WALTER RÖHRL TESTETMit der Giulia gibt Alfa Vollgas

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester über die neue Giulia von Alfa Romeo.

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Walter Röhrl über die neue Giulia
Walter Röhrl über die neue Giulia © Oliver Wolf
 

Ein Neubeginn sollte es sein: Der Name Giulia beschwört die alten Zeiten, als Alfa noch eine magische Marke war. Mit der alten Giulia hat man heute freilich nur noch den Namen gemeinsam - und eben die Erinnerung an eine glorreiche Vergangenheit.

Bekannt ist: Alfa hat große Pläne für die Zukunft gemacht. Ein SUV wird genauso kommen, der US-Markt soll aufgerollt werden. Entscheidungen, die logisch klingen. Der SUV-Markt wächst. Wenn ich eine Marke wieder in Schwung bringen möchte, brauche ich diese Modellvariante in meinem Programm.

MODELLVORSTELLUNG: ALFA ROMEO GIULIA

Alfa Romeo Giulia

Nach der Quadrifoglio-Version, die wir seit dem letzten Sommer kennen, hat stellt Alfa jetzt endlich auch die ganze Modellpalette der Giulia ins Rampenlicht.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Die viertürige Limousine ist in drei Ausstattungsversionen (Giulia, Super und Quadrifoglio) und mit zwei Ausstattungspaketen (Sport und Lusso) zu haben.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Dieses Datum sollten sich die Alfisti rot im Kalender anstreichen: Am 18. Juni kommt die Giulia endlich auf den Markt.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Die Preise beginnen bei 35.390 Euro. Das Topmodell Quadrifoglio startet bei 85.900 Euro.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Zu haben ist die Limousine mit dem V6-Biturbo-Benziner mit 2,9 Litern Hubraum im Topmodell.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Ein ebenfalls neuer 2.2-Liter-Turbodiesel steht ebenso zur Verfügung, der in zwei Leistungsstufen (150 PS oder 180 PS) und jeweils wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Achtgang-Automatik lieferbar ist.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Zur serienmäßigen Sicherheitsausstattung der Ausstattungslinie Alfa Romeo Giulia gehören unter anderem Kollisionswarnsystem (FCW) mit autonomer Notbremsfunktion (AEB) mit Fußgänger-Erkennung, integriertes Bremssystem (Integrated Braking System), Spurhalte-Assistent (Lane Departure Warning) und Geschwindigkeitsregelanlage (Cruise Control).

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Das Assistenz-Paket - verfügbar für Giulia und Super - bietet die Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien, Fernlichtassistent (AHB), den Totwinkel-Assistenten (Blind Spot Monitoring) mit Bewegungserkennung hinten (RCPD), Innen- und Außenspiegel automatisch abblendend sowie Parksensoren vorne und hinten.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Die Serienausstattung umfasst außerdem 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zweizonen-Klimaautomatik, Fahrdynamikregelung Alfa D.N.A. sowie das Infotainmentsystem Alfa Connect 6,5" Radio mit 6,5 Zoll großem Bildschirm.

ALFA ROMEO

Alfa Romeo Giulia

Ebenfalls für Alfa Romeo Giulia und Alfa Romeo Giulia Super verfügbar ist das Business-Paket mit elektrisch anklappbaren Außenspiegel, Parksensoren hinten und dem Infotainmentsystem  AlfaTM Connect 6,5'' Radio Nav mit 6,5 Zoll (16,5 Zentimeter) großem Bildschirm und integriertem Navigationssystem mit Europa-Kartenmaterial.

ALFA ROMEO
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Aber das sind nicht die einzigen Faktoren, die zählen, wenn man auf Dauer erfolgreich sein will: Alfa muss erstens seine Autos herausragend designen. Die neue Giulia schaut schon einmal gut aus und kommt gut an - da haben sie Geschmack bewiesen. Vorne passt's perfekt, seitlich betrachtet sieht man, auf welche Gegner die Strategie abzielt.

Das Cockpit ist übersichtlich konzipiert
Das Cockpit ist übersichtlich konzipiert Foto © Oliver Wolf

Zweitens: Die Qualität muss genauso passen, das wird die Zeit zeigen. Und drittens wird man auch technisch markante Zeichen setzen müssen. Das Potenzial ist da, das sieht man schon in der ersten Giulia-Ausgabe - und wie ernsthaft die Italiener an die Sache herangegangen sind.

Alfa Giulia 2.2 JTD

Preis: ab 33.990 Euro; Listenpreis Testauto (samt diverser Sonderausstattungen) 41.290 Euro.
Motor: 2.2 Turbodiesel 180 PS (JTDm/16V), 450 Nm Drehmoment bei 1750 U/min.
Antrieb: 8-Gang-Stufen-Automatik; Heckantrieb.
Verbrauch (MVEG): 4,2l / 100 km im Mix/Werksangabe; CO2-Emissionen: 109 g/km.

 

Nehmen wir einmal Platz: Man sitzt höher als erwartet, daran kann man sich aber schnell gewöhnen. Auch weil das Cockpit wirklich klar und übersichtlich wirkt. Auch die integrierte Navi-Entertainment-Einheit nebenan gefällt mir besser als die aufs Armaturenbrett aufgeflanschten Versionen der Konkurrenz. Die großen Schaltpaddles liegen relativ nah am Lenkrad, sie sind fix montiert - wenn man doch einmal Spaß haben möchte, weiß man im Drift immer, wo man rauf- und runterschalten muss.

Das Design der Giulia sitzt
Das Design der Giulia sitzt Foto © Oliver Wolf

Der Motor, den wir getestet haben, ist ein 2.2-Diesel und ein echter Hammer: Das Drehmoment ist exzellent, schon von unten heraus hast du viel Kraft zur Verfügung. Vom Lärm bleibt er - selbst wenn man ihn höherdreht - unauffällig. Das Ansprechverhalten ist und bleibt hervorragend, da gibt's kein Turboloch. Überzeugt hat mich auch die 8-Gang-Automatik - sie schaltet so schnell, dass es fast keinen Unterschied zu einem Doppelkupplungsgetriebe gibt. Das ist souveräne Umsetzung der 180 PS. Der Alfa lenkt fein ein, die Bremsen passen ebenso gut.

PLUS & MINUS

+ Schwungvoll. Der Motor ist das Herzstück der Giulia: Perfekte Kraftentfaltung, Topautomatik.
+ Sehenswert. Das Design passt - hier ist Alfa auf einem guten Weg.
+ Feinarbeit. Alfa hat mit viel Liebe zum Detail gearbeitet - das zahlt sich aus.

- Aufgesessen. Für so ein Auto würde ich mir eine niedrigere Sitzposition wünschen.

 

Ich habe übrigens die schärfste Giulia-Version mit über 500 Benzin-PS auch auf einer Renn- und Teststrecke bei Extrembedingungen getestet - dort hatte die Hinterachse zu wenig Einfederweg in einer Kompression, da musste man das Auto schon mit Gefühl behandeln. Deshalb habe ich bei unserem aktuellen Testauto auch ein paar Extratouren gemacht: Vollbremsung bei hohem Tempo in der Kurve: kein Problem, souverän gemeistert. Auch in Grenzsituationen blieb das Auto immer stabil. Im Normalbetrieb wird man diese Giulia nur schwer an ihre Grenzen bringen.

Es ist also ein guter Anfang. Jetzt müssen die Italiener zeigen, dass sie den langen Atem haben, so intensiv weiterzuarbeiten - eben volle Kraft voraus.

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