2500 verkaufte Tickets sind nun wirklich kein Nova Rock. Wer sich im Kulturbetrieb dieser Größenordnung auch nur ansatzweise auskennt, weiß, dass eine Veranstaltung wie das Acoustic Lakeside auf die ehrenamtliche Unterstützung Freiwilliger angewiesen ist. Selbstverständlich müssen mithelfende Vereinsmitglieder nicht auch noch Eintritt zahlen und werden entsprechend verpflegt. Darin hat die Finanzpolizei wohl ihren großen Coup gewittert, mit dem sie jüngst vorm Verwaltungsgerichtshof abblitzte. Zu Recht – denn alles andere hätte das Aus jeglichen kleinstrukturierten Kulturbetriebs bedeutet. Insbesondere im strukturschwachen ländlichen Raum.

Aus dieser finanzpolizeilichen Verfolgung ehrenamtlichen Engagements spricht ein autoritär-bürokratischer Ungeist, der sich nicht vorstellen kann, dass Menschen ihre Arbeit aus ideellen Gründen unentgeltlich zur Verfügung stellen und sich niemand daran bereichern will. Idealismus und die Freude daran, kostendeckend ein Gemeinschaftserlebnis mit Mehrwert für die Region auf die Beine zu stellen – und das seit 20 Jahren –, sind offenbar Konzepte aus einer anderen Welt. Nun ist die Republik gefordert, erstens den entstandenen Schaden zu ersetzen und zweitens Rechtssicherheit für jene zu schaffen, die sich in dieser Welt freiwillig und ehrenamtlich engagieren.