„So teuer ist Fortgehen geworden“, nimmt es der Verteidiger mit Humor und spielt auf die Geldbußen an, die drei Angeklagte vom Richter erhalten. Diese werden sie auf drei aufteilen, egal, wie die einzelnen Tagessätze auch aussehen. „Sie haben zusammen Bacardi getrunken, da können sie auch die Strafe teilen“, meint der Verteidiger.

Die drei Beschuldigten (43, 48 und 49 Jahre alt) haben nicht nur zusammen Bacardi getrunken, sie sind auch gemeinsam in eine Rauferei verwickelt gewesen. Wie es genau dazu kam ist schwierig zu sagen. Jeder der drei erzählt die Geschichte ein bisschen anders. Fakt ist: Sie waren fort und sollen zwei Türsteher verletzt haben.

Rassistische Beleidungen

Einer der Angeklagten gibt zu: „Ich hab sicher zu einem gesagt, dass er nicht ganz richtig im Kopf ist.“ Auch rassistische Bemerkungen sollen gefallen sein. Kurios, denn einer der Angeklagten stammt selbst aus Polen.

Der erste Türsteher bringt im Zeugenstand Licht ins Dunkel. Einer der Beschuldigten habe – komplett betrunken – mit seinem Wohnungsschlüssel den Spind im Lokal aufsperren wollen, um seine Jacke zu holen. Das funktionierte logischerweise nicht. Er ging zum Türsteher. „Ich hab zu ihm gesagt, das ist der falsche Schlüssel. Da wurde er aggressiv.“

Der Türsteher öffnete den Spind, gab dem Mann die Jacke, dennoch kam es zu Schlägen. Vier Wochen war er insgesamt im Krankenstand. „Ich hab einen Monat Schmerzen gehabt, meine Rippen waren gebrochen“, sagt er. Seinem Türsteher-Kollegen hätte einer der Angeklagten ein Büschel Haare ausgerissen. „Ich hab das Haarbüschel heute sogar mit, das er mir ausgerissen hat.“ Die Männer hätten zudem die ganze Zeit über geschimpft, dass die Türsteher das Land verlassen sollten.

1500 Euro Schmerzengeld

1500 Euro Schmerzengeld spricht der Richter dem ersten Türsteher zu. Pro Nase also 500 Euro. Als Geldbuße müssen zwei Angeklagte je 1810 Euro und einer 2170 Euro bezahlen. Der Tagsatz nimmt Rücksicht auf Einkommen, Schulden oder Sorgepflichten. Doch in dem Fall spielt es wohl keine Rolle: Denn die drei Männer wollen die Strafe ja einfach dritteln.

Vorstrafe scheint keine auf, sofern die Geldbuße bezahlt wird. Da alle drei noch unbescholten sind und sie die Verantwortung für ihre Tat übernommen haben, gewährt der Richter ihnen eine Diversion.