Die strahlend weiße Bank ist im Augarten bereits aufgefallen: „Plauderbankerl“, steht auf dem kleinen blauen Schild geschrieben, gemeinsam mit der Erklärung: „Wer hier sitzt, unterhält sich gerne.“ Das Projekt soll gerade in Zeiten zunehmender Einsamkeit einen niederschwelligen Ort schaffen, an dem Menschen unkompliziert miteinander in Kontakt kommen können – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation.

Umgesetzt hat die Caritas dieses Projekt gemeinsam mit der Stadt Graz vorerst als Pilot. Die Erfahrungen am Standort Augarten sollen zeigen, wie das Angebot angenommen wird. Bewährt sich das Plauderbankerl, sind weitere Standorte im Grazer Stadtgebiet geplant. „Das Plauderbankerl setzt ein deutliches Zeichen“, sagt Caritasdirektorin Nora Tödtling-Musenbichler: „In unserer Gesellschaft hat jeder und jede Platz. Und es kann auch einfach sein, ein gutes Miteinander zu erleben.“ Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) ist ebenfalls überzeugt: „Eine lebenswerte Stadt lebt nicht nur von Parks und Plätzen, sondern vor allem von den Begegnungen, die dort stattfinden.“

Die Wahl fiel auf den Augarten, weil er ein beliebter Treffpunkt für Grazerinnen und Grazer unterschiedlichster Generationen ist. Die Caritas, die bereits seit Jahren erfolgreich das telefonische Angebot „Plaudernetz“ betreibt, betreut auch dieses Projekt. Freiwillige sind jeweils am Mittwoch von 15.30 bis 16.30 Uhr als Gesprächspartnerin oder -partner vor Ort. Bei Schlechtwetter macht das Projekt Pause.

Wie in Paris: Bewegliche Parkstühle

Ein weiteres Pilotprojekt soll mehr Aufenthaltsqualität in die städtischen Parks in Graz bringen: 17 frei nutzbare Parkstühle stehen jetzt im Augarten zur Verfügung
Ein weiteres Pilotprojekt soll mehr Aufenthaltsqualität in die städtischen Parks in Graz bringen: 17 frei nutzbare Parkstühle stehen jetzt im Augarten zur Verfügung © Stadt Graz

Ein weiteres Pilotprojekt hat Schwentner aus Paris nach Graz gebracht: 17 frei nutzbare Parkstühle stehen im Augarten beim Paulschlössl bereit. Sie können innerhalb des Parks flexibel genutzt und je nach Wunsch in die Sonne, in den Schatten oder in die Nähe von Freunden gestellt werden. „Man setzt sich dorthin, wo es gerade angenehm ist, liest ein Buch, trifft Freundinnen und Freunde oder genießt einfach den Blick ins Grüne. In den Parks von Paris funktioniert das seit Jahrzehnten hervorragend. Warum also nicht auch in Graz?“, so Schwentner. Die Stühle werden im Rahmen einer Kooperation mit der Caritas betreut. Außerhalb der Nutzungszeiten werden sie versperrt und täglich wieder bereitgestellt. Wird das Angebot von den Grazerinnen und Grazern gut angenommen, können ähnliche Parkstühle künftig auch in anderen Grazer Parks aufgestellt werden.

Vorplatz beim MUWA endlich entsiegelt

Neuerung Nummer drei beim Augarten betrifft den Vorplatz des Museums der Wahrnehmung (MUWA), der wurde umfassend neugestaltet – eine langjährige Forderung des Bezirksrats Jakomini. Die Asphaltfläche wurde entfernt und durch eine versickerungsfähige Pflasterfläche ersetzt, es gibt barrierefreie Gehlinien aus geschnittenem Granitpflaster, ein Blindenleitsystem und drei neue Bäume im Schwammstadt-System. Regenwasser wird nun direkt in die Baumstandorte eingeleitet, der sädliche Gehsteig in der Friedrichgasse wurde ebenso entsiegelt.

Am Bild: Vizebürgermeiterin Judith Schwentner, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Klaus Strobl, Daniela Bischof und Robert Wiener von der Abteilung Grünraum und Gewässer sowie Philipp Rode vom Planungsbüro zwoPK
Am Bild: Vizebürgermeiterin Judith Schwentner, Bezirksvorsteher-Stellvertreter Klaus Strobl, Daniela Bischof und Robert Wiener von der Abteilung Grünraum und Gewässer sowie Philipp Rode vom Planungsbüro zwoPK © Stadt Graz