Als Cari Cari zuletzt 2017 beim Acoustic Lakeside auftraten, kannte die Band kaum jemand. Heute füllen Alexander Köck und Stephanie Widmer Konzerthallen in ganz Europa. Für das 20. Festival-Jubiläum kehren sie mit einem besonderen Projekt zurück: Gemeinsam mit rund 15 Musikern aus der Region und einem Kärntner Männerchor bringen sie ihre Songs in einer völlig neuen Besetzung auf die Bühne.
Dafür wurde am Donnerstag im Kulturzentrum KPD Šmihel in St. Michael ob Bleiburg/Šmihel pri Pliberku bei heißen Temperaturen mit Südkärntner Orchester und Chor den ganzen Tag fleißig geprobt. Wir waren dabei. In einer Pause standen uns Cari Cari, die aus dem Burgenland und der Steiermark stammen, Rede und Antwort.
Videos von den Proben
„Das Acoustic Lakeside war damals eines der ersten Festivals, die uns überhaupt wahrgenommen und gebucht hat“, erinnern sich die Musiker. „Das war ein Knackpunkt in unserer Karriere.“ Deshalb sei für das Jubiläum schnell klar gewesen, dass man etwas Besonderes machen wolle.
Nach einem früheren Projekt mit dem Radio-Symphonieorchester entwickelte die Band gemeinsam mit dem Festivalverein ein erweitertes Bühnenkonzept. „Wir wollten, dass es richtig Spaß macht – mit großem Schlagwerk, Pauken und allem, was dazugehört. Die Leute haben ein extrem gutes Ensemble zusammengestellt. Wir sind total begeistert.“
Musikalisch bleibt Cari Cari dabei ihrer Handschrift treu: „Wir haben die Band mit dem Ziel gegründet, dass unsere Musik einmal in einem Tarantino-Film vorkommt.“ Inspiration seien die Soundtracks von Ennio Morricone. „Wir wollten diesen cineastischen Sound der Westernfilme der 1960er-Jahre.“
Besonders schätzen die beiden die Atmosphäre des Festivals. „Das Acoustic Lakeside hat ein Publikum aus echten Musikliebhabern. Da spielt die erste Band am Nachmittag und alle hören aufmerksam zu. Das ist etwas Besonderes.“
Mit Argwohn beobachten die Musiker hingegen die zunehmende Kommerzialisierung vieler Festivals. „Immer mehr kleine Festivals verschwinden. Stattdessen gibt es die große Sponsorenbühne und überall Brand-Activations. Für neue Bands bleibt immer weniger Platz.“
Auch die von der Finanzpolizei forcierte Diskussion um ehrenamtliche Helfer beim Acoustic Lakeside verfolgen sie aufmerksam. „Es geht gar nicht darum, dass Festivals Unterstützung bekommen – sondern darum, dass man ihnen keine Steine in den Weg legt.“ Gerade Regionen außerhalb der Ballungsräume profitierten von solchen Veranstaltungen. „Wenn sich Menschen zusammentun und so etwas auf die Beine stellen, sollte man froh darüber sein – für die Wirtschaft, den Tourismus und die Kultur.“
Dass Cari Cari heute europaweit erfolgreich touren, führen sie auch auf Festivals wie das Acoustic Lakeside zurück. „Ohne solche Bühnen hätten Bands wie wir oft gar nicht die Chance, ihr Publikum zu finden.“ Vor ihrem speziellen Auftritt am Freitag um 22.40 Uhr genießen Widmer und Köck vor allem die besondere Stimmung am Sonnegger See. „Es fühlt sich sofort wie eine Familie an. Alle sind freundlich, alle helfen zusammen – wir freuen uns riesig, wieder hier zu sein.“