„Als ich vor 13 Jahren beim SV Afritz übernommen hatte, waren wir Stockletzter in der 2. Klasse. Jetzt messen wir uns mit jenen, die uns immer belächelt haben“, schmunzelt Obmann Artur Kahlhofer mit einem kleinen Seitenhieb in Richtung Radenthein. Der im Ligabetrieb meist größere Nachbar „versuchte immer wieder, uns Spieler abspenstig zu machen“.

Der zweite Aufstieg binnen zwei Jahren (im Vorjahr als Zweiter, heuer als Meister) ist das Ergebnis konsequenter Arbeit. „Wir haben ein Nachwuchsprojekt initiiert, aus dem sieben Spieler herausgewachsen sind, die zum Stamm der Ersten zählen.“ Das ist der Weg, den die Gegendtaler auch weiterhin bestreiten. „Wir haben jetzt ein Konzept aufgestellt, möchten unsere U10, U11 mindestens fünf bis sieben Jahre lang begleiten und ausbilden. Dafür haben wir ein eigenes Budget aufgestellt.“ Sorge, dass größere Vereine aus der Umgebung auf die jungen Talente aufmerksam werden und sie in die Städte holen, hat Kahlhammer nicht. „Wer sollte das sein? In Villach gibt es seit Jahren nichts mehr.“ Und in Spittal? „Da herrscht Stillstand“, schüttelt Kahlhammer nur den Kopf. „Ich war dort mit 18 Jahren, als Masseur. Heute bin ich 63, und im Stadion hat sich nichts verändert. Der Anstrich ist der gleiche, auch die Fliesen sind noch die gleichen Fliesen wie vor 40 Jahren.“

Fans bringen Einnahmen

In Afritz werden die Bemühungen von den Fans belohnt, rund 250 kamen im Schnitt zu den Spielen, teils begleiteten die Afritzer busweise ihr Team bei Auswärtsspielen. „Die Leute kommen, wollen ihren Sohn, ihren Nachbarn, ihren Kumpel spielen sehen“, sagt Kahlhofer. Fans bringen Einnahmen. „Wir haben unser Budget in den 13 Jahren verfünffacht, und das ohne Großsponsor. Heuer haben wir eine schwarze Null geschrieben und zugleich einen fünfstelligen Betrag aus eigener Kraft in den Verein investiert.“

Trainiert wird das Team von Robert Samonig, der in der Vorsaison mit Faakersee in die Unterliga aufgestiegen ist. Ein Glücksgriff, ebenso wie Patrick Gailer. Der Torhüter war als Elferschütze mit elf Treffern in der abgelaufenen Saison nicht nur zweitbester Scorer des Teams (hinter Eigengewächs Sandro Moser), sondern bringt sich voll ins Jugendprojekt im Verein ein. Im Hintergrund zieht der umtriebige sportliche Leiter Luca Rauter die Fäden. Ein eigenes Mädchenteam ist entstanden, ebenso wie eine Afritz-DNA. „Wir rackern, wir arbeiten gemeinsam, wir geben nicht auf. Das ,Wir‘ ist unser Schlüssel zum Erfolg“, sagt Kahlhammer.

In der neuen Saison wollen sich die Afritzer in der Unterliga etablieren, haben sich punktuell verstärkt. Von Samonigs Ex-Klub Faak kommen Moritz Prugger, Cajetan Kolig und Tobias Waldner, aus Ledenitzen kommt Filip Zupanic.