AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Walter Röhrl testetMit dem VW Touareg müssen sich alle SUV messen

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den VW Touareg.

Große Nummer. Der VW Touareg ließ Walter Röhrl staunen © OLIVER WOLF
 

Zugegeben: Ich war nie der ganz große Freund der Hochsitzautos. Der Zauber der Sports Utility Vehicle erfasste mich bis heute nicht so richtig, aber ich liege da irgendwie neben dem Trend, weil heute weltweit jedes dritte verkaufte Fahrzeug ein SUV ist.

Es ist keine völlige Abneigung und Verweigerung meinerseits. Aber speziell mit den schweren und dicken Brummern der ersten Generationen hatte ich so meine Probleme. Sie erschienen mir einfach oft zu monströs, zu verschwenderisch, aber auch zu unhandlich. Stichwort: Parkgaragen. Und die ganz großen Schiffe entwickelten sich speziell in den Städten zu echten Feindbildern.

Modellvorstellung: VW Touareg

Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue VW Touareg moderat breiter und länger, aber um bis zu 106 Kilo leichter geraten. Die neuen Dimensionen lauten: 4878 Millimeter Länge (plus 77 mm), 1984 Breite (plus 44 mm) und 1702 Höhe (minus 7 mm). Das SUV ist auf Anhängelasten von bis zu 3,5 Tonnen ausgelegt.

VOLKSWAGEN

VW wird den neuen Touareg 2018 zuerst für China mit einem Plug-in Hybridantrieb (367 PS Systemleistung) anbieten. Der Starttermin für Europa ist noch offen.

VOLKSWAGEN

Bei uns eröffnen den Reigen zwei V6-Diesel mit 231 und 286 PS (500/600 Nm). Folgen werden zudem ein V6-Benziner (340 PS, 450 Nm) und ein V8-Turbodiesel (421 PS, 900 Nm).

VOLKSWAGEN

Allrad und eine Acht-Gang-Automatik sind serienmäßig. Optional kann man ein Offroad-Paket oder eine Luftfederung ankreuzen.

VOLKSWAGEN

Einiges getan hat sich im Innenraum: Überall dort, wo es sinnvoll ist, ersetzen digitale Flächen herkömmliche Anzeigen und Bedienelemente. Das Gros aller Tasten ist beim „Innovision Cockpit“ in den 15 Zoll großen und zum Fahrer hin gebogenen Screen des Top-Infotainmentsystems „Discover Premium“ integriert.

VOLKSWAGEN

Dazu gehören auch die Steuerung der Vier-Zonen-Klimaanlage sowie die Betätigung der Sitzheizung, -lüftung und -massage. Bewusst analog ausgeführt sind indes intuitiv und sehr häufig genutzte Schalter wie die Lautstärkeregelung. Seitlich zum Fahrer hin ist das Display optisch an das ebenfalls glasüberbaute „Digital Cockpit“ angeschlossen – die 12,0 Zoll großen Digitalinstrumente.

VOLKSWAGEN

Um 160 Millimeter in der Länge kann zudem die Rücksitzanlage verschoben werden, um noch mehr Raum im Fond zu schaffen. Damit fünf Personen auf langen Reisen oder dem kurzen Trip zum nächsten Flughafen ausreichend Raum für ihre Koffer haben, wurde das Stauvolumen des neuen Touareg gegenüber dem Vorgänger um 113 auf 810 Liter vergrößert (bei aufgestellter Rückbank).

VOLKSWAGEN

Ein Highlight ist das größte bislang von Volkswagen realisierte Panorama-Schiebedach: Der transparente Dachausschnitt ist 1270 Millimeter lang und 825 breit. Über einen Vierwegeschalter kann die vordere Dachhälfte stufenlos geöffnet und elektrisch um 495 Millimeter nach hinten geschoben sowie aufgestellt werden. Ein elektrisch betätigtes Stoffrollo reduziert die Sonneneinstrahlung.

