Seit Wochen wird über Zweck und Nutzen von Gutachten für die Teilnahme von Pferden am großen Umzug des Villacher Kirchtags diskutiert. Nun wurde ein Machtwort von „oberster Stelle“ gesprochen.
Für die 81. Ausgabe des Villacher Kirchtags wurde vom Sicherheitsexperten Herbert Wagner ein umfangreiches Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Der Gemeinderat beschloss für dessen Umsetzung einen Budgetrahmen von 220.000 Euro. Ein Detail aus dem Konzept betrifft die Pferde der Bauerngman. Laut Wagner sollten diese heuer nur mit einem Gutachten am großen Trachtenumzug teilnehmen dürfen – eine Maßnahme, die für Aufsehen sorgte. Zunächst hieß es, dass die Stadt die Kosten für die Gutachten des gerichtlich zertifizierten Sachverständigen in der Höhe von 9000 Euro übernimmt, doch Bürgermeister Günter Albel (SPÖ) präsentiert nun eine andere Lösung, die Sicherheit und einen „überschaubaren, vernünftigen Aufwand“ vereint. Er argumentiert: „Sicherheit ist extrem wichtig. Es kann aber nicht sein, dass Brauchtum und Traditionen von übertriebenen Auflagen gefährdet werden.“
Das in Kooperation mit dem Landespferdezuchtverband und der Landwirtschaftskammer erarbeitete Konzept sieht vor, dass für jedes teilnehmende Pferd und für jeden Reiter einmalig Veranstaltungserfahrung und Reitqualifikation erhoben werden. Vor Ort gibt es dann noch eine Sicherheitsunterweisung. Externe Gutachten sowie psychologische Überprüfungen werde es laut Albel nicht geben. Villachs Behördenleiterin Angelika Chmelar, die den entscheidenden Bescheid für die Durchführung der Veranstaltung ausstellt, sieht darin keine Probleme. Einwände gegen andere Maßnahmen Wagners hat der Bürgermeister nicht.
Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber zeigt sich über die neuen Pläne jedenfalls erleichtert: „Die Vernunft hat gesiegt. Es ist gelungen, eine praktikable Lösung zu erzielen, die die Fortführung einer beliebten Tradition ermöglicht.“
Auch der Kärntner Landespferdezuchtverband ist zufrieden: „Gemeinsam konnte jetzt unnötiger Verordnungswahn abgewendet und eine sinnvolle Lösung für den Brauchtumsumzug gefunden werden“, so Obmann Marjan Čik. Der Verband kritisierte die geforderten Gutachten im Vorfeld scharf. Sie betonten, dass Pferderassen wie jene, die beim Kirchtag eingesetzt werden, besonders nervenstark seien und dass dies bei diversen Prüfungen analysiert und dokumentiert wird.