Trotz wirtschaftlich unsicherer Situation hat sich die Anzahl der Firmeninsolvenzen im Raum Feldkirchen im ersten Halbjahr 2026 nur minimal erhöht. Während die eröffneten Firmeninsolvenzen um rund 15 Prozent rückläufig sind, haben sich die mangels Masse abgewiesenen Konkurse verdreifacht. Dies teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.
Im ersten Halbjahr 2026 gab es im Bezirk Feldkirchen insgesamt neun Firmeninsolvenzen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch acht Verfahren. Davon wurden sechs Verfahren beim Landesgericht Klagenfurt eröffnet, während drei Verfahren mangels Masse beim Landesgericht abgewiesen wurden. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 sind im Bezirk die Firmeninsolvenzen um 12,50 Prozent gestiegen.
Sorgen bereiten dem AKV auch im Raum Feldkirchen jene Insolvenzen, die mangels Masse abgewiesen wurden. Jene Insolvenzverfahren haben sich zum Vergleichszeitraum 2025 verdreifacht. Bei diesen Insolvenzen gibt es somit keine finanziellen Mittel mehr, um in einem ordentlichen Insolvenzverfahren eine Weiterführung der unternehmerischen Tätigkeit und die Finanzierung des Sanierungsplanes zu ermöglichen.
Fast 30 Millionen Euro Passiva
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 sind die Passiva im Raum Feldkirchen von 2,57 Millionen Euro auf knapp 29 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 gestiegen. Dies ist auf die Insolvenzen der PAYR-Gruppe in Patergassen mit vier Gesellschaften und Passiva von 16,3 Millionen Euro und die Insolvenz der Tomtegl Bergchalets GmbH in Hochrindl mit Passiva von 12,32 Millionen Euro zurückzuführen. Diese beiden Insolvenzen sind auch kärntenweit die größten im ersten Halbjahr. Die meisten von Insolvenzen gefährdeten Jobs betreffen auch die PAYR-Gruppe mit 51 Dienstnehmern. Hier wird an einer übertragenen Sanierung gearbeitet, damit diese Jobs erhalten bleiben.
Nach Branchen gereiht, entfallen die meisten Firmenpleiten im Raum Feldkirchen auf die Baubranche und die Gastronomie.
Rückgang bei Privatinsolvenzen
Die Anzahl der eröffneten Privatinsolvenzen ist im ersten Halbjahr 2026 im Raum Feldkirchen leicht gesunken. Die insgesamt anhängigen Privatinsolvenzen sind im ersten Halbjahr 2026 von 13 Verfahren auf zwölf Schuldenregulierungsverfahren gesunken, was einen Rückgang von 7,7 Prozent darstellt.
Die Passiva bei den Privatinsolvenzen sind ebenfalls im Raum Feldkirchen von 775.300 Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 643.000 Euro gesunken. Die durchschnittliche Verschuldung der Feldkirchner pendelt sich daher im ersten Halbjahr bei 58.400 Euro ein.