Norditalien ist noch weit weg von der Steiermark, aber der Blick auf die Satellitenkarten lässt Unheilvolles erahnen: Schon in den frühen Morgenstunden war der Himmel von Mailand bis in die slowenischen Alpen mit dichten Gewitterwolken bedeckt. Diese nehmen weiter Kurs auf den Alpenhauptkamm und ziehen später weiter in das östliche Flachland. Der Steiermark drohen heute Gewitter, die bis spät in die Nachtstunden andauern und örtlich heftig sein können.
Schon am Vormittag schieben sich in der Obersteiermark immer wieder dichte Wolken vor die Sonne, der eine oder andere gewittrige Regenschauer wird im Bergland nicht ausbleiben. Der weitere Verlauf ist noch unsicher, wie oft bei solchen Gewitterlagen. Bei der Plattform „Skywarn“ sieht man besonders in der Weststeiermark und im Murtal das Potenzial für Superzellen, also rotierende Gewitterzellen mit Sturmböen, großem Hagel und Starkniederschlägen. Die rote Warnzone reicht aber bis nach Bad Radkersburg.
Meteorologe: „Punktuell kann es heftiger werden“
Wie sieht man die Situation bei den Experten der Geosphere Austria? „Ja, heute Freitag haben wir sicher das höchste Potenzial für Unwetter in dieser Woche“, sagt Meteorologe Christian Pehsl. Da wäre einerseits die energiereiche Luft und andererseits ein „frontales Signal“, also eine sich von Westen nähernde Kaltfront. Am frühen Nachmittag, so zwischen 13 und 15 Uhr, dürfte diese dann die Steiermark erreichen und auf die heißen Luftmassen treffen. Punktuell können die Gewitter heftig werden, bestätigt Pehsl das mögliche Auftreten von Superzellen.
Wo genau und wie intensiv diese auftreten, lässt sich Stunden im Voraus freilich nicht sagen. Viel hänge von der Sonneneinstrahlung und der dadurch erreichten Lufttemperatur ab – so sind in den südlichen Landesteilen bei schwüler Luft noch bis zu 32 Grad möglich. „Allerdings schieben gerade im Grazer Raum Wolkenfelder herein“, so Pehsl. Dieser Wolkenschirm wird aus Ausläufern des großen Gewitterblocks über Italien und Slowenien gebildet und könnte den Effekt wiederum abmildern. Am geringsten sei die Wahrscheinlichkeit für schwere Gewitter jedenfalls in der nördlichen und nordwestlichen Steiermark. Für das gesamte Bundesland wurde eine orange Vorwarnung ausgegeben.
Nach dem Gewitter kühlt es etwas ab
Nachdem die Gewitterfront in der Nacht durchgezogen ist, werden die Temperaturen nicht mehr so stark steigen. Am Samstag sind noch bis zu 28 Grad drin, am Sonntag kühlt es noch weiter ab. Es bleibt aber unbeständig, weiter ist mit Regenschauern und Gewittern zu rechnen.