Der Papst befindet sich in New York, wo er irrtümlich ins Auto des jüdischen Taxifahrers Samuel Leibowitz steigt. Dieser beschließt spontan, das Oberhaupt der katholischen Kirche zu entführen und sperrt ihn daheim in die Speisekammer, die er aber bald wieder verlassen darf. Dann sitzt er mit Samuels Frau Sara in der Küche, lobt deren Suppe, hilft beim Kartoffelschälen und versteht sich auch mit den Kindern prächtig. Währenddessen formuliert Samuel seine Lösegeldforderung: Einen Tag lang muss auf der Welt Frieden herrschen. Turbulent und brisant wird das Geschehen, als Rabbi Julius Meyer und Kardinal O`Hara eingreifen.

Aberwitzige Komödie

Joao Bethencourt hat mit „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ eine ebenso aberwitzige wie intelligente Komödie geschrieben, die bei den Südkärntner Sommerspielen in Eberndorf in der Regie von Stephan Wapenhans am Donnerstag ihre Premiere feierte. Die Darsteller sind ein perfekt aufeinander eingespieltes Team, das das Stück mit Rasanz, Humor und Witz auf die Bühne stellen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Helmut Lechthaler ist ein charismatischer Papst, Heinz Koschutnig überzeugt als listiger Rabbi, Guido Hitzenhammer als betulicher Kardinal. Martin Mak legt den überdrehten Taxifahrer sehr facettenreich an. Simone Jäger hat als Samuels Frau die Situation fest im Griff und weiß vor allem, dass gutes Essen Leib und Seele zusammenhält. Elena Jenic und Jan Hrowath spielen die Kinder Miriam und Irving voller Schwung. Auch die Nebendarsteller – Hermann Kapus, Hanna Kert, Sabine Kert, Klemens Kogelnig und Josef Novak – fügen sich toll in diese flotte Truppe ein.

Am Ende erreicht Samuel sein Ziel: Es gibt Frieden auf der Welt – allerdings nur für einen Tag. Fazit: Eine gute Stückwahl und überzeugende schauspielerische Leistungen. Sehr empfehlenswert!