VOLKSWAGEN

Auch bei den Assistenzsystemen sind wir im Bereich der Superlative – mehr hatte ein VW noch nie zu bieten. Dazu gehören Technologien wie die Nachtsichtunterstützung (erkennt per Wärmebildkamera Personen und Tiere in der Dunkelheit) oder der Stau- und Baustellenassistent (bis 60 km/h teilautomatisiertes Lenken und Spurhalten, Gasgeben und Bremsen).

VOLKSWAGEN

Mit von der Partie ist auch ein Kreuzungsassistent (reagiert auf Querverkehr), die LED-Scheinwerfer (interaktiv per Kamera gesteuertes Abblend- und Fernlicht) und ein direkt in die Windschutzscheibe projiziertes Head-up-Display.

VOLKSWAGEN
1/10

Zuletzt fiel mir dann aber schon auf, dass sich im Segment ein Wandel hin zu smarten und umweltverträglichen Modellen entwickelte. Dazu wurde das Konzept ja längst erfolgreich bis in die Kleinwagenklasse heruntergebrochen. Aber auch in der Nobelabteilung, also bei den Premium-SUV, justierten die Hersteller nach.

Das letzte und vielleicht beste Beispiel dafür ist der Touareg. Obwohl sogar noch um einen Hauch länger und breiter als seine Vorgänger, haben die VW-Designer das frische Flaggschiff deutlich schlanker verpackt. Sein Auftritt ist nun wesentlich unprätentiöser, zugleich lässt der edle Zweitonner nicht an seiner Wirkung zweifeln. Einer muss eben immer der Chef sein, und das ist in in diesem Fall das Technik-Genie aus Wolfsburg.

VW Touareg Elegance TDI 4MOTION

Preis: 71.890 Euro (Preis Testwagen: 83.866 Euro).
Motor: V6-Turbodiesel, Hubraum 2967 ccm, Leistung 170 kW/231 PS bei 3800 U/min. Max. Drehmoment 500 Nm bei 1750 U/min.
Kraftübertragung: Achtgang-Automatik, Allradantrieb.
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 7,5 Sekunden, Spitze 235 km/h.
Testverbrauch: 7,7 Liter/100 km.
Abmessungen/Gewichte: 4878/1984/1717 mm L/B/H, Radstand 2904 mm, Gewicht 2070 kg, Kofferraum 810-1800 l, Tank 75 l.
Ausstattung: Sechs Airbags, elektr. Stabilisierungskontrolle ESC, automat. Distanzregelung ACC, Berganfahr- und Bergabfahrhilfe, Regensensor, Spurhalteassistent, autom. Sperrdifferenzial etc. Mehrausstattung: Innovision-Cockpit (3614 Euro), Luftfahrwerk und Allradlenkung (3411 Euro) etc.

 

Fakt ist: In Summe aller Eigenschaften, in dem, was er kann, zu leisten vermag und an technischen Raffinessen bietet, legt der Touareg die Latte. An seinen Qualitäten muss sich der Wettbewerb wohl messen. Ich fange einmal bei jener Disziplin an, in der mich der Touareg am stärksten beeindruckt hat: der Langstrecke. Als Reisewagen ist der Touareg einfach eine Wucht. Ich rede vom Komfort und der Geschmeidigkeit im Abrollen, aber auch vom Wegfiltern aller Geräusche. Gleichzeitig staunt man über die Fitness und Wendigkeit, wie er präzise lenkt und verzögert.

Die Extraklasse verdankt der Touareg freilich der Luftfederung und der Allradlenkung, die sich Volkswagen zusätzlich mit 3411 Euro bezahlen lässt, aber das Geld wert sind. Wie auch die meisten der Assistenzsysteme, die Volkswagen gesammelt ausrollt. Der absolute Hit auch: das Innovision Cockpit mit digitalen Anzeigen und zentralem Riesenbildschirm, für das 3614 Euro zusätzlich aufgerufen werden. Das ist wirklich ganz großes Kino, sofern man die Bedienung einmal verstanden und intus hat.

