DauertestSo schlägt sich der Skoda Octavia auf der ersten Etappe

Es ist Zeit, sich einen Skoda Octavia Combi genauer anzuschauen. Was den Bestseller ausmacht und wie gut er ist: der Dauerlauf.

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Auf großer Reise: Skoda Octavia Combi © OLIVER WOLF
 

Über Skoda kann man nur staunen. Der Höhenflug der Marke reißt einfach nicht ab, da sitzt jedes Modell und wird auch vom Markt belohnt. Sehr zur Freude der Konzernmutter in Wolfsburg, sollte man meinen, und doch stößt den Volkswagen-Granden der Erfolg der prachtvollen Tochter zunehmend sauer auf, weil sie freilich auch kräftig im eigenen Haus wildert und vornehmlich der Kernmarke Kunden abspenstig macht. Den landläufigen Spruch, dass eigentlich Skoda längst der wahre Volkswagen ist, hat man dort gründlich satt, aber gefallen lassen muss man ihn sich alleweil.

Ein ganz besonderer Stachel im Fleisch ist dabei der Skoda Octavia, das wichtigste Modell der Autobauer aus Mladá Boleslav. Schließlich passierte hierzulande etwas, was grundsätzlich nicht sein darf: Der Octavia lief 2019 und auch 2020 dem Golf als meistverkauftes Auto in Österreich den Rang ab, was einer Majestätsbeleidigung gleichkam.

Modellvorstellung: Skoda Octavia

Die vierte Generation des Skoda Octavia ist in allen Dimensionen gewachsen und bringt einen nochmals größeren Kofferraum mit.

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Mit 4689 Millimetern Länge überragt der Octavia als Combi – in Mlada Boleslav traditionell mit C geschrieben – seinen Vorgänger um 22 Millimeter. In der Breite hat er um 15 auf 1829 Millimeter zugelegt. Der Radstand liegt bei 2686 Millimetern.

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Warum hier zuerst vom Hinterlader die Rede ist? Er ist nicht weniger als der meistverkaufte Kombi Europas und bekommt deshalb zum ersten Mal in der Startaufstellung den Vorzug vor der Limousine.

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Die Garage kann man aber auch hier schon ausmessen: Sie streckt sich mit einem Plus von 19 auf 4689 Millimeter bei gleicher Breite wie das Schwestermodell.

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Die gewachsenen Abmessungen verraten es bereits – im Innenraum gibt es wieder ein Alzerl mehr Platz und das Volumen des Kofferraums ist beim Kombi auf 640 und bei der Limousine auf 600 Liter angewachsen.

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Fix ist auch, dass der Octavia auch wieder als hemdsärmeliger Scout und sportlicher RS an den Start geht.

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Äußerlich erkennt man den neuen Jahrgang an Heckleuchten mit LED-Technik. In der Top-Version sogar mit Matrix-System, das beim Fernlicht einzelne Segmente automatisch ausblendet, um den Gegenverkehr nicht zu blenden.

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Und zum Abschluss winken die im Volkswagen-Konzern derzeit überaus beliebten dynamischen Blinker.

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Die Aufstellung der Ottomotoren beginnt mit dem dreizylindrigen 1-Liter-TSI mit 110 PS und dem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS. Wenn sie mit dem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert sind (Standard ist eine manuelle Sechs-Gang-Box), ist ein Mild-Hybrid-System mit von der Partie. Stets mit Allrad und DSG tritt der 2-Liter-Benziner mit 190 PS an.

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Dieselseitig tritt ein aufgeladener 2-Liter auf den Plan. Und zwar mit 115, 150 und 200 PS – wobei man bei den stärkeren beiden auch Allradantrieb ankreuzen kann.

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Darüber rangiert der Plug-in-Hybrid bestehend aus einem 1,5-Liter-Benziner und einem Elektromotor mit einer Systemleistung von 204 und 245 PS, jeweils in Zusammenarbeit mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe.

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Zudem ist wieder eine bivalente Erdgasversion im Programm: Der 1,5 TSI mit 130 PS zieht seine Energie entweder aus drei CNG-Tanks 17,7 Kilogramm oder dem Benzintank mit 9 Litern Fassungsvermögen.

