„Vertrauen ist kein Zustand. Es ist ein Entschluss.“ Das Fazit aus seiner persönlichen Lebenskrise hat der in Wien beheimatete Unternehmer und Coach Peter Stark (58) in seinem aktuellen Buch „The Power of Trust“ verdeutlicht. Dass Vertrauen – und weniger Kontrolle – auch in der Arbeitswelt der Schlüssel zum Erfolg ist, legte Stark auf Einladung von Kleine Zeitung-Chefredakteur Wolfgang Fercher und -Verkaufsleiterin Karin Koncsik am Dienstag einer erlesenen Runde aus Top-Managern und Unternehmerinnen dar: beim bereits 25. Wirtschaftstalk der Kleinen Zeitung im Garner Hotel Moser Verdino in Klagenfurt.

„Auch delegieren zu können, heißt, Vertrauen zu geben, wiewohl die Erwartungshaltung immer wieder ausgesprochen werden sollte“, sprach Stark in Richtung Führungspersonen. Und gab gut gelaunt zu, wie schwer es ihm selbst fiel, sein „geliebtes“ Rasenmähen an seine Söhne Paul (19) und Max (21) delegiert zu haben. „Stellen Sie die Affen im Kopf ruhig“, zitierte Stark danach das auch Monkey Mind bezeichnete buddhistische Konzept eines unruhigen Geistes, bei dem Gedanken wie wilde Affen umherspringen. Wie im Buch nachzulesen ist, weiß er, wovon er spricht: „Mein Vertrauen in mich selbst – alles war ins Wanken geraten.“

Das Thema Vertrauen stieß nicht nur bei Ferdinand Bucher, Landesdirektor der Wiener Städtischen, auf offene Ohren, „denn wir leben ja von Vertrauen, weil wir ein sehr abstraktes Versprechen abgeben“. Bucher darf aktuell von sich behaupten, die schlagkräftigste Landesorganisation der Versicherung zu führen und verriet, dass er privat Bienen züchtet. Auch Ulrike Koscher-Preiss (Humanomed), Thomas Haslauer, Landesdirektor der UniCredit Bank Austria, Wirtschaftskammer-Direktor Meinrad Höfferer, Andreas Pregl, Leiter der Schuldnerberatung Kärnten, Messe-Geschäftsführer Bernhard Erler, Gerhard Fleischer (Enerscale) und Max Pokorny, der den Seehof in Maria Wörth führt und viele Stammgäste hat, haben eine gute Kondition in Sachen Vertrauen. Ganz abgesehen von Georg Findenig. Der Immobilienvermittler ist 2024 den Ärmelkanal von Großbritannien bis Frankreich durchschwommen und musste dabei vor allem sich selbst vertrauen.

Sich darauf auszureden, niemandem und nichts mehr vertrauen zu können, weil wir „in volatilen“ Zeiten leben, lässt Stark nicht gelten. „Ich halte das für einen Glaubenssatz. Es geht doch zu jeder Zeit darum, gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen.“ Das wiederum griff Walter Wiedenbauer, ehemaliger Geschäftsführer von Sto, auf. Er berichtete von einer alten Managementregel aus Japan, dem sogenannten Ringi-System, dem er viel abgewinnen könne. Weil alle mitreden, dauert es lange bis zur finalen Entscheidung und die ist dann objektiv vielleicht nicht die beste Lösung. Aber es gibt einen breiten Konsens, der Ansatz ist pragmatisch und rasch umzusetzen. Und man kann ihn in kleinen Schritten kontinuierlich verbessern.