Nur zehn Tage nach dem U23-EM-Triumph von Kanute Max Steinbrenner jubelte das nächste Kärntner Sportnachwuchsass über einen Titel. Der Wernberger fuhr bei der Bahnrad-EM in Cottbus mit seinem Wiener Partner Raphael Kokas zu Gold. Besonders beeindruckend: Es war für den erst 18-Jährigen die erste Teilnahme bei einer U23-EM. „Das Rennen war sehr hektisch mit vielen Stürzen zu Beginn, glücklicherweise waren wir nicht in diese involviert. Raphi hat mich in die letzte Runde in einer guten Position hineingeschickt“, erzählte Fugger. Auf der Zielgeraden setzte sich der Kärntner schließlich gegen den Belgier durch und durfte über EM-Gold jubeln.

Schon zum Auftakt der Titelkämpfe hatte Fugger im Ausscheidungsrennen Silber gewonnen. Das Rennen hinterließ beim Kärntner gemischte Gefühle. Ausgerechnet in seiner Paradedisziplin schien sogar Gold möglich gewesen zu sein. Doch die Offiziellen läuteten den Finalsprint eine Runde zu früh ein. „Ich habe alles gegeben, weil ich eben dachte, es wäre die letzte Runde für uns. Dann haben mir im Finale die Körner gefehlt“, erklärte Fugger. Die Enttäuschung hielt sich dennoch in Grenzen. „Ich bin stolz, dass es gleich im ersten U23-Jahr mit einem solchen Erfolg geklappt hat.“

Heimo Fugger jubelt über den Sieg, den er im Zielsprint gegen den belgischen Kontrahenten fixierte
Heimo Fugger jubelt über den Sieg, den er im Zielsprint gegen den belgischen Kontrahenten fixierte © Arne Milll/KK

Fugger, der Medaillenhamster

Dass Fugger zu den größten Radsport-Talenten Österreichs zählt, hatte er bereits im Juniorenbereich eindrucksvoll bewiesen. Gold bei der Bahnrad-EM 2024 im Punktefahren, EM-Gold und WM-Gold 2025 im Ausscheidungsfahren sowie Bronze bei den Europäischen Olympischen Sommerspielen auf der Straße.

Mit den zwei Medaillen von Cottbus hat der frischgebackene Maturant des Gymnasiums Villach St. Martin nun auch den Schritt in die U23 eindrucksvoll geschafft. Dafür verzichtete er bewusst auf die Tour of Austria, obwohl eine Etappe durch Kärnten führte. „Natürlich wäre die Teilnahme interessant gewesen. Auch, weil eine Etappe durch Kärnten ging. Aber wegen der vielen Berge war die Bahn-EM doch sportlich sinnvoller“, sagt der Kärntner, der im Vorjahr seinen ersten Straßen-Profivertrag beim Development-Team von UAE, dem Team von Rad-Superstar Tadej Pogačar, unterschrieben hatte.

Wie geht es jetzt für den Europameister weiter?

„Ende August startet die Tour de l‘Avenir, die Tour de France für U23-Fahrer. Im September folgt noch eine Rundfahrt im Oman“, erzählt Fugger, der danach wieder von der Straße auf die Bahn wechselt: „Der große Saisonhöhepunkt ist dann im Oktober, die WM in Shanghai.“