Schock für die Nordische Kombination! Wie das Internationale Olympische Komitee bekanntgab, wird die Sportart nicht Teil der Winterspiele 2030 in den französischen Alpen sein. In einem ersten Statement heißt es vonseiten des IOC:

Die Olympischen Winterspiele 2030 in den Alpen schreiben Geschichte als erste Winterspiele mit Geschlechterparität. Die Quotenplätze werden gleichmäßig verteilt. Rund 3.046 Athleten (1.525 Frauen und 1.521 Männer, darunter die vom Olympischen Komitee vorgeschlagenen Skibergsteiger als zusätzliche Sportart) werden in 126 Wettbewerben antreten – 56 für Frauen, 55 für Männer und 15 für Mixed. Dies bestätigte das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) heute im Rahmen der Disziplin- und Veranstaltungsüberprüfung. Im Zuge dieser Überprüfung wurde entschieden, dass Freeride (Ski und Snowboard) und Synchro-9 (Eiskunstlauf) erstmals olympisch werden. Das IOC-Exekutivkomitee bestätigte außerdem den Erhalt des Snowboard-Parallel-Riesenslaloms, während die Nordische Kombination nicht beibehalten wurde.

Stecher „zutiefst enttäuscht“

In einer ersten Reaktion erklärte ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher: „Die heutige Entscheidung des IOC ist eine Hiobsbotschaft für den österreichischen Wintersport und ein schwerer Schlag für die Nordische Kombination. Kaum eine andere Disziplin steht so sehr für Tradition und eine österreichische Erfolgsgeschichte wie diese. Wir sind zutiefst enttäuscht, dass die sichtbare Weiterentwicklung dieser Sportart nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Unsere Athletinnen und Athleten haben enorme Fortschritte gemacht, die leider nicht jene Anerkennung finden, die sie verdienen“, word der Steirer in einer ÖSV-Aussendung zitiert.

Und weiter: „Die Auswirkungen dieser Entscheidung reichen weit über die Nordische Kombination hinaus. Auch das Skispringen ist unmittelbar betroffen, denn ohne olympische Perspektive wird es mittelfristig schwieriger werden, Schanzenanlagen zu erhalten und den Nachwuchs nachhaltig zu fördern. Am schwersten wiegt jedoch eines: Vielen Talenten wird mit einem Schlag eine Zukunftsperspektive genommen. Kinder und Jugendliche, die mit Leidenschaft trainieren, verlieren ihr großes Ziel – den olympischen Traum. Wir werden dennoch alles dafür tun, die Nordische Kombination stark zu halten und gemeinsam mit der FIS sowie unseren Partnern Wege zu finden, dieser einzigartigen Sportart eine attraktive Bühne und eine stabile Zukunft zu sichern.“

Lamparter: „Ein Traum ist gerade zerbrochen“

Für Österreichs Kombinierer-Aushängeschild Johannes Lamparter ist die Entscheidung „ein Schlag ins Gesicht. Das hätten wir uns alle so nicht erwartet. Ein Traum ist gerade zerbrochen, ich fühle mich inhaltlich leer. Jetzt ist die Frage, die es mit der Sportart weitergeht. Bei meiner Saisonvorbereitung wird aber alles gleich bleiben, uns erwartet ja trotzdem einnormaler Weltcupwinter inklusive Weltmeisterschaft. Aber wie in jeder Sportart ist Olympia das Größte. Und ich verstehe auch die Begründung nicht. Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht.“

Auch die FIS hat bereits auf diesen Paukenschlag reagiert: „Unsere erste Reaktion ist natürlich Enttäuschung“, sagte FIS-Präsident Alexander Ospelt nach der IOC-Ankündigung, in der die Schwächen der Nordischen Kombination in 14 Popularitätsindikatoren als Hauptgrund für die Abschaffung der Disziplin genannt wurden. „Die Nordische Kombination ist seit der ersten Ausgabe der Olympischen Winterspiele 1924 Teil des Programms und ein Eckpfeiler des nordischen Skisports auf allen Ebenen, insbesondere in der Athletenentwicklung. Darüber hinaus hat diese Disziplin dank der Aufnahme von Frauenwettbewerben in den letzten Jahren ein deutliches und spürbares Wachstum und eine stetig wachsende internationale Beteiligung verzeichnet. Dies ist eine sehr schwierige Entscheidung für die FIS und unsere nationalen Skiverbände“, so der FIS-Präsident.

Ein Blick in die Zukunft

Nachdem Präsident Ospelt und der amtierende Generalsekretär Urs Lehmann die IOC-Entscheidung zur Kenntnis genommen hatten, versicherten sie umgehend, dass die FIS die Nordische Kombination und ihre Zukunft – in FIS-Wettbewerben und darüber hinaus – weiterhin unterstützen werde. „Die Tatsache, dass die Nordische Kombination 2030 nicht mehr bei den Spielen vertreten sein wird, ändert nichts an unserer Unterstützung für diese Disziplin als festen Bestandteil des FIS-Weltcup-Kalenders und der FIS-Nordischen Skiweltmeisterschaften. Im Gegenteil, es ist für uns ein Grund, sie noch stärker zu unterstützen“, sagte Lehmann.