Im Jahr 2021 hat Julia Arich (35) als Reinigungskraft im Villacher Landeskrankenhaus begonnen: „Weil ich nach der Karenz rasch wieder einen neuen Job gebraucht habe“, sagt sie. Heute leitet sie gemeinsam mit zwei Kolleginnen den „Projektbereich Reinigung“, ist also zuständig für ein Team aus 75 Mitarbeitern, das im Krankenhaus die medizinischen Bereiche sauber hält. Die Reinigungsarbeiten in allen anderen Bereichen werden von Fremdfirmen erledigt.
Dass sie einmal an der Spitze einer ganzen „Reinigungsfrauschaft“ – „derzeit gibt es einen einzigen Mann in unserer Truppe“ – stehen würde, hat sich in ihrer Jugend nicht abgezeichnet. Denn nach Absolvierung des dreijährigen CHS (Centrum Humanberuflicher Schulen) in Villach hat Arich zunächst mit einer Friseurlehre begonnen. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder Tobias (7) und Lucy (8) und der Karenz ist der Rosentalerin – sie lebt in St. Jakob – zu Ohren gekommen, wie familienfreundlich die Personalpolitik im Villacher Krankenhaus ist. Deshalb hat sie sich dort als Reinigungskraft beworben. Weil sie schließlich erfuhr, dass in diesem Bereich Fortbildungs- und damit auch Aufstiegschancen bestehen, hat sie – unterstützt von der Firmenleitung – eine Lehre zum Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger begonnen und im Vorjahr sogar die Meisterprüfung abgelegt. Damit hat sie sich als Projektleiterin qualifiziert und als solche wurde sie Ende 2025 auch unter Vertrag genommen.
Isolierzimmer als Herausforderung
Arichs Funktion beschränkt sich nicht nur auf die Reinigungsarbeiten, sie muss auch den Dienstplan erstellen, die erbrachten Leistungen kontrollieren und auftretende Probleme meistern. Besonders heikel ist die Arbeit in den Isolierzimmern, weil dort die Patienten ein geschwächtes Immunsystem haben. „Dort müssen wir spezielle Schutzanzüge und -masken tragen“, sagt die 35-Jährige. Das hat die Reinigungskräfte gerade in der Corona-Zeit besonders gefordert.
Urlaub am Mittelmeer
Privat verbringt die zweifache Mutter ihre Zeit besonders gerne mit den beiden Kindern. Und das erst vor kurzem fertiggestellte Familienhaus in St. Jakob macht noch zahlreiche Einrichtungsarbeiten notwendig. Das bringt die Arichs jedoch nicht aus dem Konzept. „Wir fahren gerne ans Mittelmeer auf Urlaub. Da müssen halt einige Perfektionsarbeiten noch warten“, sagt erfolgreiche Kärntnerin.