„Es ist eine sehr sinnstiftende Tätigkeit als Direktorin. Ich habe sehr viel Wertschätzung erfahren“, erzählt Melitta Sokoll. Nach 42 Dienstjahren – davon mehrere Jahrzehnte an der Volksschule St. Andrä und mehr als fünf als Direktorin – geht sie am 1. September in Pension. Mitte der 1990er-Jahre hat sie an der Volksschule St. Andrä begonnen. Ihre Passion der ersten Stunde war die Integration. „Nach vielen Jahren in der Integrationsarbeit übernahm ich die Klassenführung“, so die zweifache Mutter und dreifache Großmutter .
Die Schulleitung übernahm sie 2019 – kurz vor der Corona-Pandemie: Kurz nach ihrem Eintritt sei es mit Unterstützung von Land und Gemeinde als Gebäudeverwalter gelungen, alle Klassen mit Whiteboards um 55.000 Euro auszustatten.
Im kürzlich ausgelaufenen Schuljahr gab es 157 Schüler in acht Klassen. Zum Schulschluss wurde bereits auf den bevorstehenden Ruhestand angestoßen. Wer ihr nachfolgt? „Die provisorische Leitung wird Dagmar Maier übernehmen, die ebenfalls seit Jahrzehnten in der Volksschule tätig ist“, so die 62-Jährige.
Besuch einer Olympia-Legende
Sokoll lag stets die Gesundheit von Schülern und Lehrern am Herzen, stammt sie doch aus einer sportbegeisternden Familie. Ein besonderes Projekt war das Langlaufen: Mit 55 Langlaufausrüstungen wurde den Kindern der Sport näher gebracht. „In den ersten Jahren fuhren wir zum Pirkdorfer See, später ermöglichte es die Beschneiung der Loreto-Wiese durch den 2025 verstorbenen Alfred Maier, dass alle Kinder ohne Bustransfer diesen Sport vor Ort erlernen konnten. Besonders berührt mich, dass das Enkelkind von Alfred Maier – ein ehemaliger Schüler von mir – diese Tradition weiterführt.“
Auch der tägliche Morgensport wurde vor 15 Jahren eingeführt. „Die Kinder laufen vor Unterrichtsbeginn eine Strecke von 1000 Metern“, erzählt Sokoll. Vor Kurzem war Olympia-Legende Felix Gottwald zu Gast an ihrer Schule. „Eine riesige Ehre und etwas, das mir für immer in Erinnerung bleiben wird“, so die Pädagogin.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Englischunterricht. „Meine Vision war es, früh den Zugang zur Sprache zu ermöglichen“, so Sokoll. Durch Sponsoring konnten drei geprüfte Pädagoginnen je eine Stunde pro Woche jede Klasse begleiten. Ab Herbst startet das EU-Projekt „Energia“ in Kooperation mit der HTL Wolfsberg und der TU Leoben. „Den Kindern werden spielerisch und niederschwellig erste Einblicke in Naturwissenschaft und Energiethemen vermittelt“, so Sokoll, die als „Patin“ in ihrer Pension mithelfen will.