Im Dezember 2024 gründete die 17-jährige Schülerin der 7. Klasse des bilingualen Zweiges am BG/BRG St. Martin, Alexandra Gillner, gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Veronika sowie ihren besten Freundinnen Pauline Steiner und Sophie Assmann-Hafenscherer das Projekt „Kids4Kids-Tutoring“. Die Idee zu dem kostenlosen Nachhilfeangebot hatte Gillner selbst: „Wir wollen einfach etwas Gutes tun.“ Der Wunsch zu helfen hat viel mit ihrer eigenen Geschichte zu tun. Geboren in Polen, zog die Familie nach England, als die Kinder zwei Jahre alt waren. Die ersten Lebensjahre verbrachten sie in Brighton, bevor es weiter nach Villach ging. Mit acht Jahren stand Gillner plötzlich vor einem Neuanfang: neues Land, neue Sprache, neues Schulsystem.
Jahre später entstand daraus die Idee, Kindern und Jugendlichen Unterstützung anzubieten, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Als Gillner ihrer Schwester davon erzählte, war diese sofort begeistert. Danach fragten die beiden ihre besten Freundinnen und aus der Idee wurde ein Herzensprojekt.
Kostenlos für alle
Seitdem bieten die vier Schülerinnen kostenlose Nachhilfe an. Besonders viele Kinder kommen wegen Deutsch: „Es kommen viele internationale Kinder zu uns, oft auch, um einfach das Deutsch sprechen zu üben“, erzählt die Ideengeberin. Dass sie selbst mehrere Kulturen und Sprachen kennt, hilft dabei. Zuhause wird Polnisch gesprochen, Deutsch und Englisch beherrscht sie auf erstsprachlichem Niveau. Dazu kommen Französisch, Spanisch und Latein.
Viele Familien, deren Kinder „Kids4Kids“ besuchen, haben einen internationalen Hintergrund. Manche sind über den Carinthian International Club auf das Angebot aufmerksam geworden, andere über Mitarbeitende von Infineon.
„Wir machen weiter“
Im kommenden Schuljahr steht für Gillner die Matura an. Eigentlich hatten die Gründerinnen gehofft, jüngere Schülerinnen und Schüler würden „Kids4Kids“ übernehmen. Bislang blieb die Suche jedoch erfolglos. „Wir haben versucht, Nachfolger zu finden, bisher hat sich leider niemand gemeldet. Deswegen machen wir weiter“, sagt Gillner. Ein Problem sei es, dass hinter dem Projekt weit mehr steckt, als die Freiwilligkeit und das Opfern der eigenen Freizeit: „Es ist schon auch eine große Verantwortung und man muss sehr motiviert sein.“ Vor allem aber möchte sie an einem Grundsatz festhalten: „Wir wollen ein kostenloses Angebot bleiben. Es soll für alle möglich sein, die Nachhilfe zu besuchen, und unsere Türe ist für alle offen.“
Nach der Matura möchte Gillner International Law in Wien studieren. Was sie später beruflich machen will, steht noch nicht fest. Dass sie Menschen helfen möchte, daran besteht allerdings kein Zweifel.