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Werfen wir einen Blick in den Innenraum: Das neue Lenkrad kommt jetzt mit zwei Speichen aus und auch die Mittelkonsole, die Türverkleidungen und die Instrumententafel wurden ganz neu entworfen. Der Bildschirm der digitalen Anzeigen hat eine Diagonale von 10 Zoll, genauso wie das zentrale Display in der Mitte des Armaturenbretts, über das sich auch die Klimaanlage bedienen lässt.

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Als erstes Modell von Škoda bekommt der Octavia ein Head-up-Display. Auch die Mittelkonsole wurde komplett aufgeräumt: Statt des bekannten Wählhebels bei Automatikversionen befindet sich ein neues Bedienmodul mit einer kleinen Wippe für die Auswahl der Fahrstufen.

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Weitere Extras: Die Infotainmentsysteme spielen von Streaming-Diensten für Radio und TV sowie drahtlose Smartphone-Einbindung alle Stückln. Analog aber angenehm sind die Sport- oder die rückenfreundlichen Ergo-Sitze, die beheizen, kühlen und auch massieren können. Zudem findet sich eine Drei-Zonen-Klimaanlage auf der Aufpreisliste.

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Neben dem Serienfahrwerk stehen zwei weitere Fahrwerke im Katalog Auswahl: ein Sportfahrwerk das 15 Millimeter tiefer liegt und eines für Schlechtwege, das 15 Millimetern mehr Bodenfreiheit bietet. Auf Wunsch gibt es auch eine adaptive Fahrwerksregelung.

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Kommen wir zu den alltagsfreundlichen „Simply Clever“-Lösungen, für die Škoda berühmt ist: Dazu zählt erstmals ein Schlafpaket, das auf der Rückbank zwei bequeme, größere Kopfstützen und eine Decke bietet.

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Neu sind auch ein verbessertes komfortabel nutzbares Netzpaket im Kofferraum sowie die automatische Rolloentriegelung im Kombi. Eine Multifunktionstasche unter der Gepäckraumabdeckung bietet weiteren Stauraum.

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Und schließlich zu den Assistenzsystemen: Eines unterstützt den Fahrer mit einer aktiven Verstärkung des Lenkmoments bei einer drohenden Kollision mit einem Fußgänger, Radfahrer oder anderen Fahrzeug dabei, durch ein kontrolliertes Ausweichen den Unfall im Idealfall zu verhindern.

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Der Ausstiegswarner zeigt dem Fahrer vor dem Öffnen seiner Tür an, wenn sich von hinten ein anderes Fahrzeug oder ein Radfahrer nähert.

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Es ist an der Zeit, endgültig zu klären, was den Liebling der Österreicher so begehrenswert macht. Knapp ein Jahr auf der Straße, gibt es tüchtig Rückenwind von den Fachmedien, die der Octavia IV in nahezu allen Vergleichstest überzeugte. Auch Walter Röhrl protokolliert im ersten Test viel Schmeichelhaftes über den Skoda. Unser Cheftester sprach von „einer neuen Größenordnung“, er hält das Platzangebot für die größte Stärke der Neuauflage.

Für unsere „fact finding mission“ fiel die Wahl auf einen frontangetriebenen, 150 PS starken Octavia Combi TDI DSG in der Topausstattung Premium, wobei der Dauerläufer zusätzlich mit Assistenten und Leckerlis aufgefettet wurde, die das Leben im Octavia noch beschaulicher und sicherer machen sollen.

Nach der Warmlaufphase und fröhlichen 5800 Kilometern am Tacho lassen sich schon einmal ein paar Nettigkeiten sagen. Zum Beispiel, dass er – eingekleidet und klar gezeichnet vom steirischen Designer Karl Neuhold – eine ziemlich elegante Erscheinung ist. Dass er komfortabel, praktisch und wirtschaftlich ist. Das waren seine Vorgänger schon, aber nun hat man alles auf ein neues Niveau gehoben. Dazu ist der Octavia umso geräumiger, vernetzter, auch emotionaler.

Skoda Octavia Combi Premium TDI DSG

Preis: 35.756 Euro
Motor: Vierzylinder-TDI, Hubraum 1968 ccm, Leistung 150 PS ab 3000/min, 360 Nm ab 1600 U/min.
Testverbrauch: 5 Liter/100 km.
Kraftübertragung: Vorderradantrieb, 7-Gang-DSG.
Fahrleistung: 0–100 km/h in 8,5 Sek, Spitze 222 km/h.
Maße: 4689/1829/1468 mm L/B/H, Radstand 2686 mm, 640 bis 1700 l Ladevolumen, Gewicht 1473 kg.
Ausstattung: 9 Airbags, Frontradar-Notbremsassistent, Spurhalteass., Fernlichtass., Ausweich-Ass.; Licht- /Regensensor, Parksensor v/h, LED-Licht, Adaptiv-Tempomat, 10-Zoll-Touchscreen, Virtual Cockpit.

