Noch vor zwei Jahren empfing Gutta Sladky anlässlich ihres 104. Geburtstages die Kleine Zeitung in ihrer Wohnung in der Villacher Peraustraße. Voller Erinnerungen berichtete sie damals aus einem Leben, das von bewegten Zeiten, familiärem Zusammenhalt und bemerkenswerter Lebensfreude geprägt war. Am 16. Juni verstarb die 106-Jährige als älteste Bewohnerin Villachs im Kreise ihrer Familie.

Geboren wurde Sladky am 8. Juni 1920 in Annenheim. Ihre Kindheit verbrachte sie am Ossiacher See und auf der Gerlitzen. Die Jugendjahre der Villacherin wurden vom Zweiten Weltkrieg überschattet. Trotz aller Herausforderungen sprach sie später nicht von Bitterkeit, sondern von Dankbarkeit. Das Ende des Krieges bezeichnete sie als einen der schönsten Momente ihres Lebens. Im Jahr 1950 begegnete sie beim Villacher Kirchtag ihrer großen Liebe Edwin Sladky. Es entstand eine glückliche Ehe, aus der die Kinder Robert und Karin hervorgingen.

Immer neugierig auf die Welt

Reisen, die Fotografie und das Schwimmen im Ossiacher See gehörten zu ihren großen Leidenschaften. Ihr Alltag war bis ins hohe Alter von Ritualen geprägt. Berühmt wurde dabei ihre tägliche „Campari-Zeit“ um 11 Uhr vormittags: Ein Glas Campari mit Wasser und Zitrone. Nach dem Geheimnis ihres langen Lebens gefragt, verwies sie auf kein besonderes Wundermittel. Vielmehr gab sie den jüngeren Generationen eine einfache Botschaft mit auf den Weg: „Das Wichtigste ist, bescheiden zu leben und zufrieden zu sein mit dem, was man hat. Man muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen und am Boden zu bleiben.“

Auch der Villacher ÖVP-Stadtrat Christian Pober gedenkt Sladky anlässlich ihres Ablebens: „Sie war sicher unser ältestes und längstes Parteimitglied.“ Die Verabschiedung von Gutta Sladky findet am 3. Juli um 11 Uhr in der Zeremonienhalle am Zentralfriedhof Villach statt. Die Verstorbene hinterlässt ihre Kinder mit Familien.