Monatelang kämpften die Alpin-Snowboarder um ihre olympische Zukunft, nun herrscht Erleichterung: Das Internationale Olympische Komitee hat den Verbleib bestätigt. Mehr noch: Neben dem Parallelriesentorlauf wird künftig ein Mixedteambewerb ausgetragen. Für Kärntens Aushängeschilder bedeutet das Rückenwind. „Wir sind erleichtert, mussten lange zittern. Wir sind zwar davon ausgegangen, dass wir olympisch bleiben, doch am Ende weiß man nie, wie entschieden wird“, sagt der Kärntner Fabian Obmann. Dass ausgerechnet die Nordische Kombination gestrichen wurde, beschäftigt den 30-Jährigen dennoch. „Ich hätte nie gedacht, dass sie rausfallen. Ich finde diese Entscheidung extrem hart und schwer nachzuvollziehen. Für mich geht die Entwicklung teilweise in eine völlig falsche Richtung.“
Über den zusätzlichen Mixed-Bewerb freut sich der Polizeiinspektor, inklusive einer Einschränkung. „Natürlich ist es eine Wertschätzung für uns. Aber eigentlich sind wir mit Parallelslalom und Riesentorlauf groß geworden. Dieses Mixedteam ist derzeit ein Phänomen, letztlich sind wir aber Einzelkämpfer. Ich bin mit diesem Eins-gegen-eins-Duell aufgewachsen – das macht unseren Sport aus. Schade, dass nicht noch der Slalom aufgenommen wurde. Trotzdem müssen wir sehr dankbar sein, dass wir nun sogar zwei olympische Entscheidungen haben. Es hätte ja auch ganz anders ausgehen können.“
Während Obmann zuletzt intensiver an seinem Sportwissenschaftsstudium in Graz gearbeitet hat, richtet sich der Blick längst auf die Großereignisse. Da hat der Meiseldinger noch eine Rechnung offen. „Ich war schon WM-Vierter und heuer in Italien richtig gut in Form, aber es sollte einfach nicht sein. Wenn es sich ausgeht, möchte ich 2030 auf jeden Fall mitnehmen.“ Ein Highlight wartet bereits früher: Im März 2027 geht in Montafon die Heim-Weltmeisterschaft über die Bühne. Zuvor startet die Saison mit einem spektakulären Hallenevent in China. „Das ist einfach der Lauf der Dinge. Die Skifahrer beginnen im Oktober in Sölden, ich persönlich finde das mittlerweile zu früh“, meint Obmann. Bevor Anfang September das erste ÖSV-Trainingslager absolviert wird, geht er noch in Norwegen für mehrere Wochen auf Entdeckungsreise.
Zwei Servicemänner werden das Team wohl verlassen
Auch Martina Ankele fiel ein Stein vom Herzen. „Alex Payer hat alles Menschenmögliche getan. Er hat um unseren Sport gekämpft und alles versucht, was in seiner Macht stand. Wenn ich ehrlich bin, ist unglaublich viel von mir abgefallen – auch wenn ich immer versucht habe, positiv zu bleiben.“ Nachdem es in Livigno nicht nach Wunsch gelaufen war, erlebt die Villacherin nun einen neuen Motivationsschub. Umso größer ist die Vorfreude auf die Heim-WM. Beim dortigen Testevent, einem Europacuprennen, wusste die 23-Jährige bereits zu überzeugen.
Auch im ÖSV-Team wurden mit Umstrukturierungen und Einsparungen Weichen gestellt. Mit dem Slowenen Jure Hafner, der bereits zum Betreuerstab gehörte, übernimmt ein bekanntes Gesicht das Cheftraineramt. „Das finde ich cool. Er hat Energie ohne Ende“, sagt der Gesamtweltcup-Triumphator von 2022/23. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Zwei Servicemänner werden das Team wohl verlassen. „Das sind extrem wichtige Vertrauenspersonen. Wir haben immer gewusst, dass es am Material nicht gelegen hat – Ausreden hatten wir so keine“, grinst Obmann.