Es ist nicht weniger als eine Zeitenwende im steirischen Basketball. Nach 20 Jahren an der Spitze des UBSC Graz tritt Manager Michael Fuchs mit seinen Vorstandskollegen Johann Simenko und Walter Brückler ab. Ein Schritt, der dem Grazer zwar nicht leicht fiel, aber dennoch eine Art „Erleichterung“ ist. „Mein persönlicher Ärger war zuletzt einfach schon zu groß. Wenn es in der Vergangenheit eine Schwäche im Vorstand gegeben hat, dann war es der Umstand, dass es uns nicht gelungen ist, aus der Grazer Wirtschaft mehr Mittel für unseren Verein zu lukrieren“, erklärte Fuchs, der noch einmal auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurückblickte.

Kerstin Höger (Dritte von links) und Martin Mitter (Vierter von links) übernehmen beim UBSC
Kerstin Höger (Dritte von links) und Martin Mitter (Vierter von links) übernehmen beim UBSC © Janisch

Die angespannte finanzielle Situation sei ein Mitgrund gewesen, nun einen Schlussstrich zu ziehen. „Wir hatten viele schöne Momente, aber es waren auch finanzielle Frustrationen mit dabei. Der UBSC Graz ist sicher unterbewertet in der Sportlandschaft.“ Genau das soll sich in Zukunft mit dem neuen Team an der Spitze ändern. Jung, frisch und modern möchten Obfrau Kerstin Höger und Geschäftsführer Martin Mitter den Verein aufstellen. Dabei soll auch Marketing-Chef Pascal Seidl eine wichtige Rolle spielen. „Wir wollen den Verein in ein modernes Zeitalter führen. Es geht darum, die Jugend und die Mannschaft der 2. Liga massiv zu fördern, Österreicher zu unterstützen und nach außen das Marketing auszubauen", erklärte Mitter einige Ziele des neuen UBSC-Weges. Wie genau dieser aussehen soll, wird sich im Laufe des Sommers zeigen. „Es wäre unprofessionell, zum jetzigen Zeitpunkt schon zu viel preiszugeben. Wir loten gerade aus, wie das Budget und somit auch die Mannschaft aussehen werden", sagte Höger.

Verbleib in Superliga fix

Ob Erfolgstrainer Ervin Dragsic an Bord bleibt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wenn erste Gespräche geführt werden. „Wir hätten ihn sehr gerne als Teil unseres Teams“, erklärte die Obfrau. Der Coach selbst fühle sich nach wie vor „sehr wohl“ in der steirischen Landeshauptstadt und wäre für eine weitere Zusammenarbeit bereit. Während Höger seit 28 Jahren als Fitnesstrainerin und Mutter eines Nachwuchsakteurs im Basketballsport unterwegs ist, kommt Mitter aus der Wirtschaft und sieht die unternehmerische Seite deshalb als sein Steckenpferd. Während es zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Unklarheiten gibt, wie etwa das zukünftige Auftreten des Vereins mit Farben, Name und Ausrichtung, stellt das Duo schon jetzt klar: „Wir spielen in der kommenden Saison sicher in der Superliga. Genau das muss der Anreiz für junge Spieler sein, den Sprung in die höchste Spielklasse zu schaffen.“

Während der neue Vorstand also voller Tatendrang bereits an der kommenden Spielzeit bastelt, geht für Fuchs eine Ära zu Ende. In 20 Jahren erlebte er an der Spitze mit drei Semifinal-Teilnahmen, einem Liga- und Cup-Finale sowie zahlreichen Nachwuchs-Meistertiteln viele schöne Momente. Auf der anderen Seite hinterließen der Wettskandal 2020 sowie die anhaltenden finanziellen Herausforderungen Spuren. „Wir hatten in den vergangenen Jahren nie ein Top-Acht-Budget und sind immer in die Playoffs gekommen. Natürlich sind es jetzt große Veränderungen, aber ich bin froh, dass wir jemanden gefunden haben, der den Verein in eine positive Zukunft führen wird.“