Seit über 500 Jahren ist sie für den Schutz des Papstes zuständig – auch über dessen Tod hinaus. In ihren pittoresken Uniformen zählen sie vor den Toren des Vatikans und auf dem Petersplatz in diesen Tagen zu einem beliebten Fotomotiv: die Schweizergarde. Der Schutz von Franziskus war nicht immer eine leichte Aufgabe betont der Kommandant der Gardisten, Christoph Graf.

Der Pontifex mochte, anders als sein Vorgänger, spontane Ausflüge ohne Eskorte und legte großen Wert auf persönliche Freiheit, erzählte Graf vor einigen Jahren, dessen Hauptaufgabe es ist, über die Sicherheit der Person und der Residenz des katholischen Kirchenoberhaupts zu wachen. Zudem begleiten seine Gardisten den Papst auf Reisen, kontrollieren die Eingänge zum Vatikanstaat und nehmen Ordnungs- und Ehrendienste wahr. Graf, der maßgeblich auch für die Sicherheit in den kommenden Tagen verantwortlich ist, ist ein Urgestein der Schweizergarde. Er diente seit 1987 drei Päpsten und ist damit einer der Dienstältesten der traditionsreichen Leibwache, dessen 35. Kommandant er seit 2015 ist. Bereut habe er seine Entscheidung nie und nur einmal kurz über eine Rückkehr in die Schweiz nachgedacht, betont der 64-Jährige.

TOPSHOT - Pope Francis walks past a Swiss guard as he arrives for an audience to the Christian associations of Italian workers (ACLI) on June 1, 2024 at Paul-VI hall in The Vatican. (Photo by Tiziana FABI / AFP)
Schweizer Gardisten schwören dem Papst  „treu, redlich und ehrenhaft zu dienen“ © AFP/Tiziana Fabi

Welt der Prinzipien

Klar ist, dass die Schweizergarde viel Wert auf Prinzipien, Traditionen und Disziplin legt: Wer Rekrut werden will, muss praktizierender Katholik, nicht älter als 30 Jahre, Schweizer Bürger und mindestens 1,74 Meter groß sein. Jedes Jahr werden im Mai in einer feierlichen Zeremonie neue Rekruten vereidigt, die schwören, dem jeweiligen Papst „treu, redlich und ehrenhaft zu dienen“. 

Heuer muss die Angelobung wegen des Begräbnisses und des bevorstehenden Konklaves verschoben werden. Eine Selbstverständlichkeit für Gardisten, die ihr Leben dem Papst unterordnen. „Es ist eine große Ehre. Ich kann mir keine schönere Aufgabe wünschen als diese“, betont Graf.