmerz“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. An Premier Modi gerichtet, betonte sie: „Europa ist in diesem Moment der Trauer mit Ihnen und dem indischen Volk solidarisch.“ Weitere Beileidsbekundungen kamen u.a. von Russlands Präsident Wladimir Putin, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem australischen Premier Anthony Albanese.
Papst Leo XIV. drückte den Familien und Freunden der Verstorbenen sein tiefes Beileid aus. Er sei „zutiefst betrübt über die Tragödie“ und bete auch für die an den Bergungsarbeiten beteiligten Helfer, heißt es in einem am Donnerstag im Vatikan veröffentlichten Schreiben, wie Kathpress berichtete.
Auch Erzrivale Pakistan kondoliert
Auch Erzrivale Pakistan drückte sein Mitgefühl aus. „Unser tief empfundenes Beileid gilt den Familien und Angehörigen aller an Bord befindlichen Personen“, schrieb Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif auf der Online-Plattform X. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei all den Betroffenen.“
US-Präsident Donald Trump bot indes Unterstützung an. Indien sei ein „großes“ und „starkes“ Land, doch die Vereinigten Staaten stünden bereit, im Bedarfsfall sofort Hilfe zu leisten, sagte der Republikaner bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington. Trump zeigte sich betroffen und sprach von einem „furchtbaren Absturz“ und „einem der schlimmsten in der Geschichte der Luftfahrt“.