Die Vorarlberger Bauernschaft hatte die Wahl zwischen zwei Gruppierungen. Der Bauernbund verlor bei den Land- und Forstwirten auf 77,28 Prozent der Stimmen, 2021 waren es noch 80,12 Prozent. Die FPÖ-Bauern legten auf 22,72 Prozent (2021: 19,88) zu. Bei den Dienstnehmern überzeugte der Bauernbund 75,26 Prozent (2021: 79,93), den Freiheitlichen gaben 24,74 Prozent ihre Stimme (2021: 20,07). In der Sektionsversammlung der Land- und Forstwirte hält der Bauernbund damit nun elf von 14 Sitzen, bei den Dienstnehmern vier von fünf. Zusammen bilden die Mitglieder der beiden Sektionen die Vollversammlung. Diese muss sich binnen drei Wochen nach der Wahl konstituieren und aus ihrer Mitte das dreiköpfige Präsidium wählen.

Zum Stichtag 1. September zählte die Sektion Land- und Forstwirte 12.882 Mitglieder, jene der Dienstnehmer 1.749. Der Aufruf, sich für eine starke Vertretung an der Wahl zu beteiligen, fruchtete nicht wie gewünscht: Die gesamte Wahlbeteiligung lag 2026 bei 36,72 Prozent und ging damit gegenüber 2021 (43,33 Prozent) neuerlich deutlich zurück. 2016 hatten noch über 50 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang teilgenommen. Die Wahl erfolgte von 21. Februar bis 6. März neuerlich ausschließlich per Brief.

Moosbrugger, seit 1999 Vorarlbergs Landwirtschaftskammerpräsident und seit Mai 2008 Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sprach in einer Pressekonferenz von einer "deutlichen Bestätigung" und einem "klaren Arbeitsauftrag". Das Ergebnis zeige aber auch eine angespannte Stimmung angesichts zahlreicher Unsicherheiten: das künftige Agrarbudget der EU, die belastende Bürokratie und Vorarlberger Themen wie die Rinder-TBC. Dass die Wahlbeteiligung nicht höher ausfiel, schmerze, möglicherweise zeige sich darin aber auch die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kammer, dass also kein Wunsch nach Veränderung da sei.

Erfreut "dass wir in Zukunft stärker sind", zeigte sich FPÖ-Spitzenkandidat Blum: "Wir haben unser Ziel erreicht, ein Plus bei Prozenten und Mandaten." Er lobte den Wahlkampf als sachlich und fair, man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. Die Wahlbeteiligung befand er als "absolut unzufriedenstellend", wenn es auch ein Phänomen sei, das auch bei anderen Kammerwahlen zu beobachten sei. Man müsse künftig alle Hebel in Bewegung setzen, um hier eine Besserung zu erreichen. Zu den aufkommenden Herausforderungen zählten beide Spitzenkandidaten auch die weitere Preisentwicklung infolge des Iran-Konflikts. "Das wird uns rasch betreffen", so Blum.