Eine zweifache Mutter, die sich in Greifenburg mit dem Auto überschlug, weil sie ihr Fahrzeug vor dem Hagel retten wollte. Zwei Feuerwehrmänner, die in Wolfsberg einen Stromschlag erlitten, als ein Blitz in eine Stromleitung einschlug. Unzählige überschwemmte Keller und Straßen. Umgestürzte Bäume – 150 Feuerwehreinsätze zählte die Landesalarm- und Warnzentrale am Samstag zwischen 14 Uhr und 20 Uhr.
Allein die Hauptfeuerwache Villach stand mit rund 35 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen über vier Stunden hinweg im Dauereinsatz. Insgesamt bewältigten die eingesetzten Villacher Feuerwehren bis etwa 21 Uhr mehr als 50 Einsätze im gesamten Stadtgebiet. „Neben unzähligen überfluteten Kellern waren auch Geschäfte, Betriebsobjekte sowie die Villacher Rohrkaserne von den enormen Regenmengen betroffen“, so Hauptbrandmeister Alexander Scharf.
Die Freiwillige Feuerwehr Ferlach wurde kurz nach 18 Uhr auch gleich zweimal gerufen – um überschwemmte Keller auszupumpen und ein bis zur Achse eingesunkenes Fahrzeug wieder auf die Straße zu bringen.
In Stockenboi am Ostufer des Weißensees kam es durch die heftigen Sommergewitter zu Vermurungen und verschlammten Verkehrswegen, die freigelegt werden mussten. In St. Michael ob Bleiburg wurden Dächer abgedeckt, sogar ein Trampolin flog durch die Sturmböen durch die Luft. Die schweren Unwetter brachten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter, bei den größeren Städten lag Villach mit 66 Litern voran.
Der Sonntag bringt einen heißen und zunehmend schwülen Tag. Am Vormittag und bis über Mittag überwiegt noch der Sonnenschein, ab dem frühen Nachmittag bilden sich ausgehend vom Bergland einige Regenschauer und Gewitter.
Heftige Gewitter
„Vor allem in Osttirol, Ober- und Mittelkärnten können diese heftig ausfallen, lokal sind Hagel und Sturmböen möglich. Bis zum Abend könnten die Gewitter auch wieder das Klagenfurter Becken und das Unterkärntner Seengebiet erreichen“, heißt es vom Wetterdienst Tauernwetter. Die Höchstwerte erreichen 24 bis 35 Grad, am heißesten wird es im Klagenfurter Becken und im Rosental.
Wie lange hält die Hitze an?
Bis einschließlich Donnerstag bleibt es nach derzeitigem Stand laut Tauernwetter durchwegs heiß. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht sicher. Vieles spricht aber dafür, dass die Hitze bis zum kommenden Wochenende anhält und die Höchstwerte an einigen Wetterstationen die gesamte kommende Woche über 30 Grad bleiben. Tauernwetter-Experte David Kaufmann: „Einige Modellrechnungen lassen die Hitzewelle sogar bis in den Juli hinein andauern, diese Berechnungen sind allerdings mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.“