Von der 13A-Station Alser Straße über den Lakeside Park in Klagenfurt bis zu „Kaprun Ortsmitte“: Neun Haltestellen, für jedes Bundesland eine, waren für den Titel „beste Bushaltestelle Österreichs“ bei einer Wahl der Verkehrsinitiative VCÖ nominiert. 27 Haltestellen wurden von Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden eingereicht, eine 7-köpfige Fachjury hat diese bewertet, die pro Bundesland am besten bewertete stand für die Fahrgäste zur Wahl. Mehr als 6.700 Stimmen wurden abgegeben.

Der Sieger kommt aus Graz-Umgebung

Der Busbahnhof Premstätten erhielt in Summe aus Bewertung der Fachjury und den Stimmen der Fahrgäste die meisten Punkte und gewinnt die Wahl zur besten Bushaltestelle Österreichs. „Wir wollen im Rahmen der VCÖ-Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ auch zeigen, dass die Umsetzung von hochwertigen und sicheren Haltestellen möglich ist. Deshalb haben wir die Wahl zur besten Bushaltestelle Österreichs durchgeführt“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Premstättens Bürgermeister Matthias Pokorn (ÖVP) freut sich über die Auszeichnung. „Unser Busbahnhof ist täglich für viele Menschen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Es ist eben nicht nur ein Wartehäuschen, sondern ein Ort, an dem wir zeigen, wie wichtig uns jeder einzelne Fahrgast ist - von Schülerinnen und Schülern über Pendlerinnen und Pendler bis hin zu unseren Seniorinnen und Senioren. Genau das macht gute öffentliche Infrastruktur aus.“

Eine Premiere in der Steiermark

Der Premstättner Busbahnhof stellte eine Premiere in der Steiermark dar, er ist der erste Busbahnhof dieser Art im Land – und für seine Gestaltung hat es sogar einen Architekturwettbewerb gegeben, aus dem die Grazer Agentur „NOW Architektur“ als Sieger hervorging. Der Knotenpunkt für fünf RegioBus-Linien im Süden von Graz liegt an der Kreuzung Hauptstraße/Schulstraße in Premstätten und verfügt über sechs Busbuchten, dazu Technik- und Sanitärräume sowie eine Bike+Ride-Anlage.

Unter einem Dach aus regionalem Brettschichtholz ist eine witterungsgeschützte und lichtdurchflutete Fläche für die Fahrgäste entstanden, die Dachkonstruktion wurde semi-transparenten PV-Modulen ausgestattet – der Energieüberschuss versorgt das benachbarte Schulzentrum. Eine Regenwassernutzungsanlage bewässert über 50 neu gepflanzte Bäume, dazu kommen grüne Erholungsflächen. Auch Barrierefreiheit ist gegeben – mit taktilen Leitsystemen, stufenlosen Zugängen und elektronischen Fahrzeitansagen (mit Blindenschrift).

In Betrieb ist er seit September 2024. Ein „Meilenstein in der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs“, freute sich auch Premstättens Bürgermeister Matthias Pokorn (ÖVP) anlässlich der Eröffnung.

706 Haltestellen mit Mängeln gemeldet

Neben dem Lichtblick gibt es aber auch Schattenseiten: Insgesamt sehen Fahrgäste bei 706 Haltestellen in der Steiermark Verbesserungsbedarf. Dabei waren Mehrfachnennungen möglich. Fehlender Witterungsschutz wurde am häufigsten genannt, nämlich bei 56 Prozent der Meldungen, informiert der VCÖ. Es folgen mit 49 Prozent eine fehlende Beschattung, was angesichts der zunehmenden Anzahl an Hitzetagen im Sommer ein wachsendes Problem ist. 39 Prozent der Meldungen der Fahrgäste betreffen fehlende Rad-Abstellplätze im Umfeld der Haltestelle. Bei 38 Prozent der Meldungen wurde von Fahrgästen eine fehlende Sitzgelegenheit genannt, und bei 35 Prozent eine fehlende Beleuchtung, 32 Prozent der Meldungen betreffen eine mangelnde Fahrgastinformation und bei 27 Prozent eine fehlende Barrierefreiheit. „Dank der Meldungen der Fahrgäste können nun die Zuständigen mögliche Verbesserungen prüfen und Schritt für Schritt umsetzen. Das ist gelebte Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung. So bekommt die Steiermark mehr hochwertige und sichere Haltestellen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.