Auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (TÜPL) hoch über Judenburg ist es bei einer Schießausbildung des Bundesheeres zu einem Unfall gekommen. Ein 23-jähriger Berufssoldat aus Klagenfurt wurde dabei verletzt und ins LKH Judenburg gebracht.
Der Vorfall ereignete sich bereits am Mittwoch gegen 11.45 Uhr während eines Granatwerferschießens. In einer Aussendung der Landespolizeidirektion ist von einer Explosion einer Granate die Rede. Laut dem Kommandanten des Truppenübungsplatzes, Oberst Manfred Hofer, habe es sich jedoch nicht um eine Explosion gehandelt.
Kommandant spricht von „Handhabungsfehler“
„Die Granate ist nicht explodiert, sondern es war ein Handhabungsfehler“, erklärt Hofer. Demnach habe der Soldat beim Nachladevorgang eine weitere Granate in der Hand gehalten. Durch die kinetische Energie der bereits abgefeuerten Granate sei die zweite Granate beschädigt worden, wodurch die Verletzungen entstanden seien.
Eine Explosion der Munition sei ausgeschlossen gewesen: „Die Granate kann nicht explodieren. Sie wird erst nach rund 200 Metern Flugstrecke scharf. Das kann technisch nicht passieren“, betont Hofer.
Der Soldat erlitt Verletzungen im Bereich des Unterarms sowie Einsprengungen im Gesicht und am Arm. Er wurde unmittelbar von Sanitätern und Ärzten des Bundesheeres versorgt und anschließend ins LKH Judenburg gebracht. „Es geht ihm gut. Er war in keiner Art und Weise instabil. Die Wunden werden versorgt, die Schwellungen müssen nun abheilen“, so Hofer.
„Scharfschießen ist Scharfschießen“
Die polizeilichen Ermittlungen sowie erste Befragungen ergaben keine Hinweise auf Fremdverschulden. Eine interne Unfallkommission des Bundesheeres wurde eingerichtet und untersucht den Ablauf des Vorfalls.
Dass es bei Scharfschießübungen zu Zwischenfällen kommen kann, sei trotz umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen nie völlig auszuschließen. „Scharfschießen ist Scharfschießen, da kann immer etwas passieren. Wir sind auf solche Situationen vorbereitet“, so Hofer.