Die Erinnerungen sind schön und bleibend: 2023 bei der 151. Open Championship spielte sich Sepp Straka auf dem Royal Liverpool GC in Hoylake auf den geteilten zweiten Platz und notierte damit das mit Abstand beste Ergebnis eines Österreichers beim letzten Major-Spektakel des Jahres. Der Turniersieg war jedoch in weiter Ferne, kehrte der Amerikaner Brian Harman doch mit sechs Schlägen Vorsprung auf den Rest des Feldes in das Klubhaus zurück.
Straka hatte in Merseyside nicht nur seine Ankunft in der absoluten Weltspitze untermauert, sondern auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass mit ihm auch auf den für die britischen Inseln typischen Links-Kursen jederzeit zu rechnen ist. Auch wenn der Wiener in den darauffolgenden Jahren in Royal Troon (22. Platz) und Royal Portrush (52.) nicht mehr an den Coup von Hoylake anschließen konnte.
Verpatzte Generalprobe
Nur 43 Kilometer vom Royal Liverpool entfernt liegt der Royal Birkdale GC, wo heute der Abschlag in die 154. Auflage der Open Championship erfolgt. Straka teet um 12.25 Uhr in einem Flight mit dem Chilenen Joaquin Niemann sowie dem US-Amerikaner Kurt Kitayama auf, am Freitagabend soll zumindest der Cut zugunsten des 30-Jährigen fallen. Auch, wenn der vierfache PGA-Tour-Sieger die Generalprobe in den Sand setzte und bei den Scottish Open wie sein Landsmann Bernd Wiesberger die Qualifikation für das Wochenende verpasste.
Was die Besonderheit von Links-Kursen ausmacht? Sie zeichnen sich durch ein unebenes, von Dünen durchzogenes Profil aus, verfügen über überdimensional große Greens, gemeine Topfbunker, schwer bespielbares Ginster-Rough und sind an der Küste eingebettet. Diese exponierte Lage sorgt dafür, dass quasi stets ein gnadenloser Wind bläst und das Wetter Kapriolen schlägt. Charakteristiken, die auch Wiesberger, dem zweiten Österreicher in Birkdale, entgegenkommen: „Ich spiele gerne Linksgolf, weil man doch sehr kreativ sein muss mit seinem Spiel. Man ist natürlich den Elementen, den tiefen Bunkern und Slopes ausgeliefert. Da kann es auch schon mal etwas glücklich oder unglücklich ausgehen. Es ist einfach eine andere Art von Golf“.
Der 40-jährige Burgenländer, der aktuell nach mehreren Topergebnissen auf der DP World Tour im „Race to Dubai“ den starken achten Rang hält, schlägt heute ab 12.47 Uhr gemeinsam mit der nordirischen Legende Darren Clarke sowie dem Kanadier Corey Conners ab und prognostiziert: „Dieses Jahr ist der Platz extrem hart und schnell. Bleibt der Wind stark, gibt es mit Sicherheit keine tiefen Scores.“
Damit noch ein Blick auf die Liste der Favoriten: Obwohl er wie Straka und Wiesberger die Generalprobe bei den Scottish Open verpatzt und erstmals seit vier Jahren einen Cut verpasst hat, ist mit dem Weltranglistenersten und Titelverteidiger Scottie Scheffler ebenso immer zu rechnen wie mit Rory McIlroy. Hoch im Kurs der Buchmacher steht Lokalmatador Matt Fitzpatrick, der heuer schon drei PGA-Events gewonnen hat und in Schottland auf Platz drei gelandet ist.