Mehr darüber werden Sie an dieser Stelle aber bald von meinen Freunden der Motorredaktion erfahren, die das 231-PS-Schmuckstück gerade im Dauertest haben. Und sie werden auch davon erzählen, was der Touareg Offroad draufhat. Bisher zeigen alle Daumen nach oben: inklusive der 7,7 Liter im Schnitt, die auch okay sind.

Kommentare (18)

Kommentieren
baumi1000
1
1
Lesenswert?

seid doch froh das es leute gibt die solche

ps -starken autos kaufen ,denn diese zahlen uns mittels kfz steuer und durch den mehrverbrauch an sprit die strasseninfrastruktur

wenn jeder mit 75 und 90 ps autos durch die gegend zuckelt so wie ich würde die kfz steur wahrscheinlich doppelt so hoch sein

Antworten
zyni
1
6
Lesenswert?

Schaut sehr brav aus oder langweilig,

totales understatement für sehr viel Geld. Porsche ist cleverer. Kleben Porsche statt VW drauf und bekommen um 30.000 Euro mehr.

Antworten
scionescio
0
4
Lesenswert?

Ist doch perfekt für Zahnärzte & Co., die ihre Kunden nicht mit einem protzigen Auto vergraulen wollen ...

... und trotzdem ein qualitativ hochwertiges Fahrzeug mit dem aktuellen Stand der Technik haben wollen.
Eine lebensgefährliche Schrottkiste mit unterirdischer Qualität namens Tesla X kostet beinahe das Doppelte und kommt im Winter keine 200km weit ... so gesehen, ist der Touareg ein Schnäppchen ;-)

Antworten
gonde
11
7
Lesenswert?

Ein VW Touareg um €86.000 (ATS 1.140.000.-) ist eigentlich eine Frechheit!

Aber die Bl..en, kaufen es noch teurer von BMW etc. Oder glaubt auch nur einer, daß andere in Erfurcht erstarren, weil er einen Touareg fährt?

Antworten
Redridinghood
0
2
Lesenswert?

86.0000€

zahlt NEU eh keiner die sind alle geleast und nach 2 Jahren kostet der Wagen keine 40.000€ mehr!

Antworten
Carlo62
6
11
Lesenswert?

Der Neid ist ein Hund

.

Antworten
Stratusin
5
2
Lesenswert?

Aber nicht auf

einen Volkswagen!

Antworten
Redridinghood
12
8
Lesenswert?

Danke an Röhrl der bekanntlich bei Prosche (VW) unter Vertrag ist

für seine ehrlichen Beurteilung von VAG Fahrzeugen.
Jeder der beim Schummelkonzern einkauft ist selber Schuld!

Jedes Fahrzeug steht auf einer Plattform die ausgelutscht ist bis zum geht nicht mehr!
Die selben Fahrzeuge kosten beim Skoda/Seat wenig beim VW mehr und bei Audi ist dann nochmal ein Mega Aufschlag. Wo sich VW komplett ins Fäustchen lacht wenn jemand einen A2,Q2,A3, Q3, kauft der bessere Materialaufpreis steht in überhaupt keiner Relation zum Verkaufspreis. VW most made in CZ, Mexiko, Ungarn,

7,7 l bei V6 3L Motor ganz bestimmt! aber bei -30km/h

Antworten
baumi1000
0
0
Lesenswert?

fazit der plattformstrategie und derverkaufspolitik von vw ist ..

man kauft oder hat vw aktien

Antworten
Carlo62
0
2
Lesenswert?

