Die Fußball-Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Ab 11. Juni kämpfen 48 Mannschaften in den USA, Kanada und Mexiko um die begehrteste Trophäe des Sports. Erstmals seit 1998 ist auch Österreich Teil eines WM-Turniers – die Euphorie im Land ist eigentlich groß.

Aber nur eigentlich, denn die Uhrzeiten, zu denen das Nationalteam für Furore sorgen möchte, sind hierzulande ziemlich unchristlich. Das Auftaktspiel gegen Jordanien findet am 17. Juni um 6 Uhr früh statt, das vermeintlich entscheidende dritte Match gegen die Algerier ist für den 28. Juni um 4 Uhr terminiert. Lediglich das Aufeinandertreffen mit Titelverteidiger Argentinien rund um Superstar Lionel Messi findet zu einer „normalen“ Uhrzeit statt – am 22. Juni um 19 Uhr.

Städte verzichten auf Veranstaltungen

Für großangelegte Public Viewings sind derlei Anstoßzeiten nicht ideal – aus diesem Grund gibt es in den Bezirksstädten Feldkirchen und St. Veit keine von der Stadt organisierten Veranstaltungen. „Wir haben nichts geplant“, meint St. Veits Pressesprecherin Karin Schweighofer.

In der Tiebelstadt möchte Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP) die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben. „Es sieht nicht gut aus, aber vielleicht können wir im Stadtsaal zumindest für das Spiel gegen Argentinien und das Finale etwas auf die Beine stellen.“ Die anderen Spiele seien kein Thema, außerdem „traut sich im Freien bei diesen Uhrzeiten auch niemand drüber“.

In Feldkirchen wird wohl kein großes Public Viewing stattfinden, sagt Bürgermeister Treffner
In Feldkirchen wird wohl kein großes Public Viewing stattfinden, sagt Bürgermeister Treffner © Markus Traussnig

Bei der vergangenen Europameisterschaft im Jahr 2024 gab es ein Public Viewing am Feldkirchner Sportplatz. Das werde man heuer allerdings nicht wiederholen, sagt Martin Tamegger, Obmann des SV Feldkirchen. „Aufgrund der Zeitumstellung ist nichts geplant. Es kann sein, dass wir kurzfristig etwas auf die Beine stellen, wenn Österreich in die KO-Phase aufsteigt.“ Man sei noch beim Evaluieren. „Wenn, dann würden wir das wieder mit der Gemeinde gemeinsam machen, aber Stand jetzt eher nicht.“

Gastwirte sind zur Stelle

Während die Städte zwar nichts zu planen scheinen, lassen sich manche Gaststätten nicht lumpen (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Bekannt für seine Public Viewings ist das Hirter Bierstüberl in St. Veit. Gastwirt Günther Rumpold putzt den Gastgarten wieder WM-gerecht auf. „Wir werden die Spiele übertragen und während des Turniers verzichten wir auch auf unseren Ruhetag am Montag“, betont Rumpold. Die Begegnungen, die in der Nacht oder frühmorgens stattfinden, wird man allerdings nicht zeigen. „Das möchte ich meinem Team nicht zumuten.“ Auch die Vinothek Vipresso werde die Matches im Rahmen der Öffnungszeiten übertragen.

Im Hirter Bierstüberl von Günther Rumpold gibt es die Spiele zu sehen
Im Hirter Bierstüberl von Günther Rumpold gibt es die Spiele zu sehen © KLZ/Verena Grimschitz

In Althofen könne man die Spiele zu den jeweiligen Öffnungszeiten bei „allen Gastbetrieben sehen, die über einen Fernseher verfügen“, heißt es von der Stadtgemeinde. Das betreffe zum Beispiel das Café am Platz, das Schloss Töscheldorf oder auch den Bahnhofstreff. Isabella Wiesers „Prosciutteria“ wird sogar für den österreichischen Auftakt gegen Jordanien die Öffnungszeiten ändern. „Wir sind ab 5.30 Uhr für die Gäste da und zum Spiel gibt es ein österreichisches WM-Frühstück“, freut sich Wieser. Die weiteren Duelle sind ebenfalls im Rahmen der Öffnungszeiten zu sehen.

Fußball gibt es heuer in Isabella Wiesers „Prosciutteria“
Fußball gibt es heuer in Isabella Wiesers „Prosciutteria“ © KK/Privat