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E-MountainbikenWie gefährlich der Trendsport wirklich ist

Mountainbiken, vor allem mit Elektrounterstützung, liegt im Trend. Mit der Geschwindigkeit steigt aber auch die Gefahr schwerer Verletzungen.

© Dewald/stock.adobe.com
 

Mountainbiken liegt im Trend. Rund 120.000 Personen üben diesen Sport in Österreich bereits aus. Und auch hier schlägt sich der Trend zum E-Bike nieder: Jeder Zehnte ist mit Elektrounterstützung in den Wäldern unterwegs. Und sie verletzen sich im Durchschnitt schwerer als Pedalritter, die sich mit Muskelkraft fortbewegen.

Der Großteil der verletzten Mountainbiker sind laut Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Recht & Normen im Kuratorium für Verkehrssicherheit, Männer im Alter von 20 bis 44 Jahren. Allerdings lässt sich anhand der ersten Verletzungstrends feststellen, dass der Altersdurchschnitt höher und auch der Anteil der Verletzungen bei Frauen wesentlich größer ist.

Die häufigsten Mountainbike-Verletzungen

  • Fast drei Viertel aller Verletzungen von Mountainbike-Fahrern passieren durch einen Sturz nach vorne (73 Prozent). Unfälle zur Seite (24,7 Prozent) oder gar rückwärts (1,8 Prozent) passieren deutlich seltener.
  • Der Sturz nach vorne ist dabei nicht nur der häufigste sondern auch der gefährlichste, da die Geschwindigkeit bergab meist deutlich höher ist. So passieren dabei 84 Prozent der Knochenbrüche und 90,9 Prozent der Gehirnerschütterungen.
  • Drei Viertel aller Verletzungen sind  Schürfwunden, Platzwunden und Prellungen der unteren Extremität.
  • Im Bereich der Schulter, Arme und Hände kommt es am häufigsten zu Frakturen (12 Prozent). Speziell bei Downhill-Fahrern sind Rippenfrakturen das größte Risiko. Aber auch das Schlüsselbein leidet häufig, gefolgt von Finger- und Unterarm- und Handgelenksfrakturen.
  • Jede siebte Verletzung betrifft die Bänder.

Fehleinschätzung und Selbstüberschätzung zählen zu den Hauptunfallursachen. Beim E-Mountainbiken kommt als zusätzliches Risiko noch mangelnde Technik und Vorbereitung und in weiterer Folge Überforderung durch die Motorleistung hinzu.

„Mit dem Trend zum E-Mountainbike verbreitert sich die Zielgruppe stark, da damit auch ungeübtere Radfahrer, Familien und Personen mit schwächerer Kondition die Möglichkeit haben, mit dem Mountainbike die Natur zu erleben“, erläutert der ehemalige österreichische Radprofi Gerhard Zadrobilek im Rahmen eines E-Mountainbikeworkshops. „Damit gerade auch Anfänger und ungeübtere Personen sicher auf den Trails unterwegs sein können ist es umso wichtiger, die richtige Fahrtechnik vorab zu erlernen und zu üben.“

Nur knapp 70 Prozent der E-Mountainbiker tragen zum Unfallzeitpunkt einen Helm, während die Tragequote beim regulären Mountainbiken bei rund 87 Prozent liegt. „Gesetzlich vorgeschrieben ist das Tragen eines Radhelmes nur für Kinder bis 12 Jahren auf öffentlichen Straßen und Forststraßen", erklärt Kaltenegger. Schon ein Aufprall mit der für Elektrofahrräder erlaubten maximalen Bauartgeschwindigkeit von 25km/h entspricht ungeschützt und ungebremst gegen ein Hindernis einem Sturz aus 2,5 Metern Höhe.

Bei Elektrofahrrädern bzw. E-Mountainbikes mit einer Leistung von mehr als 600 Watt bzw. einer Motorunterstützung von mehr als 25km/h handelt es sich rechtlich gesehen nicht mehr um Fahrräder, sondern um nicht zugelassene Kraftfahrzeuge, welche einen Versicherungsschutz und ein Kennzeichen benötigen. Mit einem derartigen Fahrzeug auf öffentlichen Wegen und Straßen unterwegs zu sein ist eine strafbare Handlung.

Sicherheitstipps für E-Mountainbiker

  • Nicht nur Fahranfänger, auch Fortgeschrittene sollten bei Kursen die richtige Technik fürs Kurvenfahren und Bremsen lernen.
  • Stets einen Fahrradhelm tragen, eventuell mit Vollvisier für Downhill-Biken.
  • Die richtige Schutzkleidung umfasst auch Handschuhe und bruchsichere Brillen.
  • Finger weg vom Tuning der E-Bikes. 
  • Nicht nur ob das Fahren auf der Strecke überhaupt erlaubt ist, muss man vorab bedenken, sonder auch, ob man ihr körprlich und technisch gewachsen ist.
  • Rutschigen Untergrund nach nasser Witterung meiden.

