Katzen haben bekanntlich neun Leben – den Großteil davon dürften „Hope“ und „Lucky“ bereits verbraucht haben. Was die beiden Kätzchen in ihrem erst wenige Wochen alten Leben durchgemacht haben, ist unvorstellbar.

Wie berichtet wurde „Hope“ am 7. Juli von Mitarbeitern der Autobahnmeisterei Knittelfeld gerettet. Ein Lkw-Fahrer hatte das Kätzchen am Mittelstreifen der S 36 entdeckt, über Umwege landete der tierische Notruf bei Tierschützerin Elke Pichler, die wiederum die Asfinag verständigte. „Hope“ kam zu Eva Wolfsberger, die mit ihrem Verein „Aus Liebe zum Tier – Murtal“ schon Hunderten Katzen das Leben rettete.

Aus Auto geworfen

Nur zwei Tage später ging die nächste Sichtung ein: Wieder soll sich ein Kätzchen in Autobahnnähe aufhalten, diesmal bei der Autobahnraststation in St. Marein-Feistritz. Elke Pichler und Eva Wolfsberger machten sich auf die „Jagd“ und konnten das Kätzchen schließlich fangen. Das Wiedersehen der Geschwister war herzzerreißend: „Sie haben sich sofort erkannt und aneinander gekuschelt. Es war sofort klar, dass sie sich kennen“, schildert Eva Wolfsberger.

Eva Wolfsberger mit den beiden Kätzchen. Langsam fassen sie Vertrauen
Eva Wolfsberger mit den beiden Kätzchen. Langsam fassen sie Vertrauen © KLZ / Sarah Ruckhofer

Aktuell sind die rund acht Wochen alten Kätzchen bei einer Pflegestelle des Vereins untergebracht. Beide hatten mit schweren Verletzungen zu kämpfen: Blutergüsse, Prellungen, Verletzungen im Bereich des Kopfes. Dass sich die Katzen zufällig auf die Autobahn verirrt haben, glauben die Tierschützerinnen nicht: „Sie wurden sechs Kilometer voneinander entfernt aufgefunden. Es gibt in der Nähe keinen Bauernhof, es ist nicht logisch, dass sich die zwei zufällig auf eine Schnellstraße begeben,“ schildert Eva Wolfsberger. Die naheliegende Vermutung: „Sie wurden aus einem Auto geworfen.“ Das würde auch die Verletzungen erklären, denn: „Wenn ein Auto sie erfasst hätte, das wäre bei dieser Geschwindigkeit wohl tödlich.“

„Hope“ irrte mitten auf der S 36 herum
„Hope“ irrte mitten auf der S 36 herum © KLZ / Sarah Ruckhofer

Ausgesetzte Tiere bei Raststation

Ob noch weitere Kätzchen im Bereich unterwegs sind und wo sich das Muttertier befindet, ist unklar. „Bei der Raststation holen wir jedes Jahr ausgesetzte Tiere ab, das ist leider häufig,“ seufzt Eva Wolfsberger. „Hope“ und „Lucky“, so die passenden Namen für die Überlebenskünstler, erholen sich gut von den Strapazen und fassen langsam auch Vertrauen. Schon bald dürfen sie gemeinsam in ein neues, liebevolles Zuhause ausziehen – Interessenten können sich bei Eva Wolfsberger melden. Vergeben werden die Katzen mit Schutzgebühr und -vertrag.

Eva Wolfsberger wird in Kürze auch mit dem „Katzenhaus“ ein eigenes kleines Tierheim eröffnen. Die letzten Genehmigungen laufen, bis zu 50 Katzen können im Katzenhaus in Spielberg dann betreut werden. Vier Räume und eine Quarantänestation gibt es. Förderungen wird der Verein dafür nicht bekommen: Da kein Bedarf an Verwahrungsstellen besteht, zahlt das Land auch nichts dazu. „Wir sind wirklich auf Sponsoren und Helfer angewiesen“, so Wolfsberger. Ebenso dringend braucht man Futter und Katzenstreu, Decken, Handtücher und Leintücher sowie Flohmarktware für die Facebook-Versteigerungsgruppe zugunsten des Tierschutzes.