Seit März feilschen die Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Hotellerie und Gastronomie um den Kollektivvertrag 2026, eine Einigung ist weiter nicht in Sicht. Nun hat die Gewerkschaft vida mit Aktionismus ihrem Ärger Luft gemacht. Am Lancplatz stellten Beschäftigte und Gewerkschafter einen „menschlichen Tisch“ dar, obendrein wurden Koffer platziert – mit der Botschaft laut vida: Ohne Beschäftigte steht nichts, wer nicht fair entlohnt wird, geht.
„Nicht auf dem Rücken der Beschäftigten“
„Die Rekorde im heimischen Tourismus dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten erwirtschaftet werden. Unser Tourismus darf nicht auf Armutslöhnen aufbauen“, forderte Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida. Die vida wirft den Arbeitgebern vor, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Angebot unter der rollierenden Inflation in Höhe von 3,6 Prozent abspeisen zu wollen. An dem Protest haben am Donnerstagnachmittag laut vida knapp 300 Personen teilgenommen.
„Macht Menschen noch ärmer“
Die Gewerkschaft rechnet vor: Die niedrigste Lohngruppe im Tourismus verdient bei einer 40-Stunden-Woche aktuell rund 1645 Euro netto. „Wir können keinem KV-Abschluss zustimmen, der Menschen mit ohnehin niedrigen Einkommen noch ärmer macht“, so Eberhart. Eine Folge sei, dass immer mehr Menschen die Branche verlassen würden.