Viel wird dieser Tage gerechnet. Welches Ergebnis sollte Österreich im abschließenden Spiel gegen Algerien am Sonntag (4 Uhr MESZ) erzielen, um im Sechzehntelfinale gegen wen zu spielen? Nur eines ist klar: Punktet die ÖFB-Auswahl gegen die Nordafrikaner, trifft Österreich am 2. Juli um 21 Uhr in Los Angeles auf den Sieger der Gruppe H. Aber auch hier gibt es ein Fragezeichen, denn theoretisch können noch drei Teams aus besagter Gruppe Platz eins erreichen.
Die besten Chancen hat Europameister Spanien. Das Team um Superstar Lamine Yamal genügt wohl bereits ein Unentschieden, um als Erster die Gruppenphase abzuschließen. In Guadalajara treffen die Spanier am Samstag (2 Uhr MESZ) auf Uruguay und damit auf den unmittelbaren Konkurrenten um den Gruppensieg. Gewinnen die „Urus“ nämlich, wären sie selbst auf Rang eins. Beide Nationen werden nichts dem Zufall überlassen, denn als Zweiter würde man in der ersten K.o.-Phase auf Argentinien treffen. „Sie werden ‚all in‘ gehen, so wie wir es an ihrer Stelle tun würden“, sagt Spaniens Abwehrspieler Aymeric Laporte. „Wir wollen die Gruppe als Erster abschließen, es liegt an uns. Auch wir werden ‚all in‘ gehen.“
Die Südamerikaner haben sowohl gegen Kap Verde (2:2) als auch Saudi-Arabien (1:1) enttäuscht. Das Spiel gegen Spanien bewertet Teamchef Marcelo Bielsa daher als „gewaltige Herausforderung“. Die bisher schwachen Vorstellungen nahm er auf seine Kappe: „Die organisatorischen Fehler, die eine Mannschaft begeht, liegen immer in der Verantwortung des Trainers.“
Theoretisch könnte sogar noch Kap Verde Gruppensieger werden. Nämlich dann, wenn Spanien und Uruguay remisieren und der afrikanische Inselstaat mit zumindest vier Toren Differenz gegen Saudi-Arabien gewinnt. Aber auch ein Punkt kann Kap Verde schon zum Weiterkommen als Gruppenzweiter genügen – dafür müsste Spanien gewinnen. Mit einem vollen Erfolg, egal in welcher Höhe, ist dem 600.000 Einwohnerstaat das historische Erreichen der K.o.-Phase ohnehin sicher.