Ich fahre meinen Q7 mit V6 und 282PS

im Sommer mit 6,9-7,1 l/100km und im Winter mit 7,3-7,5 l/100km. Ich fahre zumeist im Eco-Modus und vorausschauend und innerhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten. Es ist halt so, dass ein ständig am Leistungslimit gefahrener Kleinmotor auch nicht viel weniger verbraucht als ein V6, der immer so um 1200 bis 1400 U/min schnurrt.

Antworten
scionescio
2
4
Lesenswert?

Die 7,7Liter sind nicht schlecht aber auch nicht besonders ...

... die letzte Dieselgeneration von BMW und Mercedes kann das deutlich besser: mit einer 2Tonnen E-Klasse und maximal Autobahngeschwingigkrit kommt man mit ca. 5Litern Diesel aus - es gibt halt zur Zeit keinen effizienteren und in Summe sauberen Antrieb als einen modernen Diesel.

Antworten
Redridinghood
4
2
Lesenswert?

jaja ihr Sonntagsfahrer

nach dem in meiner Garage auch ein X1 190PS steht

das ist ein 2.0L 4 Zylinder der nicht unter 7,5L zu bewegen ist könnt ihr eure
Angaben zum Verbrauch sparen! Wenn man fährt und nicht hinter einem LKW nachschleicht damit man mit seinem niedrigen Verbrauch am Stammtisch trumpft
Frage ich mich, wozu einen V6 mit 3L und dann 130km/h auf der Autobahn?
Dafür genügen 150PS vollkommen

Top Leistung Carlo es gibt übrigens nur 272 oder 286PS im Q7 aber egal!

Antworten
Carlo62
0
1
Lesenswert?

Kann sein, dass bei Bj 2017 noch 272 PS waren...

...interessiert mich aber nur am Rande, weil Leistung hat das Teil genug :-)
Und übrigens: da ich zumeist in Österreich fahre kann/darf ich nicht schneller als 130km/h fahren; denn "Deppensteuer" zahle ich sicher nicht. Mag sein, dass andere um 4 Minuten schneller von Graz in Wien sind und dann 5 Autos vor mir im Stau stehen. Dafür brauche ich aber um 3-4 l/100km und 1 Radarstrafe je Fahrt weniger als viele andere! Und mit dieser Ersparnis finanziere ich mir halt das 122.000 Euro Teil :-))

Antworten
Redridinghood
2
0
Lesenswert?

geile Aussage

"ich bezahle keine Deppensteuer" aber knapp 1460€ im Jahr an KFZ Steuer zahlen aber Angst vor Strafen haben -- weil geil ist das den!
bei 150PS wäre es knapp 658€ im Jahr ! Tipp als Schleichter und Sparfuchs auf 150Ps umsteigen!
jajaja ihr 122.000€ Auto ist eh geleast, anders wäre es ein wirtschaftlicher Fehler!

Antworten
Carlo62
1
0
Lesenswert?

Weist Du,...

...ich leiste mir den Q7 damit ich im Fall der Fälle so einen X1 mit 190PS notfalls im Kofferraum mitnehmen kann ;-)
Dafür zahle ich gerne ein paar Euro mehr an KFZ Steuer.

Antworten
Redridinghood
0
1
Lesenswert?

macht nix

ich hab noch was anderes in der Garage stehen der X1 ist für die Frau :-)
eine gute Idee wenn dir bei 130km/h die Hosen voll sind, spring ich raus und fahr dann so schnell der Begrenzer es zulässt!

Antworten
Stratusin
1
6
Lesenswert?

Schon komisch

wenn ein Mitarbeiter in den Zeitungen seinen Testbericht abgibt, über ein Auto das sein Brötchengeber herstellt. Vielleicht auch noch an der Entwicklung beteiligt war.
Normaler weise musste er wegen Befangenheit solche Tests ablehnen.

Antworten
duesentrieb1
8
12
Lesenswert?

Mit einem Volkswagen...

... muss sich niemand mehr messen. Außer bei Betrug und bei Skandalen.

Antworten