Nach dem dramatischen Zugunfall beim Bahnhof Lind-Rosegg gibt es nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Gemeingefährdung. Eine 79-jährige Frau hatte sich am Donnerstag mit ihrem Pkw verfahren und geriet in den Gleisbereich. In der Folge wurde ihr Wagen von einem Zug gerammt und es begann zu brennen. Der Zug musste evakuiert werden. „Wenn jemand eine große Anzahl von Personen gefährdet, sind immer solche Ermittlungen einzuleiten“, berichtet Werner Pucher, Sprecher der Polizei. Das sei Routine.
Die 79-jährige Unfalllenkerin hatte ihr Auto rechtzeitg vor dem Zusammenprall verlassen. Sie blieb zum Glück unverletzt. Der Railjet hätte bei dem kleinen Bahnhof im Bezirk Villach Land eigentlich nur durchfahren sollen. Durch die Wucht des Zusammenpralls wurde der Pkw der Frau 300 bis 400 Meter weit mitgeschleift und hat sich unter dem Zug-Triebfahrwerk verkeilt. Das Auto begann zu brennen. 86 Fahrgäste mussten den Zug sofort verlassen. Der Feuerwehr gelang es nach Freigabe der Gleisanlage, durch den Notfallkoordinator ein Übergreifen der Flammen auf den Zug zu verhindern.
Lenkerin stecktz fest
Die 79-jährige Unfalllenkerin konnte bereits einvernommen werden. Der Alkotest bei der Frau verlief negativ. „Der Unfallhergang ist mittlerweile klar“, meint Pucher. Die 79-jährige Lenkerin hatte die Zufahrt zum Bahnsteig irrtümlich für eine Einbahnstraße gehalten, die zu einer Eisenbahnüberführung führt, berichtete die Polizei. „Die Frau ist über eine Grünfläche zum Bahnsteig gefahren, bei dem es einen Niveauunterschied zum Gleis gibt, dort ist die Frau mit dem Auto aufgesessen. Ihr Auto blieb hängen und ragte mit der Vorderachse und der Front über den Bahnsteig hinaus in den Gleisbereich,“ erklärt Pucher. Sie konnte nicht mehr wegfahren.
Die Frau versuchte, den Lokführer des herannahenden Zugs durch Winken auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Trotz eingeleiteter Schnellbremsung rammte der Zug aber das Fahrzeug. Die Autoteile schleuderte es meterhoch durch die Luft.
Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Der Fernverkehr musste umgeleitet werden, die Strecke zwischen Velden und Föderlach war viele Stunden gesperrt. Im Einsatz standen die Freiwilligen Feuerwehren Lind ob Velden, Rosegg, Velden und Wernberg mit insgesamt 34 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen.