Manche Liebesgeschichten beginnen mit einem einzigen Augenblick. Bei Anna und Thomas Krainer brauchte es dagegen etwas mehr Zeit. Kennengelernt haben sich die beiden bereits 2012 bei einem Skiausflug. Bis daraus eine Beziehung wurde, vergingen allerdings einige Jahre. Anfangs habe sich der Kontakt „nur auf Mathematiknachhilfe beschränkt“. Erst 2016 funkte es schließlich richtig.
Verbunden waren die beiden schon damals durch die Theatergruppe Spektakel in Weißenstein. Von Beginn an war die Beziehung von Gegensätzen geprägt – zuerst Fernbeziehung, später das genaue Gegenteil. Während Thomas bereits nach Linz zog, blieb Anna zunächst noch in Kärnten. „Unsere Beziehung hat gleich als Fernbeziehung gestartet“, erzählen sie. Ein Jahr später zog Anna für ihr Studium ebenfalls nach Linz. Dort lebten die beiden schließlich auf gerade einmal 27 Quadratmetern zusammen. „Das war gleich ein Test, ob es hält“, so Anna weiter.
Unterstützung als Quintessenz
Heute arbeitet die 27-Jährige nach ihrem Studium des Wirtschafts- und Steuerrechts wieder in Kärnten in einer Steuerberatungskanzlei. Thomas absolvierte ein Mechatronikstudium, arbeitet an einem EU-Projekt zur Entwicklung von Elektromotoren und macht parallel dazu ein Doktoratsstudium in Linz. Damit wurde ihre Beziehung erneut zur Fernbeziehung. Trotz unterschiedlicher Interessen verbindet die beiden vieles. „Auf der einen Seite sind wir schon sehr unterschiedlich, aber es ist jedem der andere sehr viel wert“, sagt Thomas. Anna singt bei der Singgemeinschaft Oisternig, Thomas ist Mitglied der Feuerwehr Kellerberg. „Wir unterstützen uns gegenseitig in dem, was wir tun. Das ist sehr wichtig für eine Beziehung“, ergänzt Anna.
Gemeinsam engagieren sie sich weiterhin bei der Theatergruppe und teilen Leidenschaften wie Radfahren, Städtereisen sowie die Kärntner Seen- und Naturlandschaft. Genau dort, inmitten der Kärntner Bergwelt, folgte schließlich auch einer der emotionalsten Momente ihrer Beziehung. Rund ein halbes Jahr lang hatte Thomas den Verlobungsring heimlich zwischen Linz und Kärnten hin- und hertransportiert, ehe er Anna Ende Dezember bei einer Sonnenaufgangswanderung am verschneiten Dobratsch die entscheidende Frage stellte. „Das war wirklich sehr romantisch“, erinnert sich Anna.
Hochzeit mit Traumkulisse
Geheiratet wurde am 2. Mai am Weißensee – bewusst gewählt als Treffpunkt zwischen Gailtal und Drautal. Die standesamtliche Trauung fand auf dem Schiff Alpenperle statt, die kirchliche Feier anschließend in Techendorf – ein ganz besonderer Moment für das Paar, denn Thomas’ Vater als Diakon leitete die Zeremonie. „Ich glaube, nicht viele können sagen, dass die eigene kirchliche Trauung vom Vater gehalten wurde“, erzählt Thomas. Rund 55 Gäste feierten mit den beiden.
Besonders in Erinnerung geblieben sind die musikalische Umrahmung, Überraschungsauftritte aus der Nachbarschaft, der Theatergruppe und der Feuerwehr sowie die besondere Ruhe am Naturjuwel Kärntens. „Wir hatten Traumwetter und den See fast für uns alleine. Besser hätte es nicht sein können“, lassen die frisch Vermählten den Tag Revue passieren.