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Im Test Wie sich das Wasserstoffauto Hyundai Nexo fährt

Wasserstoff und Brennstoffzelle werden das batteriebetriebene E-Auto konkurrenzieren - wird behauptet. Wir sind eines der ersten Modelle gefahren: Hyundais Nexo.

Der Hyundai Nexo im Test © OLIVER WOLF
 

Neulich, an einer der wenigen Wasserstoff-Tankstellen in Südösterreich: „Ich halte mir einmal die Ohren zu, bevor das Auto explodiert“, sagt ein Beobachter, der sich an einem Bier festhält und grinst. Ein Lustiger halt. Aber auch ihm kann man erklären: Der Wasserstoff befindet sich in crashsicheren Behältern, die auch Feuer- und Schusstests ausgehalten haben sollen. Der Nexo hat außerdem die vollen fünf Sterne beim Crashtest geholt und die Hindenburg ist längst Geschichte. Denn Wasserstoff und Brennstoffzelle gelten als alternativer Antrieb der Zukunft. Mit dem Potenzial, dem E-Auto bei Nutzfahrzeugen oder bei Langstreckenfahrten mit einem Pkw klar überlegen zu sein.

Modellvorstellung: Hyundai Nexo

2018 bringen die Koreaner bereits die zweite Generation auf den Markt, die dem ix35 Fuel Cell nachfolgen soll und die unter dem Namen Nexo läuft.

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Unter dem Blech arbeitet die vierte Generation der hausintern entwickelten Brennstoffzellentechnologie. Durch die Verbesserung der Leistung des Onboard-Kraftwerks, der Reduzierung des Verbrauchs und die Optimierung der Schlüsselkomponenten wird die Effizienz des Fahrzeugs im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert.

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Das neue SUV verfügt über einen Wirkungsgrad von 60 Prozent, was einem deutlichen Anstieg gegenüber den 55,3 Prozent des Vorgängers entspricht. Mit einer verbesserten Systemeffizienz erzielt das neue Modell mit einer einzigen Ladung eine Reichweite von 800 Kilometern.

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Das neue Modell hat eine Leistung von 163 PS, das sind 20 Prozent mehr als beim Vorgänger. Darüber hinaus wurden die Kaltstartfähigkeiten für Temperaturen von bis zu minus 30 Grad deutlich verbessert.

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Die nächste Generation des Wasserstoffspeichers hat signifikante Fortschritte bei der Lagerung und Betankung gemacht: Der Treibstoff wird nun in drei gleichgroßen Tanks gespeichert statt wie bisher in zwei mit unterschiedlichen Größen.

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Bis 2021 wollen die Koreaner 14 elektrifizierte Modelle bringen. Die Elektro-Version des SUV Kona mit rund 400 Kilometern Reichweite ist eines von vier batterieelektrischen Fahrzeugen, dazu kommen fünf Hybride, vier Plug-in-Hybride und der Brennstoffzellenstromer. Nach dem Jahr 2021 sei ein E-Auto geplant, das bis zur nächsten Aufladung 500 Kilometer fahren können.

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Der flüssige Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt. Das System ist von der Emissionsseite betrachtet dann sinnvoll, wenn man den Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen produzieren kann - wie beim Strom für ein Elektroauto eben.

Der Nexo beeindruckt, natürlich: Die Türgriffe bewegen sich elektrisch aus der Tür, Biomaterialien wurden beim Interieur auch verarbeitet, die Mittelkonsole ist übersät von Knöpfen, aber logisch angeordnet. Erste Erkenntnis? Ein Auto mit Brennstoffzelle fährt sich wie ein E-Auto, leise, unauffällig, und mit dem nötigen Nachdruck, wenn man aufs, na ja, Wasserstoffpedal steigt (163 PS, 395 Nm Drehmoment).

Der Verbrauch hängt stärker von der Fahrweise ab als erwartet - vor allem bei Tempo 130. Und wenn man nach Villach will, aber das Navi-System einem in Velden freundlich zeigt, dass die einzig verfügbare Tankstelle im Umfeld sich doch in Graz befindet und der Wasserstoff vielleicht nicht reichen könnte, dann blubbert man mit einem 80er auf der Autobahn retour.