Im Fall eines Unfalls stellt sich die Frage, wer hier die Verantwortung trägt. In der Regel liegt diese beim Mountainbiker selbst, da der überwiegende Teil der Unfälle auf Fehlverhalten des Mountainbikers zurückzuführen sind. Grundeigentümer bzw. Wegehalter haften nur in Ausnahmefällen.

Bei unerlaubter Benützung eines Weges liegt die Haftung in jedem Fall beim Mountainbiker. Ist ein Weg zur Benützung von Mountainbikern freigegeben, so haftet der Grundeigentümer bzw. Wegehalter nur dann, wenn vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten seinerseits vorliegt.

Kommentare (5)

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Hildegard11
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Haftung

Es KANN nur der Radfahrer schuld sein, wenn er/sie wie verrückt durch die Natur braust und dann stürzt. Endlich EIGENVERANTWORTUNG.

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hermannsteinacher
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E-Mountainbiken

gehört untersagt.

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Aleksandar
28
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E-Mountainbike

Dass Mountainbiker häufig quer durch Wälder brausen, ohne Rücksicht auf Tiere und Pflanzen, oft auch Wanderer/innen - besonders kleine Kinder - gefährden, wird so ziemlich ignoriert. Nun brausen sie (und andere Radfahrer/innen auch noch mit "e" durch die Gegend. Still und schnell zischen sie an einem vorüber und haben oft ihr Fahrzeug nicht im Griff. Auch wird wohlwollend zur Kenntnis genommen, wie das angeblich "saubere" "e" mit zur Vernichtung der Umwelt beiträgt: Gewinnung von Rohstoffen für Akkus, Entsorgung der Akkus, Gewinnung von zusätzlich notwendiger Energie (anstatt mit "erneuerbarer" Energie andere zu erstzen). Man sieht, dass zwar viel über Klimawandel dischkuriert wird, dass aber viel (sehr, sehr viel) zu wenige bereit sind, dafür etwas zu tun. Viel Spaß noch beim "E-Biken" bei knapp 40 Grad und Trockenheit in unseren Wäldern!

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tosonny
3
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Bissl zur Richtigstellung

1) KEIN Mountainbiker braust quer durch Wälder, sondern nur auf bereits bestehenden Wegen. Alles andere funktioniert nicht, ist unlustig und macht daher keiner freiwillig. 2) Daher ist eine gesonderte Rücksicht auf Pflanzen nicht wirklich erforderlich. Sie können gerne erläutern, welche Pflanzenschäden man mit dem Bike so anrichtet. 3) Die Rücksicht auf Tiere ist genauso wenig bzw viel erforderlich, wie von Wandersleuten. Auch hier können Sie gerne fundierte Fakten liefern. Ihr restliches Geschreibe gilt nur dann, wenn jemand, der gesund genug ist, sich ein EBike NUR zum Geländebiken kauft. Sobald er das Rad auch für viele Alltagswege verwendet und somit das Auto ersetzt, sind das keine Argumente gegen Ebikes mehr. Da der Wind aber offensichtlich wo anders her weht, geht es Ihnen ohnehin weniger um das Thema Ökologie und Gesamtschau als gegen achso böse Mountainbiker herzuziehen.

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Aleksandar
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Erst denken

ad 1) Ich könnte Ihnen, lieber Mountainbiker, in den Wäldern um und in Graz genügend von braven Mountainbikern "erfahrene" Wege quer durch den Wald zeigen. Schade, dass man hier kein Bild hochladen kann; ich hätte deren genug.
ad 2) Mountainbiker reißen das Wurzelgeflecht der Pflanzen auf.
ad 3) Wandersleute sehen Tiere auf ihrem Weg. Wenn etwa ein Feuersalamander über den Weg trottet, eine kleine Kröte mitten auf dem Weg sitzt, eine Blindschleiche dahinschlängelt, sehen Wandersleute diese Tiere. Welcher Mountainbiker kann in voller Fahrt einem Tier ausweichen - bzw. sieht es überhaupt? (Fakten? Überfahrene Tiere mitten im Wald. - Reicht das?)
Ihr Rest: Rationalisierung. Falls Sie nicht wissen, was ich damit meine, melden Sie sich wieder; ich erläutere das gerne.

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