Siegfried Mohl kniet zwischen den Erdbeerpflanzen und streicht mit der Hand vorsichtig die Blätter zur Seite. „Das Frühjahr war extrem trocken“, sagt er. Bewässert wurden die Felder dennoch nicht, der Aufwand dafür wäre unverhältnismäßig hoch. „Die Erdbeerpflanzen haben diese Phase gut überstanden und konnten sich gut entwickeln. Der größere Einfluss kommt heuer eindeutig vom Frost.“ Er zeigt mit dem Finger auf eine Blüte. Die weißen Blätter haben sich etwas verfärbt und welk nach innen gedreht. „Der Frost während der Eisheiligen hat uns extrem erwischt. Es gab deutliche Schäden an den Blüten, die sich auf die Ernte auswirken werden.“
Gemeinsam mit seiner Schwiegermutter Martina Schoaß und der Familie betreibt er unter dem Namen „Erdbeer-Oase“ zwei Erdbeerfelder in Pusarnitz und eines im Osten von Spittal. Auf die Frage, ob er mit Ernteeinbußen rechnet, antwortet Mohl mit einem Schulterzucken: „Ja, davon müssen wir ausgehen. Wir hoffen, trotz der Frostschäden Anfang Juni in gewohnter Qualität die Erdbeerfelder öffnen zu können.“
Preise sind gestiegen
Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Die Vorbereitungen haben bereits vor einigen Wochen begonnen. Händisch wird das Unkraut zwischen den Pflanzen entfernt, gedüngt, das Stroh zwischen den Reihen eingestreut, der Zaun errichtet, die Verkaufszelte aufgebaut und die Transparente aufgestellt. „Preislich wird es eine leichte Erhöhung geben“, informiert Mohl. Grund dafür sind die gestiegenen Kosten in vielen Bereichen, vor allem aber beim Diesel und Dünger. Im Vorjahr kostete ein Kilo 4,50 Euro, den heurigen Preis möchte Mohl noch nicht kommunizieren.
Turbulenter Saisonstart
Die Sorge während der Eisheiligen war auch im Hause Mikl groß. Gemeinsam mit seinen Eltern Hans und Brigitta bewirtschaftet Jakob Mikl vier Erdbeerfelder unter dem Namen „Mikl‘s Erdbeereck“. Eines davon befindet sich in Hermagor. „Neben der langen Trockenperiode gab es heuer einige Frostnächte“, fasst Mikl den turbulenten Start in die Saison zusammen. Die Schäden seien zwar geringer ausgefallen als ursprünglich erwartet, allerdings rechnet auch er mit Ernteeinbußen. „Wir sind heuer zweimal ausgerückt, um die Felder mit Vlies zu bedecken, um sie vor dem Frost zu schützen.“ Glimpflich davongekommen ist hingegen das Feld in Hermagor. „Die Pflanzen sind einwandfrei über den Winter gekommen und es gab auch etwas mehr Niederschlag als bei uns in Arnoldstein oder in Villach“, sagt er.
Aufgrund eines Engerlingbefalls musste vergangenes Jahr ein neues Feld bepflanzt werden. „Dieses befindet sich wieder gleich neben der Gail, also direkt unter dem Gail-Radweg“, informiert Mikl. Dort hielten sich die Frostschäden in Grenzen. „Es wird heuer sehr viele und schöne Erdbeeren geben. Es ist wahrscheinlich unser bestes Feld heuer“, freut er sich.
Die Vorbereitungsarbeiten laufen auf Hochtouren, die Zäune und Verkaufshütten sollen demnächst aufgestellt werden. In der ersten oder zweiten Juniwoche möchte Mikl das Erdbeerfeld in Hermagor eröffnen. Im vergangenen Jahr lag der Preis für ein Kilo selbstgepflückter Erdbeeren bei 4,10 Euro, heuer kostet ein Kilo 4,50 Euro. „Hauptgrund für die Preiserhöhung ist das immer höhere Risiko vor Wetterereignissen. In diesem Jahr hatten wir Trockenheit und Frost. Unter diesen Bedingungen wird der ungeschützte Anbau im Freiland immer schwieriger“, erklärt Mikl.