Eineinhalb Jahre ist es her, dass der brutale syrische Machthaber Baschar al-Assad und sein Terrorregime gestürzt wurden. Der anfänglichen Euphorie nach dem Ende von 54 Jahren Assad-Diktatur folgte in vielen Bereichen schnell Ernüchterung. Die humanitäre Situation hat sich vielerorts sogar verschlechtert. Aufgrund der Asyl- und Migrationsprobleme fragt sich vor allem Europa, wie es die junge Regierung unter dem Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa mit der Rechtsstatlichkeit hält. Grund zur Skepsis gibt es nicht nur wegen seiner
Al-Kaida-Vergangenheit.

Dass Damaskus nun mit der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen des Assad-Regimes beginnt, gibt Grund zur Hoffnung. Zum einen nach innen: die vielen Opfer des Regimes erwarten sich Genugtuung und die Anerkennung ihres Leids. Aber es könnte auch al-Scharaas internationalem Ansehen dienen, was dem Land bei der Aussicht auf dringend benötigte Wiederaufbauinvestitionen zugutekommen könnte.