Rund 100 Jäger in einem Umkreis von rund 10 Kilometern rund ums Gumpeneck im Ennstal waren ihm seit Tagen rund um die Uhr auf der Spur. Nun ist der Wolf, der vom Land Steiermark Anfang Juli zum Abschuss freigegeben wurde, tot. „Das Tier wurde heute früh erlegt und wird jetzt zum DNA-Abgleich an die Universität für Bodenkultur in Wien geschickt“, bestätigt der Gröbminger Bezirksjägermeister Johann Trinker gegenüber der Kleinen Zeitung. An der BOKU soll nun festgestellt werden, ob es sich zweifelsfrei um jenes Tier handelt, auf dessen Konto die jüngsten Schafsrisse in der Region gehen sollen.

Ab April mehrten sich Berichte von Bauern, die die Kadaver ihrer Schafe auf der Alm fanden. Um die Tiere zu schützen, wurden sie von ihren Besitzern ins Tal geholt. Zumindest in einem Fall hat eine DNA-Probe in der Folge eindeutig belegt, dass das Tier einem Wolf zum Opfer gefallen war. Bauern berichteten aber von mehreren Vorfällen und wesentlich höheren Opferzahlen. Bei einem Lokalaugenschein mit der Kleinen Zeitung in der vergangenen Woche sprach Nebenerwerbsbauer, Jäger und Hegemeister Thomas Holzinger etwa von 40 toten Schafen. „Es waren fast alles Lamperln. Naturlich nimmt er sich die leichteste Beute“, so Holzinger.

Zwölf abgeschossene Wölfe in Kärnten seit Jahresbeginn

Das Land gab in der Folge den sogenannten Schadwolf zum Abschuss frei. In der Steiermark setzte man diesen Schritt zum ersten Mal seit Jahrzehnten. In Kärnten wurden allein seit dem Jahresbeginn 2026 zwölf Wölfe getötet, nachdem es davor zu Angriffen auf Nutztiere gekommen war. Die Entscheidung, auch in der Steiermark grünes Licht für den Abschuss eines Wolfes zu geben, wurde unterschiedlich aufgenommen. Bauern, die Tiere auf der Alm verloren hatten, begrüßten den Schritt. Tierschützer forderten, auf Herdenschutzmaßnahmen , statt auf den Abschuss des Wolfs zu setzen. Der Verein „Wölfe in Österreich“ verlangte Einsicht in die Akten im vorliegenden Fall.