Sofort aufgefallen ist uns natürlich das imposante Platzangebot für Mensch und Gepäck, das Plus zieht sich wie ein roter Faden durch den 4,6 Meter langen und 1,8 Meter breiten Combi, im Fond finden die Passagiere eine oberklassenverdächtige Beinfreiheit vor. Ordentlich Hand angelegt hat Skoda beim Interieur, das modische Armaturenbrett folgt dem Design der Octavia-Front, die Betätigung des zehn Zoll großen Touchscreens und der darunterliegenden Schalterleiste bedarf anfangs einiger Fingerfertigkeit. Ein Hit ist das griffige zweispeichige Multifunktionslenkrad.

Zu den erfrischenden Schmankerln zählen wie gewohnt die „Simply clever“-Lösungen. In den vorderen Türtaschen verstecken sich ein Regenschirm und ein Schneebesen, während sich in den Lehnen der Vordersitze eigene Smartphone-Fächer finden. Gescheit auch: das Schlafpaket mit Decke und Kopfstützen mit ausklappbaren seitlichen Bügeln, die ein feines Nickerchen möglich machen.

Modellvorstellung: Skoda Octavia Scout

Auch die neue Generation des Škoda Octavia wandelt wieder auf Abwegen: und zwar in der hemdsärmeligen Scout-Version. Wie gewohnt ist der Tscheche mit den rustikalen Kunststoffbeplankungen und 15 Millimeter höherer Bodenfreiheit nur mit Rucksack, also als Kombi zu haben. 

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Oben drauf gibt es serienmäßig ein Schlechtwegepaket inklusive Unterfahrschutz. Weil aber viele nur den Offroadlook wollen, aber den sonst serienmäßigen Allrad nicht brauchen, gibt es den Scout erstmals auch nur mit Frontantrieb.

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Seinen Einstand gibt ein neuer Turbodiesel mit 2 Litern Hubraum, 200 PS und bis zu 400 Newtonmetern Drehmoment, der immer im Verbund mit 4x4 und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auftritt. Genauso wie der Selbstzünder mit 150 und der aufgeladene 2-Liter-Benziner mit 190 PS.

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Der 2.0 TDI mit 115 PS ist an ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe geflanscht, während der 1.5 TSI (150 PS) auch als Mild-Hybrid zu haben ist. In Kombination mit dem stärksten Diesel kann der Scout gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 2 Tonnen an den Haken nehmen.

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Optisch erkennt man den Oberförster an speziellen Stoßfängern inklusive  Unterfahrschutz in Aluminium-Optik und schwarzen Kunststoffverkleidungen der Radhäuser, Seitenschweller und an den unteren Türbereichen. Als Wanderschuhe zieht der Scout serienmäßig 18-Zoll-Räder, optional sogar 19-Zöller an. Im Innenraum glänzt er mit zusätzlichen Chrom-Elementen auf der Mittelkonsole, speziellen Dekorleisten am Armaturenbrett sowie Türverkleidungen und -griffen.

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AdBlue lässt sich auch über die Lkw-Zapfpistolen bunkern, das lästige Hantieren an den Plastikkanistern entfällt. Eine gute Sache ist der integrierte Trichter im Verschlussdeckel des Scheibenwaschbehälters.
Der 150-PS-Selbstzünder schnurrt unaufgeregt vor sich hin und packt in allen Bereichen ordentlich an Verbrauch: auf den ersten Etappen im Schnitt fünf Liter, da darf man nicht klagen.

Die Fahrwerksabstimmung ist ohne Tadel. Weil wir uns aber schon im Schnee herumgetrieben haben, möchten wir festhalten: Als leidenschaftliche Verfechter von Allrad würden wir das Modell mit vier angetriebenen Rädern ordern (kostet knapp 3000 Euro mehr). So weit ein erster freundlicher Befund. Jetzt machen wir uns auf zur großen Reise.

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