Es betrifft rund 6500 Arbeiter und Angestellten an Österreichs Flughäfen., deren Löhne und Gehälter ab 1. Mai 2026 um 2,4 Prozent steigen. Das teilte die Wirtschaftskammer (WKÖ) am Mittwoch mit. Auch im Rahmenrecht gebe es Verbesserungen zur Anrechnung von Vordienstzeiten.

Auch die Post hat mit der Gewerkschaft eine Einigung bei den Gehaltsverhandlungen erzielt. Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschließlich der Lehrlinge gibt es um 3, Prozent mehr, der neue Kollektivvertrag gilt ab 15. September. Eventuelle Nebengebühren und Zulagen steigen ab 1. Oktober ebenfalls um 3 Prozent, teilte die Post in einer Aussendung mit.

Zudem haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter auf ein neues „leistungsabhängiges Arbeitsmodell für die Paketzustellung“ geeinigt. Damit sollen in den kommenden zwölf Monaten 200 bis 300 neue Arbeitsplätze in der Paketzustellung geschaffen und neue Mitarbeiter „zu fairen Bedingungen“ beschäftigt werden, hieß es in der Aussendung.

Elektro-KV: Auch dritte Runde ohne Einigung

Unterdessen ist die dritte Verhandlungsrunde für einen neuen Kollektivvertrag (KV) in der Elektro- und Elektronikindustrie am Mittwochnachmittag ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaften PRO-GE und GPA werten das „niedrige Angebot“ der Arbeitgeber als „Kampfansage“ gegen die gut 60.000 Beschäftigten und kündigten Maßnahmen an. Die Arbeitgebervertreter des Fachverbandes FEEI verweisen hingegen erneut auf die schwierige wirtschaftliche Lage.

„Ein Prozent nach insgesamt drei Verhandlungsrunden anzubieten, ist respektlos. Das ist ein schweres Foul an den Beschäftigten“, sagten die gewerkschaftlichen Verhandler Reinhold Binder (PRO-GE) und Eva Scherz (GPA) laut Aussendung. Im Rahmen einer österreichweiten Betriebsräte-Konferenz am 6. Mai soll die weitere Vorgehensweise beraten werden. „Klar ist, wir werden die Gangart ab nächster Woche verschärfen“, so Binder und Scherz.

Die Gewerkschaften verwiesen erneut auf die „positive Entwicklung“ der Branche. „Die heimische Elektro -und Elektronikindustrie ist trotz konjunktureller Schwierigkeiten sehr erfolgreich. Der Umsatz pro Kopf ist gestiegen“, sagten Binder und Scherz. Daher seien „faire Lohn- und Gehaltserhöhungen gerechtfertigt“. Neben den Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Lehrlingseinkommen fordern sie ein Plus bei der Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro/Stunde.

FEEI warnt vor Stellenabbau und Wohlstandsverlust

Die Arbeitgebervertreter warnen unterdessen vor weiterem Stellenabbau und Wohlstandsverlust. Allein zwischen Juli 2023 und Dezember 2025 sei der Abbau von rund 3.400 Arbeitsplätzen erfolgt und weitere Stellen seien gefährdet, heißt es in einer Aussendung des FEEI. Die Standortbedingungen in Österreich hätten sich verschlechtert - „allen voran hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Bürokratie und fehlende Planbarkeit“.

„Wer in einer Phase ohne Wachstum, mit Stellenabbau und sinkenden Investitionen automatische Inflationsabgeltung fordert und die realen Bedingungen der Betriebe ignoriert, gefährdet das Weiterbestehen des Industriestandorts Österreich“, betonte FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun laut Mitteilung. Die Haltung der Arbeitnehmervertreter, „die trotz anhaltender wirtschaftlicher Krise eine Erhöhung in Höhe der rollierenden Inflation von 3,3 Prozent erwarten“, sei „realitätsfern“, so der FEEI.

Der neue Kollektivvertrag sollte bereits ab 1. Mai gelten. Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 18. Mai vereinbart.