Das Bierhotel Loncium in Kötschach-Mauthen ist für vieles bekannt: Für seine innovativen Wirtsleute, für seine mehrfach ausgezeichnete Brauerei und nun auch für einen außergewöhnlichen Werbeslogan. Mit den Worten: „Kein Spa. Kein Schnickschnack“, wirbt Hotelchefin Barbara Holzapfel seit Neuestem für eine „Männerauszeit“.
Wie kommt sie darauf? „Durch einen Gast. Ein Urlauber hat mir geschrieben, dass er und ein paar Männer eine Männerauszeit bei uns im Bierhotel Loncium brauchen. Da dachte ich, das ist ja eine coole Idee.“ Und schon wurde daraus ein Marketing-Gag, der auf der Plattform Instagram die Runde macht. „Die Reaktionen sind positiv und die ersten Buchungen für die Männerauszeit trudeln auch schon ein“, freut sich die zweifache Mama und Hotelierin Holzapfel.
Sie sagt ganz offen: „Wir haben keinen Spa-Bereich und so habe ich einfach aus der Not eine Tugend gemacht. Kein Schnickschnack und kein Spa passt ganz gut zu dem aktuellen Trend, wonach viele Gäste ihren Urlaub nicht mehr komplett verplanen wollen. Das Motto lautet: Einfach die Umgebung entdecken, anstatt um 9 Uhr Wassergymnastik machen und um 11 Uhr zum Yoga eilen“, meint die Oberkärntnerin. „Der unkomplizierte Männercharakter darf sich angesprochen fühlen“, sagt sie augenzwinkernd. Das Angebot beinhaltet zwei Nächte mit ein paar Zuckerln: Gutschein für ein frischgezapftes Bier im Brew Pub, Garagenplatz für Motorrad oder Bike und Brauereiführung.
Das Angebot für die Herren gilt bis mindestens Ende Oktober. Und nur, damit es einmal festgehalten ist: Natürlich gibt es im Loncium auch immer wieder Angebote für Paare und Familien. „Frauen, Kinder, Männer, alle Personen sind willkommen“, betont Holzapfel.
Ihr Hotel liegt nicht weit von der Grenze zu Osttirol und zu Italien. Umso zufriedener ist sie, dass der Plöckenpass wieder geöffnet hat. „Er ist unsere Lebensader.“
Villgratental in Osttirol
Der Slogan „Kein Schnickschnack. Kein Spa“ erinnert ein wenig an eine Erfolgsgeschichte aus dem Osttiroler Villgratental vor rund 18 Jahren. Die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ schrieb damals über Villgraten Folgendes: Hier steht nichts in der Landschaft, was dort nicht hingehört.“ Gemeint war: Keine riesige Seilbahn und keine hässliche Bettenburg. Und schon war der neue Werbeslogan der Villgrater geboren: „Kommen Sie zu uns - wir haben nichts.“ Keinen Lift, keine Staus, keinen Partylärm. Als der Zeit-Artikel mit dem Titel – „Kommen Sie zu uns - wir haben nichts“ – damals erschienen ist, drohte beim Tourismuschef das Telefon zu explodieren. Das Dorf Innervillgraten bekam auf Anhieb 500 Anfragen. Die Zeitschrift „Country“ schrieb zehn Seiten über das stille Tal in Osttirol, die „Welt am Sonntag“ schwärmte von urwüchsiger Natur, „3-Sat“ drehte eine Doku, das Universum-Team kam auch und „Geo“ widmete den Villgratern sieben Seiten. Keine Partymeile, kein Skizirkus. „Wir haben nichts – von all dem Wahnsinn“ lachte der damalige Tourismuschef und erntete vollen Erfolg.