„Polizei, Polizei!“ - Online-Livestreamer sind immer wieder vom sogenannten Swatting betroffen. Es handelt sich dabei um eine Form der Cyberbelästigung, bei der Täter Falschmeldungen verbreiten und bewusst große Polizeieinsätze auslösen. Oft wird live im Internet übertragen, wie Spezialeinheiten Wohnungen stürmen.

Genau das ist Trymacs, einem der größten Videospiel-Streamer Deutschlands, am Montag widerfahren. Auf Twitch folgen dem 30-Jährigen rund 3,7 Millionen Menschen. Während einer Liveübertragung des Dark-Fantasy-Spiels „Elden Ring“ aus seiner Hamburger Wohnung wurde Trymacs unterbrochen: „Wartet einmal Leute, ich muss los“, erklärte er seinen Fans und verschwand aus dem Kamerabereich. Wenige Sekunden später waren im Hintergrund bereits „Polizei, Polizei“-Rufe zu hören. Laut „Hamburger Abendblatt“ standen schwerbewaffnete Spezialkräfte vor der Tür. Seufzend musste der Videoproduzent seinen Stream beenden.

„Aber nicht mit mir“

Kurze Zeit später meldete sich Trymacs wieder zurück: „Jemand hat die Polizei gerufen, weil sie mich vom ‚Elden Ring‘-Spielen abhalten wollten“. In seiner Instagram-Story zeigte er sich wenig beeindruckt: „Aber nicht mit mir. Es geht direkt weiter, es hat sich alles geklärt“, beruhigt der Hamburger seine Follower.

Die Polizei bestätigte den Vorfall laut Medienberichten. Sie sprach von Hinweisen auf eine körperliche Auseinandersetzung - es habe sich aber vor Ort herausgestellt, dass es keine Bedrohungslage gegeben habe. Wer hinter dem Fake-Anruf steckt, ist noch unklar.

Der Begriff Swatting leitet sich von der amerikanischen Spezialeinheit SWAT (“Special Weapons and Tactics“) ab. Meist trifft es Prominente, ihnen soll durch die Aktion Schaden zugefügt werden. Stars wie Justin Bieber, Paris Hilton oder Tom Cruise waren in der Vergangenheit bereits Opfer von Swatting. Der Missbrauch von Notrufen ist strafbar.