Ziemlich genau 20 Jahre ist es her: Der Dalai Lama reiste nach Hüttenberg und legte den Grundstein für das Tibetzentrum. Heute befinden sich in dem Gebäude nur noch prall gefüllte Umzugskartons. Das Institut übersiedelt in das steirische Oberzeiring, wo man sich günstigere Bedingungen für den Betrieb erhofft.
Von 2008 bis 2017 wurde das Haus vom Land Kärnten mit etwa drei Millionen Euro gefördert, von 2018 bis 2025 flossen weitere rund 800.000 Euro nach Knappenberg. Bei insgesamt fast vier Millionen Euro an Steuergeld sei die Frage schon erlaubt, warum das Zentrum wirtschaftlich dennoch nicht nachhaltig geführt werden konnte.
Schon wieder eine vertane Möglichkeit
Der Abgang fußt auf einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren, ist aber für Kärnten wieder einmal eines: eine vergebene Chance. In seiner Struktur war das Bildungsinstitut europaweit nahezu einzigartig. Was hat man daraus gemacht? Diese Frage dürfen sich die Verantwortlichen stellen.
Das Tibetzentrum ist einst aus der tiefen Freundschaft zwischen Heinrich Harrer und dem Dalai Lama entstanden. Harrer dürfte sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie sich die Geschichte schlussendlich entwickelt.