Es ist seit Jahren ein leidiges Thema für die steirischen Gemeinden: der Leerstand. Mit verwaisten Schaufenstern, geschlossenen Geschäften und ungenützten Büro- und Wohnflächen sieht sich auch die Stadtgemeinde Deutschlandsberg konfrontiert.
Nun wollen die Grünen und Bürgerliste einen Versuch starten, die leeren Immobilien an den Mann oder die Frau zu bringen. Ihre Idee: eine digitale Leerstandsplattform integrieren. „Bis jetzt wird bei uns nur stur verwaltet, statt proaktiv beworben. Das muss sich ändern“, sagt Maria Huber von den Grünen und Bürgerliste.
Überblick per Knopfdruck
Wie ein digitales Schaufenster soll per Knopfdruck der Leerstand in der weststeirischen Bezirkshauptstadt für jeden ersichtlich werden. Dabei gehe es aber nicht nur um Objekte, die der Stadt gehören, auch andere Eigentümer sollen auf der Plattform die Möglichkeit bekommen, ihre Immobilien vorzustellen. Interessierte können sich so einen schnellen Überblick über das Angebot verschaffen und auch Kontakt aufnehmen. „Einheimische wissen ja vielleicht noch, wem welche Immobilie gehört, aber bei Auswärtigen sieht die Sache schon anders aus“, zeigt Huber auf.
Vorbild Eisenerz
Vorbild sei die digitale Plattform von Eisenerz „re-design digital“. In der obersteirischen Gemeinde wurde der Lösungsversuch bereits Ende 2025 präsentiert. Immobilien werden seither via Karten, Detailinfos und mehr digital dargestellt. Standortvorzüge damit sichtbar machen, liege dabei im Fokus.
Marc Ortner von Zukunft Deutschlandsberg findet die Idee sinnvoll. Neu sei sie nicht. Er habe schon vor fünf Jahren versucht, solch ein Modell einzuführen, sei jedoch auf Ablehnung gestoßen. „Jetzt bin ich gespannt, ob sich die Einstellung dazu geändert hat“, sagt er. In Gesprächen nach den Gemeinderatswahlen zwischen SPÖ und ÖVP waren verschiedenste Maßnahmen gegen den Leerstand ebenfalls Thema, wie Sarah Kleindienst-Krenn, ÖVP-Stadträtin, aufzeigt. Die Volkspartei befürworte die Plattform daher natürlich.
Das tue auch die FPÖ, allerdings weist der erste Vizebürgermeister Christian Siderits auch auf die Kostenfrage hin. „Wir sind für die Leerstandsbekämpfung, aber wie viele andere Gemeinden müssen auch wir sparen“, erklärt er. Sobald man die Kosten kenne, könne man jene dem effektiven Nutzen gegenüberstellen und abwiegen.
Umsetzung bis Herbst möglich
Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Anfangsphase. Wenn es nach Bürgermeister Josef Wallner von der SPÖ geht, soll sich das aber so schnell wie möglich ändern. Laut seinen Informationen von der PSC, dem Softwareanbieter der Stadt, könne man dieselbe Variante wie in Eisenerz anwenden, da sie mit der Kommunalsoftware kompatibel sei. „Das System wird einfach zu warten und zu befüllen sein“, erklärt er. Die Wartungsarbeiten übernimmt die Gemeinde. Ein Kostenangebot liegt noch nicht vor. Der Bürgermeister rechnet mit unter 1000 Euro im ersten Jahr und anschließend unter 500 Euro in den Folgejahren. Im Herbst könnte die Plattform bereits online gehen. Zuvor braucht es jedoch noch den Beschluss des Stadtrats.