Das Tanken bei einer der raren Wasserstoff-Tankstellen kommt einem seltsam vor, beim ersten Mal. Vor allem, wenn sich ein Zuschauer aus sicherer Entfernung tatsächlich die Ohren zuhält und die wummernde Geräuschkulisse befremdlich klingt. Aber in drei Minuten ist der Spuk vorbei (41,31 Euro kostet der Volltank), schneller als jede Ladung für ein E-Auto. Der Biertrinker freut sich jetzt wie ein Hutschpferd, dass nix passiert ist, und Kärnten kann kommen. Jetzt, mit vollem Tank, müssten sich rund 500 Kilometer im Realbetrieb ausgehen (660 km laut WLTP-Zyklus).

Kommentare (7)

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fwf
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Einseitig

Die Autos sind abgasfrei - so weit,so gut. Aber woher kommt die Energie für die Produktion des Wasserstoffs ? Aus der Steckdose ?
Die dafür aufzuwendende Strommenge wird wohl aus erneuerbaren Quellen nicht herstellbar sein. Teufelskreis !

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CuiBono
0
10
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So irgendwie

erinnert mich die "Hype" um die E-Batterien Autos an die Energiesparlampen - die aus der mit Gewalt durchgeboxten ersten Generation, die mit dem hochgiftigen Quecksilber.

LED war damals schon serienreif, trotzdem wurden die Quecksilbergiftler legistisch in den Markt gepresst.

E-Batterie Autos können nur eine relativ kleine Nische bedienen. Als Klein-PKW auf Kurzstrecken bzw. in Leistungssparvariante für Mittelstrecken. Alles andere ist mit den derzeitigen Akkusystemen - und wirklich bahnbrechend anderes ist nicht in Sicht - nicht machbar.

Langstrecke, Bus und Schwerverkehr, Baumaschinen und Sondervehikel - dafür muss und wird die Wasserstoff-Brennstoffzelle kommen.
Eine ausgereifte und jederzeit einsetzbare Technologie.
Sofern man nur will.

Es ist vollkommen unverständlich, wie einseitig die europäische und lokale Politik hier agiert. Mit mangelndem Wissen und Möglichkeiten hat das nix zu tun.
Umso mehr mit dreckigem Lobbyismus pur.

Nochmals im Klartext - es sind "unsere" Politiker, die für diese Fehlentwicklung die Verantwortung tragen.

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tom2
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2
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@cui

Das ganze wird noch spannender wenn man bedenkt , dass man an der TU-Graz bereits (ich denke) 2004 zusammen mit der OMV eine Wasserstofftankstelle eröffnete, bereits zuvor an der Brennstoffzelle forschte und BMW damals auch einen fertig entwickelten thermischen Wasserstoff Motor hatte und für Testzwecke zur Verfügung stellte. Das wäre eigentlich auch die perfekte Brückenlösung für die Deutsche Autoindustrie gewesen. Es scheint das alles wurde irgendwie abgewürgt... Hier hat man in Europa definitiv 10 Jahre Technologievorsprung leichtfertig verschenkt.

Ich denke die Zukunft wird aber nicht rein H2 sein sondern ein Mix aus kleiner Batterie (daheim bzw. überall aufladbar) mit ~150km Reichweite und H2 Brennstoffzelle für Mittel- und Langstrecken. Mit dem Mix kann man sich dann auch ein dichtes und teures H2 Tankstellennetz sparen -in Städten und an Autobahnen würde reichen.

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Redridinghood
3
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die Zukunft welche die Regierung nicht fördet

keine Tankstellen, aber wichtig die Elektromobilität fördern!

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scionescio
2
12
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In Deutschland wird alle 2 Wochen eine Wasserstofftankstelle eröffnet ...

... und Kalifornien fördert Wasserstoff mit Milliarden - aber bei uns werden Dank einer gut funktionierenden Lobby Milliarden an Steuermitteln in eine Übergangstechnologie verschwendet, damit ein paar Schmarotzer toll beschleunigen können und sich die Energiewirtschaft irgendwann einmal eine goldene Nase verdient - bis dahin werden halt die Strompreise für alle erhöht.
Und für den Sondermüll Akku finden wir irgendwann schon noch eine Lösung ... vielleicht!

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rand
2
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Elektro

ist eine Sackgasse. Die Zukunft gehört dem Wasserstoff.

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scionescio
1
8
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Nicht der Elektromotor ist eine Sackgasse, sondern der Akku als Energiespeicher und die dazu notwendige Infrastruktur zum Laden ist eine Sackgasse!

Wasserstoff erzeugt in einer Brennstoffzelle den notwendigen Strom für einen Elektromotor und dient als gut geeigneter und leicht verteilbarer Energiespeicher, wenn gerade ein Stromüberschuss besteht.

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